Vertrauen in das deutsche Gesundheitssystem auf Tiefstand
Die Zufriedenheit mit dem deutschen Gesundheitssystem bröckelt einer neuen Umfrage zufolge. Sehr gut oder gut finden die Gesundheitsversorgung 62 Prozent, wie die Allensbach-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit ergab. Über rund zehn Jahre waren Zufriedenheitswerte über 80 Prozent gemessen worden, bevor die Kurve nach 2022 abfiel. Rund 35 Prozent finden die Gesundheitsversorgung nicht so gut oder gar nicht gut, wie die Kasse weiter mitteilte.
Rund 35 Prozent haben nach eigenen Angaben in den letzten zwei, drei Jahren eher schlechtere persönliche Erfahrungen mit der ärztlichen Versorgung gemacht, 5 Prozent eher bessere. Bei 54 Prozent hat sich demnach nicht viel geändert. Von den Krankenhäusern haben 33 Prozent alles in allem einen guten Eindruck, 11 Prozent haben keinen guten Eindruck. Rund die Hälfte teils, teils, wie die Umfrage weiter ergab.
Für den «DAK-Gesundheitsmonitor» hat das Institut für Demoskopie Allensbach vom 18. bis 30. April 1.015 Menschen ab 16 Jahren durch mündlich-persönliche Interviews befragt. 59 Prozent erwarten, dass sich in den kommenden zehn Jahren die Gesundheitsversorgung weiter verschlechtert. Die große Mehrheit rechnet mit steigenden Kosten und einer verstärkten Zwei-Klassen-Medizin. Die Umfrage ist den Angaben zufolge repräsentativ.
Reformglaube wenig ausgeprägt
Zwei Drittel der Bürger sind laut der Umfrage der Überzeugung, dass das deutsche Gesundheitssystem umfassend reformiert werden muss, allerdings glaubt die Mehrheit nicht, dass es zu umfassenden Gesundheitsreformen kommt. 61 Prozent der Bevölkerung haben keinen guten Eindruck von der Gesundheitspolitik. Das ist der schlechteste Wert seit 2009.
DAK-Vorstandschef Andreas Storm sagte: «Das deutsche Gesundheitssystem ist krank: Wenn die Zufriedenheit der Menschen den tiefsten Stand seit 15 Jahren erreicht, dann müssen umgehend wirkungsvolle Therapien zur Hilfe eingeleitet werden.»
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