Mediziner wollen Regeln für Krankschreibungen lockern
Beschäftigte sollten sich für die Dauer von bis zu einer Woche selbst krankmelden können, sagte Wolfram Herrmann, Leiter des Magdeburger Forscherteams, einer großen Zeitung.
Arztbesuch wegen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
Eine Studie habe ergeben, dass viele Arztbesuche nur erfolgten, um die ärztliche Bescheinigung zur Krankschreibung zu erhalten. Falle ein Teil davon weg, würden die Hausärzte entlastet und könnten sich besser um die Behandlung von Patienten mit langwierigen Erkrankungen kümmern.
Arbeitgeber verlangen in der Regel ab dem vierten Tag der Krankheit eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Drei Tage kann ein Beschäftigter also nach eigener Entscheidung ohne «Krankenschein» zu Hause bleiben.
Eigenständige Krankmeldung soll Zahl der Fehltage nicht erhöhen
Hermann schlug vor, eine Ausweitung auf fünf Tage in Pilotprojekten auszuprobieren. «Dass durch eine eigenständige Krankmeldung der Beschäftigten die Zahl der Fehltage nicht nach oben schnellt, zeigen Erfahrungen aus Norwegen», sagte der Arzt.
Der CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn zeigte sich aufgeschlossen: «In Deutschland ist die Zahl der durchschnittlichen Arztbesuche auch deswegen so hoch, weil Patienten nur für Rezepte, Verlaufskontrollen oder auch Kurzzeitkrankschreibungen immer zum Arzt müssen», sagte er der Zeitung.
Regierung sieht keinen Änderungsbedarf bei Krankschreibungen
Die Bundesregierung will die Regeln für Krankschreibungen in Deutschland nicht ändern. Ein Sprecher des zuständigen Arbeitsministeriums sagte am 16.2.2015 in Berlin, man halte die Regelung so, «wie sie ist, für angezeigt, sinnvoll und nützlich». Auch die Arbeitgeber sehen keinen Handlungsbedarf. «Die gesetzlichen Regelungen zu Krankschreibungen haben sich in Deutschland insgesamt bewährt», erklärte der Arbeitgeberverband BDA.
Der CDU/CSU-Fraktionsvize Michael Fuchs sagte einer anderen Zeitung (16.2.2015) dagegen: «Es muss für Unternehmer die Möglichkeit geben, Krankschreibungen zu überprüfen. Sonst ist ein Missbrauch nicht ausgeschlossen.» SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach argumentierte: «Die Gefahr ist zu groß, dass Erkrankungen nicht frühzeitig behandelt werden.» Gerade in einem frühen Stadium einer Erkrankung sei ein Arztbesuch sinnvoll.
-
Wie wirkt sich Krankengeld auf die Rente aus?
1.010
-
Urlaub während Krankschreibung: Was ist zu beachten?
702
-
Neue Arbeitsverhältnisse
636
-
Einmalzahlungen und ihre Wirkung auf das Krankengeld
358
-
Entgeltfortzahlung und Krankengeld - unterschiedliche Berechnungen beachten
338
-
Die rechtmäßige Aufforderung durch die Krankenkasse
248
-
Entgeltfortzahlung statt Kinderkrankengeld für Azubis
235
-
Erste Fragen zur neuen AU-Bescheinigung
227
-
Widerspruch gegen die Aufforderung der Krankenkasse zur Reha
191
-
Kinderkrankengeld bei stationärer Mitaufnahme
183
-
Elektronische Krankschreibung führt zu mehr erfassten Fehlzeiten
20.03.2026
-
Kabinett bringt antragsloses Kindergeld auf den Weg
18.03.2026
-
Aktuelle Finanzentwicklung der GKV 2025
17.03.2026
-
Lungenkrebs-Früherkennung ab April Kassenleistung für Risikogruppen
16.03.2026
-
Einigung über sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen erzielt
13.03.2026
-
Ursprüngliche Pflegegradeinstufung bleibt maßgeblich bei Zweifeln
12.03.2026
-
Gericht erkennt Schülerunfall auf Umweg als versichert an
11.03.2026
-
GKV-Spitzenverband übergibt neunten Bericht zur Fortschreibung des Hilfsmittelverzeichnisses
10.03.2026
-
Bundestag beschließt Änderungen an der Krankenhausreform
09.03.2026
-
Rentenerhöhung 2026
09.03.2026