26.04.2012 | Top-Thema Müde – matt – minderwertig: Burnout?

Krankheitsbilder

Kapitel
Burnout-Erkrankte können ihr Leistung nicht mehr komplett abrufen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die starken Veränderungen im Arbeitsleben der vergangenen Jahre wie die Verdichtung der Arbeit und unsichere Arbeitsplätze sind Faktoren, die die Entstehung von Burnout fördern.

Psychische Belastungen gibt es in nahezu jedem Beruf. Auffällig ist jedoch, dass die Ausfalltage wegen psychischen Beschwerden kontinuierlich steigen und bereits Platz vier in der Statistik einnehmen. Die Ursachen sind dabei fast immer dauerhaft hohe körperliche oder geistige Anforderungen im Beruf, kombiniert mit überhöhten eigenen und/oder gesellschaftlichen Ansprüchen. Treffen schlechte Arbeitsbedingungen und extreme persönliche Eigenschaften aufeinander und fehlen außerdem soziale Kontakte, dann steigt das Burnout-Risiko stark an. Der Verlauf ist schleichend und kann sich in Phasen über Wochen oder Jahre hinziehen.

Aufgrund beruflicher Überbelastung sind bislang drei Krankheitsbilder bekannt: Neurasthenie, Depression und das Burnout-Syndrom.

Ihre Symptome überschneiden sich häufig, was die differenzierte Diagnose erschwert.

Unter "Syndrom" versteht man ein Krankheitsbild mit mehreren Symptomen. Beim Burnout-Syndrom ist das unter anderem sinkende Leistungsfähigkeit - denn wer sich nicht erholen und abschalten kann, erschöpft körperlich, emotional und mental. Aber auch steigende Demotivation und Zynismus sind Symptome für einen Burnout.

Die Ausfallzeiten bei psychischen Krankheiten sind vergleichsweise lang – oft länger als sechs Wochen. Ein Grund dafür liegt darin, dass die Betroffenen lange Zeit nicht wahr haben wollen, dass sie krank sind. Dazu kommt, dass psychische Beschwerden noch immer stigmatisiert werden und viele den Gang zum Psychologen oder Psychotherapeuten scheuen. So kommt es, dass Burnout recht spät festgestellt wird. Dadurch ergeben sich lange Behandlungszeiten. Präventive Maßnahmen können helfen, dass psychische Belastungen verhindert werden und krankhafte Folgen ausbleiben.

Das Arbeitsleben hat sich zuletzt schnell stark verändert, unter anderem durch Globalisierung, alternde Erwerbsbevölkerung oder Outsourcing. Lange Arbeitszeiten, mehr Arbeit für weniger Beschäftigte und unsichere Arbeitsplätze sind die Konsequenzen. Das belastet körperlich und seelisch. Für das Burnout-Syndrom können solche äußeren Faktoren eine Rolle spielen.

Einzelne Stressfaktoren lassen sich allerdings noch bewältigen. Doch kommen mehrere zusammen, kann das den Stärksten in die Knie zwingen. Nach und nach lässt die Arbeitsleistung nach: Sie kann bis auf 60 Prozent sinken. Das kann auch die Kollegen gefährden, denn sie müssen mehr Arbeit übernehmen und riskieren, sich selbst zu überlasten. So breitet sich das Burnout-Syndrom in der Belegschaft aus.

Schlagworte zum Thema:  Gesundheitsmanagement, Gesunde Führung, Burn-out-Syndrom

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