26.04.2012 | Top-Thema Müde – matt – minderwertig: Burnout?

Persönlichkeitstypen

Kapitel
Nicht alle verzweifeln an den gleichen Arbeitsbedingungen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Perfektionismus und Ehrgeiz, die Unfähigkeit "Nein" zu sagen, Idealismus und das sogenannte Helfersyndrom sind der persönliche Nährboden, auf dem sich ein Burnout-Syndrom gut entwickeln kann.

Die Besten und Engagiertesten heben sich durch persönliche Eigenschaften hervor, die jeder Arbeitgeber schätzt: Perfektionismus und Ehrgeiz. Diese vermeintlichen Stärken können aber auch gefährlich werden: Der Perfektionist macht am liebsten alles alleine und kann nur schwer delegieren. Er arbeitet hart und unablässig an seinen hoch gesteckten Zielen. Und der Ehrgeizige sucht stets neue Herausforderungen, will immer der Erste und Beste sein – und kommt kaum zur Ruhe. Das betrifft auch schon junge Leute nach wenigen Berufsjahren.

Schwer schützen können sich auch Menschen, die nicht Nein sagen können. Sie scheuen Konflikte und es gelingt ihnen nicht, Grenzen zu setzen. Meist neigen Frauen dazu, sich mehr aufzuladen, als sie bewältigen können.

Der Idealist übernimmt zusätzlich Aufgaben, die ihn beanspruchen. Ehrenamtlich ist er im Unternehmen oder in seiner Freizeit tätig. Für Entspannung bleibt kaum Zeit.

Auch Menschen mit dem sog. Helfersyndrom sind über kurz oder lang gefährdet. Sie opfern sich scheinbar für andere auf, helfen, wann immer sie gebraucht werden, und haben stets ein offenes Ohr für die Sorgen der anderen. Solche Persönlichkeiten finden sich in vielen Berufsgruppen, nicht nur im sozialen Bereich.

Solche Typisierungen werden immer wieder im Zusammenhang mit dem Burnout-Syndrom gelistet. Dabei machen solche persönlichen Merkmale an sich nicht krank. Treffen diese innere Faktoren allerdings auf schwierige Arbeitsbedingungen, können sie dazu führen, dass sich aus den vermeintlichen Stärken eine unerträgliche Situation entwickelt: Beruf und Privatleben lassen sich dann nicht mehr vereinbaren, soziale Kontakte brechen ab und Momente der Erholung und Entspannung fallen weg.

Und wann schalten Sie ab?

Unsichere Arbeitsplätze und ständige Veränderungen fordern Flexibilität und Mobilität. Wer einmal früher Feierabend macht, den plagt oft das schlechte Gewissen. Viele arbeiten deshalb auch vor und nach der Arbeit, also eigentlich immer. Die einen vereinbaren mit dem Handy auch am Feierabend Termine oder schreiben am Laptop zu Hause geschäftliche E-Mails. Andere schneiden Freunden und Familienangehörigen am Wochenende die Haare, um den geringen Lohn als Friseur aufzubessern.

Anzeichen für Burnout

Körperliche Erschöpfung macht sich bemerkbar durch:

  • mangelnde Energie,
  • permanente Müdigkeit,
  • Schwäche,
  • verspannte Muskulatur,
  • Kopf- und Rückenschmerzen,
  • Magen-/Darmbeschwerden und
  • Schlafstörungen.

Emotionale Erschöpfung macht sich bemerkbar durch:

  • Niedergeschlagenheit,
  • Hilflosigkeit,
  • Hoffnungslosigkeit,
  • Leere und Verzweiflung,
  • Entmutigung und Resignation.

Mentale Erschöpfung macht sich bemerkbar durch:

  • eine negative Einstellung zu sich selbst, zur Arbeit und zum Leben,
  • den Verlust der Selbstachtung,
  • das Gefühl der Unzulänglichkeit oder
  • das Gefühl der Minderwertigkeit.

Schlagworte zum Thema:  Gesundheitsmanagement, Gesunde Führung, Burn-out-Syndrom

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