Studie Tomorrow's MBA

Personalisiertes MBA-Studium ist gefragt


Mann arbeitet zuhause

Viele Fach- und Führungskräfte finden ein MBA-Studium weiterhin reizvoll. Je persönlicher das Programm, desto besser. Ein Auslandsstudium verliert hingegen an Zugkraft. Das sind die jüngsten Ergebnisse der Studie "Tomorrow’s MBA".

MBA ist nicht gleich MBA. Neben den klassischen Vollzeitprogrammen sind inzwischen zahlreiche Online-MBAs hinzugekommen – sowie einige Programme, die zwar "MBA" im Titel tragen, aber eigentlich nichts dergleichen sind. Laut der 15. Ausgabe der Studie "Tomorrow’s MBA", durchgeführt von der Beratung Carrington Crisp und der European Foundation for Management Development (EFMD), bleibt die Zahl derjenigen, die einen MBA absolvieren, in der Gesamtheit stabil. Von 1.646 Befragten bekunden 69 Prozent Interesse an einem MBA, und die Hälfte an einem Executive MBA.

MBA-Studium nach Maß

Potenzielle Studierende suchen nach MBAs mit einem hohen Grad der Personalisierung. Früher ging es dabei um die Auswahl an Wahlfächern, heute gehören dazu auch die Karriereunterstützung, für die Business Schools zunehmend KI nutzen. Mindestens jede fünfte befragte Person hebt Karriereentwicklungs-Workshops (22 Prozent) besonders hervor. Kompetenzanalysen und Karrierebewertungen erwarten 21 Prozent, Karriere-Coaching 20 Prozent und Networking-Veranstaltungen mit Alumni und Branchenfachleuten 20 Prozent. Auch zusätzliche Qualifikationen sind eine Individualisierungsoption: Fast zwei Drittel der Befragten geben an, dass sie den Erwerb einer Qualifikation bei einem Berufsverband in Betracht ziehen, um ihr MBA-Studium zu ergänzen.

Lernpräferenzen beim MBA: am liebsten online, blended oder hybrid

Ein leicht wachsender Anteil der Kandidatinnen und Kandidaten bevorzugt ein Vollzeitstudium in Präsenz, nämlich 35 Prozent – im Vergleich zu 33 Prozent im Vorjahr. 18 Prozent liebäugeln mit einem berufsbegleitenden Präsenzstudium. Spitzenreiter in der Gunst der Studieninteressierten bleiben jedoch flexible Formate – blended, hybrid oder vollständig online wollen 47 Prozent studieren. Das spiegelt sich auch in einer starken Präferenz für ein 24-monatiges-Format, denn Online-Studiengänge dauern in der Regel länger. 29 Prozent optieren dafür. 15 Prozent möchten den MBA hingegen so schnell wie möglich abschließen, in einem 12-monatigen Programm.

Interesse am MBA-Studium im Ausland rückläufig

Die Attraktivität eines Ausland-Studiums ist laut der Studie erneut zurückgegangen. Vor zwei Jahren hatten noch fast vier von zehn Befragten (39 Prozent) ein internationales Studium in Betracht gezogen. Der Anteil sank im vergangenen Jahr auf 35 Prozent und landet nun bei 31 Prozent. Das hat nicht nur mit strengeren Visabestimmungen in traditionell führenden Zielländern wie den USA zu tun. Unter denjenigen, die ein Studium im Heimatland vorziehen, glaubt nahezu die Hälfte, dass es dort gute Business Schools mit MBA-Angeboten gibt. Das führt der Bericht darauf zurück, dass Wirtschaftshochschulen in vielen Teilen der Welt gewachsen sind – vor allem in Asien – und somit eine größere Auswahl an Optionen am Heimatort besteht. Etwas mehr als ein Drittel der Befragten nennt die hohen Kosten des Ausland-Studiums als Hürde. 35 Prozent sind der Meinung, sie könnten ihren Job nicht aufgeben, um für ein internationales Studium ins Ausland zu gehen.

Künstliche Intelligenz als MBA-Thema

Der MBA entfernt sich zudem weiter vom Bild der generalistischen Managementausbildung. Zwar zählen klassische Fächer weiter: 39 Prozent der Befragten nennen das Wirtschafts- und Finanzumfeld als wertvolles Thema, 32 Prozent Wirtschaftsrecht, 24 Prozent Corporate Finance. Doch daneben rücken bisherige Randfächer ins Blickfeld: Change Management fokussieren 24 Prozent, Verhaltenswissenschaften 18 Prozent und Klimawandel 13 Prozent.

Am stärksten prägt aber KI die Nachfrage: 56 Prozent halten die Technologie für ein wertvolles MBA-Thema, nach 53 Prozent im Vorjahr. Danach folgen Cybersicherheit, Datenanalyse und Entscheidungsfindung, digitales Marketing sowie Kryptowährungen und digitale Zahlungssysteme. Auch verantwortungsvolles Management, ethische Führung, Diversität und globale Herausforderungen sind den angehenden Studierenden weiterhin wichtig – wenn auch etwas weniger als im Vorjahr.

Alternativen zum MBA bleiben attraktiv

Die Studie verweist außerdem auf die zahlreichen Alternativen zu einem MBA, die diesem weiterhin Konkurrenz machen. Mehr als ein Viertel (28 Prozent) gibt an, eher einen spezialisierten Masterabschluss als einen MBA in Erwägung zu ziehen. Während der Master traditionell eher mit einem Studium vor dem Berufseinstieg verbunden wird, hat eine wachsende Zahl von Hochschulen Angebote für Berufserfahrene entwickelt.

Ein Viertel prüft berufliche Qualifikationen wie CPA, ACCA oder CIM anstelle eines MBA. Darüber hinaus ziehen mindestens 15 Prozent auch ein Zertifikat oder Diplom, unternehmensinterne Weiterbildung oder kontinuierliche berufliche Entwicklung in Betracht. Meist geschieht dies laut der Studie in Fachbereichen, die angehende Studierende aktuell als zentral für ihre Karriere ansehen.


Über die Studie: Die Studie "Tomorrow’s MBA" führten die Beratung Carrington Crisp und die EFMD im November und Dezember 2025 durch. Befragt wurden 1.646 Personen aus 35 Ländern. 83 Prozent waren zwischen 25 und 40 Jahre alt, 56 Prozent männlich, 43 Prozent weiblich. Alle Befragten mussten offen für einen MBA sein oder einen solchen erwägen, um an der Umfrage teilnehmen zu können. Knapp drei Viertel der Befragten verfügten über drei bis zwölf Jahre Berufserfahrung.


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