26.04.2012 | Top-Thema Müde – matt – minderwertig: Burnout?

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Bild: Haufe Online Redaktion

Fragen zum Thema Burnout? Wir antworten.

1. Wen kann Burnout treffen?

Jeden! Die meisten Betroffenen sind Erwerbstätige zwischen 30 und 40 Jahren. Doch bereits bei Schülern wird heute die Diagnose Burnout gestellt. Auch Auszubildende leiden immer häufiger unter Druck am Ausbildungsplatz. Schon Leute Ende 20 haben vermehrt psychische Probleme und fühlen sich ausgebrannt. Besonders, wer in jungen Jahren Führungspositionen übernimmt und außer Ehrgeiz und Fleiß kein weiteres Rüstzeug dafür mitbringt, ist gefährdet. Burnout kann vor allem dann entstehen, wenn die eigene Persönlichkeit nicht mit der Arbeitsumwelt harmoniert.

 

2. Woran kann ich erkennen, ob ein Mitarbeiter körperlich oder geistig erschöpft ist?

Folgende Merkmale können darauf hindeuten, dass eine Belastung zu lange anhält und überfordert:

  • veränderte Essgewohnheiten,
  • sichtbare Gewichtszunahme oder -abnahme,
  • erhöhte Anfälligkeit für Infektionen,
  • vermehrter Alkohol- oder Medikamentenkonsum,
  • unbeherrschtes Weinen,
  • fehlende Kontrolle von Emotionen,
  • Reizbarkeit,
  • Vereinsamung,
  • Lustlosigkeit,
  • Zynismus, Verachtung, Aggressivität,
  • Verlust der Kontaktbereitschaft gegenüber Kollegen.

 

3. Lässt sich Burnout messen?

Ja. Mit dem Maslach Burnout Inventory (MBI) lassen sich die drei Dimensionen emotionale Erschöpfung, Depersonalisierung und reduzierte, persönliche Leistungsfähigkeit erfassen. Mit dem Messinstrument Burnout-Screening Inventory (BSI) lässt sich der Grad des Syndroms in leicht, mittel und schwer einstufen.

Das Krankheitsbild ist schon seit vielen Jahrzehnten bekannt und wird immer häufiger diagnostiziert. Trotzdem ist es noch nicht in die "Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme" (ICD-10) eingeordnet worden. Dort wird die Diagnose unter Z73.0, "Zustand der totalen Erschöpfung" verschlüsselt. Auch ein Eintrag im "Diagnostischen und Statistischen Handbuch Psychischer Störungen" (DSM) fehlt bisher.

 

4. Welche Hilfsangebote gibt es?

Im Internet finden sich hilfreiche Themenseiten und Selbsthilfegruppen. Sie bieten anonyme Informationsmöglichkeiten.

Haus- und Betriebsärzte können Adressen zu Psychologen und Psychotherapeuten vor Ort vermitteln.

 

5. Welche Behandlung hilft bei Burnout?

Burnout ist ein Krankheitsbild, das in der Arbeitswelt geprägt wird. Um es zu verhindern, müssen vor allem Arbeitsmediziner und Psychotherapeuten zusammenarbeiten.

Auch bei der Behandlung ist ein integrativer Ansatz notwendig. Dabei werden mehrere Methoden wie Körpertherapie, Entspannungsmethoden, Erholung, sportliche Aktivierung und Psychotherapie kombiniert.

Schlagworte zum Thema:  Gesundheitsmanagement, Gesunde Führung, Burn-out-Syndrom

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