02.12.2016 | Präventionsbericht 2016

Krankenkassen verstärken Gesundheitsförderung

Die Krankenkassen haben sich 2015 unter anderem für gesundheitsfördernde Projekte in Schulen stark gemacht.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Im Jahr 2015 haben die gesetzlichen Krankenkassen über 317 Mio. Euro in die Gesundheitsförderung und Prävention investiert. Das geht aus dem aktuellen Präventionsbericht von GKV-Spitzenverband und Medizinischem Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS) hervor.

Der Präventionsbericht dokumentiert jährlich die Leistungen der Krankenkassen in der primären Prävention und der betrieblichen Gesundheitsförderung. Der Präventionsbericht schafft bundesweit Transparenz über die Inanspruchnahme von primärpräventiven Kursangeboten der Krankenkassen, zu den Aktivitäten der GKV in der betrieblichen Gesundheitsförderung sowie in nichtbetrieblichen Lebenswelten wie Schulen und Gemeinden.

Gesundheitsförderung im Sinne des Präventionsgesetzes

Ganz im Sinne des Präventionsgesetzes haben sich die Krankenkassen 2015 vor allem für gesundheitsfördernde Projekte in Lebenswelten wie zum Beispiel in Wohngebieten, Kindertagesstätten und Schulen stark gemacht. Über 38 Mio. Euro haben die Krankenkassen im Jahr 2015 für solche Projekte ausgegeben, das entspricht einer Steigerung zum Vorjahr um 20 Prozent. Sie konnten damit rund 2,5 Mio. insbesondere auch sozial benachteiligte Menschen direkt erreichten. So lagen 43 Prozent der durch gesundheitsförderlichen Maßnahmen erreichten Grundschulen und 24 Prozent der erreichten Kitas in sozialen Brennpunkten, also in Wohngebieten, die stark von Einkommensarmut, Integrationsproblemen und Arbeitslosigkeit betroffen sind.

Gesundheitsförderung als Gemeinschaftsaufgabe

„Die systematische Weiterentwicklung der Gesundheitsförderung ist eine Gemeinschaftsaufgabe und kann nicht von den Krankenkassen allein gestemmt werden“ sagte Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes. „Einbringen müssen sich dabei die Verantwortlichen auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Umwelt, Verkehr, Bildung, Arbeitsmarkt – auch das sind Faktoren, die eine wichtige Rolle spielen“, so Kiefer weiter.

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Gesundheitsförderung in Betrieben

Viel haben die gesetzlichen Krankenkassen auch in die betriebliche Gesundheitsförderung investiert. Mit über 76 Mio. Euro und damit 12 Prozent mehr als 2014 förderten sie entsprechende Maßnahmen, mit denen die psychischen und körperlichen Belastungen am Arbeitsplatz gering gehalten und die Gesundheit der Beschäftigen gestärkt werden sollen. In knapp 11.000 Betrieben konnten damit rund 1,3 Mio. Versicherte direkt angesprochen werden. Durchschnittlich zweieinhalb Jahre unterstützen die Krankenkassen Unternehmen bei entsprechenden Aktivitäten der betrieblichen Gesundheitsförderung.

Individuelle Präventionsangebote

Die Teilnahmezahlen bei Kursangeboten, die sich an einzelne Versicherte wenden und sich mit Bewegungsförderung, Stressbewältigung, Ernährung und Raucherentwöhnung befassen, blieben 2015 mit 1,7 Mio. auf Vorjahresniveau. Für diese individuellen Präventionsangebote gaben die Krankenkassen über 203 Mio. Euro und damit fünf Prozent mehr als im Vorjahr aus.

Übergreifender Präventionsbericht für 2019 vorgesehen

„Der Präventionsbericht von GKV und MDS schafft seit Jahren Klarheit über die Präventionsleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Mit Einführung der Nationalen Präventionskonferenz wird es 2019 erstmals einen übergreifenden Präventionsbericht geben, der Transparenz auch über die Leistungen anderer Träger herstellen wird. Er bildet die Basis für die qualitative und quantitative Weiterentwicklung einer über GKV und Sozialversicherungsträger hinausreichenden gesamtgesellschaftlichen Gesundheitsförderung und Prävention“, fasst Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des MDS, zusammen.

Schlagworte zum Thema:  Prävention, Krankenkasse, Gesundheitsförderung

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