Dötsch/Pung/Möhlenbrock (D/... / 4.4.1 Allgemeines
 

Tz. 181

Stand: EL 92 – ET: 03/2018

Nach § 8b Abs 3 S 3 KStG idF des sog Korb II-Gesetzes sind Gewinnminderungen, die im Zusammenhang mit dem in § 8b Abs 2 KStG genannten Anteil entstehen, bei der Gewinnermittlung nicht zu berücksichtigen. Vor seiner Änderung durch das sog Korb II-Gesetz bestand der Regelungsinhalt des § 8b Abs 3 KStG nur aus dem heutigen S 3.

§ 8b Abs 3 S 3 KStG regelt einerseits die "Kehrseite" des Abs 2. Da VG stfrei sind, bleiben insbes Veräußerungsverluste nach der Gesetzessystematik stlich unberücksichtigt. Dies gilt auch für die GewSt (s Tz 103).

Entspr der Erweiterung des § 8b Abs 2 KStG durch das UntStFG und der erweiternden Auslegung des § 8b Abs 2 KStG durch die Fin-Verw ist auch der Anwendungsbereich des § 8b Abs 3 S 3 KStG entspr erweitert worden. Wegen Einzelheiten s Tz 120ff. Ebenfalls hierzu s Neu/Watermeyer (DStR 2002, 2101, 2102), s Frotscher (INF 2003, 457, 460 und in F/D, § 8b KStG Rn 355), s Gosch (in Gosch, 3. Aufl, § 8b Rn 266b), s Herlinghaus (in R/H/N, § 8b KStG Rn 292) und s Schwedhelm/Olbing/Binnewies (GmbHR 2002, 1157, 1159). Wegen der Anwendbarkeit des § 8b Abs 3 S 3 KStG auf Verluste der Kö, die daraus entstehen, dass eigene Anteile iRd Bedienung von Aktienoptionen an die Arbeitnehmer überlassen werden, s Tz 130.

Roser/Haupt (DStR 2009, 1677, 1681) wollen § 8b Abs 3 S 3 KStG insoweit nicht anwenden, als in früheren Jahren eine stwirksame Tw-Abschr auf die Anteile vorgenommen worden ist, diese nach § 8b Abs 2 S 4 KStG (s Tz 157ff) stpfl wieder rückgängig gemacht worden ist und anschließend wiederum eine Tw-Abschr erfolgt. UE ist eine solche Auslegung weder vom Wortlaut noch vom Telos der Norm gedeckt, da die Wertminderung in diesem Fall gerade nicht auf einen Zeitraum entfällt, in dem die Aufwendungen noch in voller Höhe abzb waren.

 

Tz. 182

Stand: EL 92 – ET: 03/2018

§ 8b Abs 3 S 3 KStG ist hingegen nicht anwendbar auf Gewinnminderungen, die nicht unter § 8b Abs 2 KStG entfallende Anteile betreffen (s Urt des BFH v 14.01.2009, BStBl II 2009, 674 und s Urt des FG München v 28.09.2009, EFG 2010, 257, wonach § 8b Abs 3 S 3 KStG nur die Berücksichtigung von substanzbezogenen bzw einmaligen Gewinnminderungen, die sich aus einer Wertminderung des Anteils ergeben bzw mit diesem selbst zusammenhängen, verbietet [s Tz 173]). Daher wird zB die Abschr einer Sachdarlehensforderung in den Fällen der Wertpapierleihe uE nicht von § 8b Abs 3 S 3 KStG erfasst. GlA s Urt des FG Nbg v 13.12.2016 (EFG 2017, 1606, Rev-Az: I R 40/17) und s Herlinghaus (in R/H/N, § 8b KStG Rn 301). Rau (DStR 2009, 21, 24) geht hingegen davon aus, dass nur Tw-Abschr iR der "Kursspanne" stlich abzb sind, während Gewinnminderungen außerhalb des Kursrahmens nach § 8b Abs 3 S 3 KStG nabzb sind. UE verkennt Rau, dass der Verleiher während des Leihzeitraums idR stlich nicht AE ist. Demgegenüber geht die Fin-Verw davon aus, dass § 8b Abs 3 S 3 KStG anwendbar ist, da die Sachdarlehensforderung an die Stelle der Beteiligung tritt. § 8b Abs 3 S 3 KStG ist uE demgegenüber anwendbar, wenn der Verleiher wirtsch Eigentümer der Anteile bleibt (s Tz 33). Zum Ansatz der Sachforderung mit dem Bw der hingegebenen Anteile s Tz 348, s Vfg der OFD Ffm v 17.02.2016 (DB 2016, 862), s Vfg des Bayerischen LSt v 20.07.2010 (DStZ 2010, 654), s Kraft/Edelmann (FR 2012, 889, 891, 892) und s Rau (DStR 2009, 21). Der Verw-Auff nur unter erheblichen Zweifeln zustimmend s Urt des FG Nbg v 13.12.2016 (EFG 2017, 1606, Rev-Az: I R 40/17). Zu den Rechtsfolgen, wenn die Wertpapierleihe als Realisationsvorgang zu werten wäre, s Rau (DStR 2009, 21, 23). Wegen weiterer Einzelheiten s Tz 33.

 

Tz. 183

Stand: EL 92 – ET: 03/2018

Im stlichen Fachschrifttum wird das in § 8b Abs 3 S 3 KStG geregelte Abzugsverbot kritisiert, weil es im Veräußerungs- und Liquidationsfall dazu führt, dass wirtsch entstandene Verluste nirgends abzb sind. Dazu s Grotherr (IWB F 3 Gr 1, 1709, 1716), s Crezelius (DB 2001, 221, 228), s Watermeyer (in H/H/R, § 8b KStG Rn 106), s Romswinkel (GmbHR 2003, 92 und GmbHR 2002, 1059, 1060), s Kanzler (FR 2003, 1, 8), s Kessler/Kahl (DB 2002, 2236, 2238), s Kröner (in E & Y, § 8b Rn 136), s Gosch (in Gosch, 3. Aufl, § 8b Rn 261), s Herlinghaus (in R/H/N, § 8b KStG Rn 289), s Kessler (FR 2011, 754) und s Leip (BB 2002, 1839, 1841). Generell krit zur Schlechterstellung der EK- gegenüber der FK-Überlassung s Kraft/Körner/Türksch (DB 2012, 2416, 2420). Günkel (Wpg-Sonderheft 2003, 40) sieht hierin einen großen Nachteil der stlichen Rahmenbedingungen für Holdinggesellschaften in D gegenüber anderen Ländern. Spengel/Schaden (DStR 2003, 2192) und Lammers (DStZ 2011, 483, 488) halten das Abzugsverbot für verfassungswidrig. Herzig (DB 2003, 1459, 1467) kritisiert die Anwendung des § 8b Abs 3 (jetzt S 3) KStG auf TG entfallende Liquidationsverluste der MG, wenn damit die Verluste stlich überhaupt nicht berücksichtigt werden. Dies ist dann der Fall, wenn die Verluste der TG mit der Liquidation untergehen. Herzig fordert in Anlehnung an das niederländisc...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Steuer Office Gold. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Steuer Office Gold 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge