Bauträger / 3 "Werdende Wohnungseigentümergemeinschaft"

Eine "Werdende Wohnungseigentümergemeinschaft" liegt unter folgenden Voraussetzungen vor:

  • ein gültiger Erwerbsvertrag,
  • die Übergabe des Besitzes an den Erwerber und
  • die Bestellung einer Auflassungsvormerkung zugunsten des Erwerbers.

Auf die "Werdende Wohnungseigentümergemeinschaft" sind die Vorschriften des WEG uneingeschränkt anzuwenden.

 
Hinweis

Werdende Wohnungseigentümergemeinschaft

Dies bedeutet, dass die "Werdende Wohnungseigentümergemeinschaft" frühestens dann entstehen kann, wenn die erste Wohnung verkauft, der Besitz übergeben und zumindest eine Auflassungsvormerkung im Grundbuch eingetragen ist. Nach der Insolvenz des Bauträgers und Freigabe des Grundstücks durch den Insolvenzverwalter ist von einer werdenden Gemeinschaft der Wohnungseigentümer bei Existenz wirksamer Erwerbsverträge und Eintragung von Auflassungsvormerkungen auszugehen. Der "freiwilligen" Besitzübergabe entspricht die Freigabe durch den Insolvenzverwalter.

 
Wichtig

Umsetzung eines Sonderwunsches

Nicht selten vereinbaren Wohnungserwerber mit dem Bauträger Sonderwünsche, die Auswirkungen auf das Gemeinschaftseigentum haben. Mit der Entstehung einer werdenden Wohnungseigentümergemeinschaft verliert der Bauträger allerdings seine uneingeschränkte Verfügungsbefugnis. Sofern er auf Veranlassung eines künftigen Wohnungseigentümers eine Änderung am Gemeinschaftseigentum vornimmt und eine werdende Eigentümergemeinschaft bereits entstanden ist, handelt es sich dabei um eine bauliche Veränderung nach § 22 Abs. 1 WEG. Der Erwerber von Wohnungseigentum, der mit dem teilenden Bauträger eine partiell planwidrige Errichtung der Wohnungseigentumsanlage vereinbart, ist allerdings weder mittelbarer Handlungsstörer noch Zustandsstörer. Von ihm selbst kann demnach nicht die Beseitigung der baulichen Veränderung verlangt werden. Er ist allerdings zur Duldung der Beseitigung verpflichtet.

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