Rn. 109

Stand: EL 124 – ET: 10/2017

Grds spricht danach der Beweis des ersten Anscheins für Überschusserzielungsabsicht (BFH IX R 39/07, BStBl II 2009, 138; FG Mchn 7 K 2102/13, DStRE 2017, 17 rkr), auch wenn sich über längere Zeiträume WK-Überschüsse ergeben (BFH BStBl II, 2000, 676; 2001, 789; 2005, 692; BFH IX R 39/08, BStBl II 2009, 776; BFH IX R 13/12, BStBl II 2013, 533; FG Ha 2 K 247/08, DStRE 2010, 1300 rkr; FG D’dorf 7 K 2177/04 F, DStRE 2008, 857 rkr) u auch bei Mietvertragsübernahme (BFH IX R 13/12, BStBl II 2013, 533). Dies gilt aber nur, wenn die Vermietung auf Dauer angelegt, dh idR unbefristet ist (BFH IX R 13/12, BStBl II 2013, 533 mwN); ferner s Rn 116 (2).

Dies gilt (auch s § 21 Rn 31ff (Nacke))

 
nicht (dh kein erster Anschein für Überschusserzielungsabsicht) auch (dh erster Anschein für Überschusserzielungsabsicht)
bei Verpachtung unbebauter Grundstücke (BFH IX R 9/06, BStBl II 2008, 515; BFH IX R 67/06, BStBl II 2009, 370; BFH IX R 39/08, BStBl II 2009, 776)
bei Vermietung von Gewerbeobjekten (BFH IX R 49/09, DStRE 2010, 1226; BFH IX R 7/10, BStBl II 2013, 436; SenFin Berlin v 19.12.2012, FR 2013, 300)
bei Mietkaufmodellen, Bauherrenmodellen mit Rückkaufangebot o Verkaufsgarantie (BMF v 23.07.1992, BStBl I 1992, 434), s Rn 110
bei nicht ausschließlich vermieteten (sondern auch selbstgenutzten) Ferienwohnungen (s Rn 123 "Ferienwohnung")
wenn die Vermietung nicht auf Dauer angelegt ist (BFH IX B 46/08, BStBl II 2010, 815: 20 Jahre nicht ausreichend bei geschlossenem Immobilienfonds)
bei Garagenvermietungen (s Rn 123)
bei Grundstücksverwaltungsgesellschaften, Grundstücksgemeinschaften (BMF v 23.07.1992, BStBl I 1992, 434)
bei geschlossenen Immobilienfonds iF des § 15 Abs 3 Nr 2 EStG (BMF v 23.07.1992, BStBl I 1992, 434; FG Ha 2 K 247/08, DStRE 2010, 1300 rkr; FG Ddorf 7 K 2177/04 F, DStRE 2008, 857 rkr)
wenn die Immobilie nicht zu Wohnzwecken vermietet wird (BFH IX R 39/08, BStBl II 2009, 776; Moritz, NWB 38/2009, 2965)
 

Rn. 109a

Stand: EL 124 – ET: 10/2017

Fremdfinanzierung: Dieser Grundsatz gilt auch dann, wenn der StPfl eine Immobilie fremdfinanziert (BFH IX B 46/08, BStBl II 2010, 815; BFH IX R 37/12, BStBl II 2013, 815), zB durch Einsatz von Lebensversicherungen, u deswegen am Anfang hohe Darlehensschuldzinsen hat (BFH BStBl II 2005, 692; 2005, 754). Das gilt auch bei einer 100 %-Fremdfinanzierung mit Darlehenslaufzeit von 10 Jahren ohne Tilgung (BFH IX R 15/04, BStBl II 2005, 754; BFH IX R 10/04, BStBl II 2005, 692; FG Ha 2 K 247/08, DStRE 2010, 1300 rkr). Schuldzinsen sind aber nicht mehr abziehbar, wenn ursprünglich Einkünfteerzielungsabsicht bestand, aber diese vor Objektveräußerung aus anderen Gründen weggefallen ist (BFH IX R 37/12, BStBl II 2013, 815).

 

Rn. 109b

Stand: EL 124 – ET: 10/2017

Anders liegt der Fall aber (dh auch bei langfristiger Vermietung ist die Einkünfteerzielungsabsicht zu prüfen), wenn die AK/HK des Vermietungsobjekts u anfallende Schuldzinsen fremdfinanziert werden u dadurch Schuldzinsen auflaufen, ohne dass durch ein Finanzierungskonzept von vornherein deren Kompensation durch spätere positive Ergebnisse vorgesehen ist (BFH IX R 7/07, BStBl II 2007, 873).

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