Krankschreibung per Telefon ab Juni nicht mehr mögliche

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die, bis zum 31.5.2022 befristeten bundesweiten Ausnahmeregelungen zur telefonischen Krankschreibung aufgrund der COVID-19-Pandemie auslaufen lassen. Bei den Sonderregelungen zum Entlassmanagement gab es eine erneute Verlängerung. Was das bedeutet, erfahren Sie hier.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat aufgrund des hohen Infektionsgeschehens durch den Coronavirus SARS-CoV-2 in einem Grundlagenbeschluss vom 17.9.2020 bundesweite Sonderregelungen für ärztlich verordnete Leistungen und zur telefonischen Krankschreibung vorgegeben, die er während der Corona-Pandemie fortlaufend überprüft hat und aufgrund der seit 2020 andauernden Infektionslage immer wieder verlängerte.

Bundesweite Ausnahmen: Betroffene Richtlinien

Von den Ausnahmeregelungen im Bereich der ärztlich verordneten Leistungen waren die nachfolgend genannten Richtlinien betroffen:

  • Häusliche Krankenpflege-Richtlinie,
  • Hilfsmittel-Richtlinie,
  • Heilmittel-Richtlinie,
  • Heilmittel-Richtlinie Zahnärzte,
  • Krankentransport-Richtlinie 
  • Soziotherapie-Richtlinie,
  • Spezialisierte Ambulante Palliativversorgungs-Richtlinie und die
  • Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie.

Ende März ausgelaufene Corona-Sonderregelungen

Die befristeten Sonderregelungen im Bereich der ärztlich veranlassten Leistungen hat der G-BA überwiegend zum 31.3.2022 auslaufen lassen. Dies betraf zum Beispiel die Genehmigungsfreiheit von bestimmten Krankentransportfahrten sowie Sonderregelung zur telefonischen Ausstellung von (Folge-)Verordnungen von für ärztlich veranlasste Leistungen. Damit gelten ab dem 1.4.2022 die üblichen Regelungen der entsprechenden Richtlinien. Der G-BA sah keinen Anlass, dass durch das Beenden der bundesweiten Sonderregelungen Beeinträchtigungen in der ärztlichen Versorgung zu erwarten waren. Zudem wurden zwischenzeitlich einige Sonderregelungen ganz oder teilweise in die Regelversorgung überführt und dauerhaft in die Richtlinien aufgenommen, z. B. die Videotherapie bei Heilmitteln sowie die Möglichkeit der Krankschreibung per Videosprechstunden.

Telefonische Krankschreibung endet Ende Mai

Bis zum 31.5.2022 galten die verlängerten Sonderregelungen zur telefonischen Krankschreibung bei leichten Atemwegsinfekten, die der G-BA zuletzt am 18.3.2022 verlängerte. Dadurch konnten Patientinnen und Patienten, die an leichten Atemwegserkrankungen ohne schwere Symptomatik leiden, telefonisch für einen Zeitraum von bis zu 7 Kalendertagen krankgeschrieben werden. Vertragsärztinnen und Vertragsärzte mussten sich dabei persönlich vom Zustand der Patientinnen und Patienten durch eine eingehende telefonische Befragung überzeugen. Das Fortdauern der Arbeitsunfähigkeit konnte im Wege der telefonischen Anamnese einmalig für einen weiteren Zeitraum von bis zu 7 Kalendertagen festgestellt werden. Ab Juni gelten wieder die regulären Regelungen der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie des G-BA.

Sonderregelungen zum Entlassmanagement nach Krankenhausaufenthalt

Bereits durch den Beschluss vom 18.3.2021 des G-BA sollten die Sonderregelungen zum Entlassmanagement, wonach Verordnungen für ärztlich veranlasste Leistungen sowie die Bescheinigung einer Arbeitsunfähigkeit durch das Krankenhaus für 14 anstatt sonst 7 Tage ausgestellt werden konnten, am 31.5.2022 auslaufen.

Durch die Änderung der SARS-CoV-2-Arzneimittelverordnung vom 25.5.2022 wurden die Sonderregelungen beim Entlassmanagement nach einem Krankenhausaufenthalt nochmals bis zum 25.11.2022 verlängert. D.h., Krankenhäuser können weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit für bis zu 14 (statt 7) Kalendertage bescheinigen. Daneben können sie für bis zu 14 Tage häusliche Krankenpflege, spezialisierte ambulante Palliativversorgung, Soziotherapie sowie Hilfs- und Heilmittel verordnen. Auch Arzneimittel können weiterhin flexibler verordnet werden.

Empfehlungen des GKV-Spitzenverbandes enden

Genau wie die Sonderregelungen des G-BA laufen auch die Empfehlungen des GKV-Spitzenverbandes und der Verbände der Krankenkassen auf Bundesebene zu den ärztlich veranlassten Leistungen mit dem 31.5.2022 aus. Sofern der GKV-Spitzenverband weiterhin Empfehlungen veröffentlicht, finden Sie diese unter Fokus: Corona - GKV-Spitzenverband.  

Sonderregelungen können reaktiviert werden

Sofern im Herbst die Infektionslage wieder zunehmen sollte, kann der G-BA seine Sonderregelungen erneut in Kraft treten lassen.