Einschreibung von Frauen in MBA-Programmen auf Höchststand
Erstmals haben sich mehr als 6.000 Frauen in Vollzeit-MBA-Programme an den 61 Mitgliedshochschulen der Forté Foundation in den USA, Kanada und Europa eingeschrieben. Das meldete die Non-Profit-Organisation, die sich für die Chancen für Frauen in Führungspositionen durch den Zugang zu betriebswirtschaftlicher Ausbildung einsetzt, im Herbst 2024.
Insgesamt liegt der Frauenanteil in Vollzeit-MBA-Programmen weiterhin bei 42 Prozent – genauso wie im Vorjahr. Langfristig zeigt sich aber ein positiver Trend: In den vergangenen fünf Jahren ist der Anteil der Frauen in den Vollzeit-MBA-Programmen um fast vier Prozentpunkte gestiegen. Als Forté im Jahr 2002 gegründet wurde, waren nur 28 Prozent der MBA-Studierenden Frauen.
Acht Business Schools mit Geschlechterparität
2024 erreichten acht Hochschulen einen Frauenanteil von 50 Prozent oder mehr – im Vorjahr waren es noch fünf. Einen besonders hohen Frauenanteil haben die Johns Hopkins University (Carey Business School) mit 59 Prozent sowie die George Washington University (School of Business) und die EDHEC Business School mit jeweils 58 Prozent. Außerdem gehören die Washington University in St. Louis (Olin Business School), die Northeastern University (D'Amore-McKim School of Business), die University of Texas at Dallas (Naveen Jindal School of Management), die Duke University (The Fuqua School of Business) und die Northwestern University (Kellogg School of Management) zu den Schulen mit Geschlechterparität. Acht weitere Hochschulen übersteigen die 45-Prozent-Marke.
Gesamtzahl der Frauen in MBA-Programmen steigt
Die Zahl der Frauen in den Vollzeit-MBA-Programmen der Forté-Mitgliedsschulen ist auf den Rekordwert von 6.166 gestiegen. Hauptgrund ist der gestiegene Frauenanteil unter den Studierenden generell. 2020 zählte Forté 52 Mitgliedsschulen. An diesen stieg die Zahl der eingeschriebenen Frauen bis 2024 um 13 Prozent – deutlich mehr als das Gesamteinschreibungswachstum von 3 Prozent. Zwischen 2020 und 2024 traten neun weitere Schulen dem Netzwerk bei, ein weiterer Treiber für die steigende Zahl der Studentinnen. An den ursprünglichen 52 Schulen lag der Frauenanteil 2020 bei 39 Prozent, 2024 bei 42 Prozent. Die neuen Mitgliedsschulen hatten zuletzt einen Frauenanteil von durchschnittlich 45 Prozent.
Frauenanteil: Nicht-US-Schulen holen auf
Die Nicht-US-Mitgliedsschulen von Forté – darunter zwölf aus Europa (fünf aus dem Vereinigten Königreich, je drei aus Frankreich und Spanien, eine aus der Schweiz, keine aus Deutschland) – verzeichneten im Herbst einen leichten Anstieg des Frauenanteils um weniger als einen halben Prozentpunkt. Mehr als die Hälfte dieser Hochschulen meldete Zuwächse. Lag der Frauenanteil in Business Schools außerhalb der USA in der Vergangenheit meist unter dem US-Niveau, so ziehen die internationalen Schulen nun gleich: Beide Gruppen erreichen im Schnitt einen Frauenanteil von 42 Prozent.
Stabil, trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten
"Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und Herausforderungen bei Vielfalt und Gleichberechtigung sehen wir weiterhin Fortschritte", sagt Elissa Sangster, CEO der Forté Foundation. Zwar stagniert der Frauenanteil auf Vorjahresniveau, doch das Umfeld hat sich verändert. In wirtschaftlich schwächeren Zeiten steigt oft die Nachfrage nach MBA-Programmen – vor allem, wenn die Zahl der Neueinstellungen sinkt. Frauen zeigen sich dabei oft zurückhaltender als Männer. Ein Grund: Sie verdienen im Schnitt weniger und müssen für ein MBA-Studium höhere Schulden aufnehmen.
Herausforderungen nehmen zu
Die aktuellen Forté-Zahlen stammen aus der Zeit vor der US-Präsidentschaftswahl im November - die Herausforderungen dürften seither noch zugenommen haben. Inzwischen stehen Diversity-Programme, vor allem in den USA, verstärkt unter Druck. Die AACSB, wie weltweit als größte Akkreditierungsorganisation gilt, hat ihre Diversitätsrichtlinien aufgehoben, manche Schulen sind gefolgt. Mehreren Forté-Mitgliedsschulen wurden zudem Bundesmittel gestrichen – darunter Harvard, Columbia, Cornell und Northwestern.
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