Tarifliche Ausbildungsvergütung stark gestiegen
Die tariflichen Ausbildungsvergütungen verzeichneten im Jahr 2025 einen kräftigen Anstieg von 6,7 Prozent. Dies war der höchste Anstieg seit dem Jahr 1992, als das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erstmals Daten für das wiedervereinigte Deutschland erhoben hat. Mit 6,9 Prozent wurden die tariflichen Ausbildungsvergütungen im Osten etwas stärker erhöht als im Westen mit 6,6 Prozent. Zwischen den Ausbildungsbereichen unterschieden sich die tariflichen Ausbildungsvergütungen zum Teil deutlich.
Ausbildungsvergütung 2025: Starker Anstieg im zweiten Jahr in Folge
Damit sind die tarifvertraglichen Ausbildungsvergütungen zum zweiten Mal in Folge stark gestiegen. Bereits 2024 wurde mit 6,3 Prozent eine starke Zunahme gemessen, die sich im Jahr 2025 mit 6,7 Prozent noch einmal erhöhte. Auszubildende in tarifgebundenen Betrieben erhielten 2025 bundesweit im Durchschnitt über alle Ausbildungsjahre hinweg 1.209 Euro brutto im Monat und damit rund 76 Euro mehr als 2024.
Im ersten Ausbildungsjahr lagen die Vergütungen bei durchschnittlich 1.117 Euro, im vierten Jahr betrugen sie 1.339 Euro. Durch die hohen Zuwächse konnten die Verluste bei den realen Vergütungen, insbesondere zwischen 2021 und 2023, weitgehend ausgeglichen werden, ergaben die jährlichen Auswertungen der tariflichen Ausbildungsvergütungen durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).
Ausbildungsvergütung 2025: Stärkerer Anstieg in Ostdeutschland
Die tariflichen Ausbildungsvergütungen in Ost- und Westdeutschland haben sich über die Jahre immer weiter angenähert und lagen 2024 zum ersten Mal auf ähnlicher Höhe (1.133 Euro im Westen zu 1.135 Euro im Osten). Auch 2025 ergaben sich nur geringe Unterschiede von fünf Euro zugunsten des Ostens. Mit 6,9 Prozent erhöhten sich die tariflichen Ausbildungsvergütungen im Osten etwas stärker als im Westen mit 6,6 Prozent. Somit erhielten die ostdeutschen Auszubildenden 2025 im Durchschnitt 1.213 Euro pro Monat, die westdeutschen Auszubildenden 1.208 Euro. Kurz nach der Wiedervereinigung, im Jahr 1992, lagen die tariflichen Ausbildungsvergütungen mit 321 Euro im Osten und 472 Euro im Westen noch weit auseinander.
Ausbildungsvergütung nach Region: Baden-Württemberg weiterhin Spitzenreiter
Der kräftige Anstieg der Ausbildungsvergütungen in Ostdeutschland wirkt sich auch auf die Differenzierung nach Bundesländern aus. So stehen alle ostdeutschen Bundesländer im Ländervergleich in der obere Hälfte der Rangliste und liegen in einem Korridor zwischen 1.224 Euro und 1.208 Euro neben Hamburg, Bayern und Berlin.
Die höchsten durchschnittlichen Ausbildungsvergütungen werden weiterhin in Baden-Württemberg gezahlt (1.257 Euro). Hamburg liegt an zweiter Stelle, dort waren die Vergütungen rund 30 Euro bzw. 2,7 Prozent niedriger. Der Abstand zu Nordrhein-Westfalen, das mit 1.185 Euro wie bereits 2024 den niedrigsten Vergütungsdurchschnitt aufwies, betrug rund 70 Euro bzw. 6,1 Prozent.
Ausbildungsvergütung 2025: 56 Prozent der Azubis verdienen mehr als 1.200 Euro
Insgesamt erhielten 2025 rund 56 Prozent der Auszubildenden, die in einem tarifgebundenen Betrieb lernten, eine Ausbildungsvergütung von mehr als 1.200 Euro; etwa ein Fünftel der Auszubildenden verdiente sogar mehr als 1.350 Euro. Mit geringen Vergütungen von weniger als 1.050 Euro musste ebenfalls ein Fünftel der Auszubildenden leben. Etwa sechs Prozent aller Auszubildenden erhielten weniger als 950 Euro im Monat.
Die höchsten tariflichen Ausbildungsvergütungen gab es 2025 im öffentlichen Dienst mit 1.329 Euro. Deutlich oberhalb des gesamtdeutschen Durchschnittswerts von 1.209 Euro befanden sich auch die Hauswirtschaft mit 1.295 Euro und Industrie und Handel mit 1.266 Euro. Ein mittleres Vergütungsniveau ergab sich für die Landwirtschaft mit 1.188 Euro. Die niedrigsten tariflichen Ausbildungsvergütungen wurden wie bereits im Vorjahr für das Handwerk mit 1.093 Euro und die freien Berufe mit 1.098 Euro ermittelt. Somit lagen rund 230 Euro, und damit etwa 30 Euro mehr als im Vorjahr, zwischen den Ausbildungsbereichen mit den höchsten und niedrigsten Vergütungen.
Ausbildungsvergütung nach Berufen: Azubis in der Milchtechnologie verdienen am meisten
Je nach Ausbildungsberuf zeigen sich erhebliche Unterschiede in der Vergütungshöhe. Der Spitzenreiter des Jahres 2024 – Rohrleitungsbauer/-in – (1.377 Euro) konnte seine Position nicht behaupten. Die im gesamtdeutschen Durchschnitt höchsten tariflichen Ausbildungsvergütungen wurden 2025 im Beruf Milchtechnologe/-technologin mit monatlich 1.463 Euro gezahlt. Auf dem zweiten Platz landete der/die Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzanlagen mit 1.404 Euro. In 47 Berufen lagen die tariflichen Vergütungen im Durchschnitt über alle Ausbildungsjahre hinweg bei 1.300 Euro oder mehr.
Für 15 Berufe wurde ein bundesweiter Durchschnittswert von weniger als 1.000 Euro ermittelt. Zehn dieser Berufe gehören zum Handwerk, zum Beispiel Maler/-in und Lackierer/-in (985 Euro), Bodenleger/‑in (950 Euro) oder Friseur/-in (727 Euro). Letzterer ist der Beruf mit den insgesamt niedrigsten tariflichen Ausbildungsvergütungen. Mit dem Beruf Pharmazeutisch-kaufmännische/-r Angestellte/-r (925 Euro) befand sich auch ein Beruf aus dem Ausbildungsbereich der freien Berufe in dieser Gruppe.
Hoher Anstieg der Ausbildungsvergütung in der Hauswirtschaft
In den Ausbildungsbereichen im öffentlichen Dienst, in der Hauswirtschaft sowie in Industrie und Handel lagen die tariflichen Ausbildungsvergütungen über dem gesamtdeutschen Durchschnitt. Dort sind auch die Zuwächse im Vergleich zum Vorjahr überdurchschnittlich ausgefallen. So stiegen die Vergütungen in der Hauswirtschaft um 8,4 Prozent, im öffentlichen Dienst um 7,7 Prozent und in Industrie und Handel um 7,2 Prozent. In der Landwirtschaft, in den freien Berufen und im Handwerk waren die tariflichen Vergütungen unterdurchschnittlich. Auszubildende im öffentlichen Dienst erhielten im Durchschnitt knapp 22 Prozent höhere Vergütungen als Auszubildende im Handwerk.
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