Hartz/Meeßen/Wolf, ABC-Führ... / 1. Grundsätzlich: Glaubhaftmachung durch Indizien
 

Rz. 30

Stand: EL 109 – ET: 05/2016

Eine Überprüfung der tatsächlichen Benutzung durch das FA ist selbst bei Besichtigung des Zimmers problematisch. Zwar ist eine – auch unangemeldete – Besichtigung des Zimmers zulässig und die Berücksichtigung von Aufwendungen kann versagt werden, wenn die Besichtigung ohne hinreichende Begründung verweigert wird (EFG 1994, 182). Zu den Grenzen einer unangemeldeten Ortsbesichtigung vgl EFG 1993, 64; vgl außerdem Bock, DStZ/A 1982, 234; Bruschke, DStZ/A 1985, 404. Diese Art der Ermittlung wird jedoch auf Ausnahmen beschränkt bleiben (vgl BFH 144, 31 = BStBl 1985 II, 467). Zur Befragung von Mitbewohnern einer WG vgl BFH/NV 2008, 219. Die Aussage von Freunden und Bekannten ist für sich allein aber keine geeignete Beweisführung (EFG 1991, 336).

 

Rz. 31

Stand: EL 109 – ET: 05/2016

IdR wird anhand bestimmter Beweisanzeichen unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls entschieden, ob ein Zimmer so gut wie ausschließlich beruflich benutzt wird (BFH 81, 45 = BStBl 1965 III, 16; BFH 139, 518 = BStBl 1984 II, 110). Zu solchen Indizien > Rz 32 ff. Die FinVerw verwendet dafür zum Teil Vordrucke mit standardisierten Fragen, was nicht rechtsmissbräuchlich ist (EFG 1999, 1003). Bleiben nach der Würdigung aller Kriterien noch berechtigte Zweifel an der so gut wie ausschließlichen beruflichen Nutzung des ‚Arbeitszimmers‘, trägt der Stpfl die Feststellungslast (>  Beweislast; vgl BFH 224, 444 = BStBl 2009 II, 598).

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