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08.06.2016 | Serie Kolumne E-Learning

Googlen reicht nicht: Mit Basiswissen zum digitalen Lernen

Serienelemente
Die Journalistin Gudrun Porath berichtet in ihrer Kolumne regelmäßig Neues rund ums Thema "E-Learning".
Bild: Haufe Online Redaktion

Was gibt's Neues auf dem E-Learning-Markt? Unsere E-Learning-Expertin Gudrun Porath analysiert in ihrer Kolumne den Markt. Heute: Wer schnell etwas wissen will, googelt meist danach. Doch digitales Lernen erfordert mehr, hat der Gedächtnistrainer Markus Hofmann auf dem Gabal-Kongress analysiert.

Anfang Juni feierte der Trainerverband Gabal e.V. sein 40-jähriges Bestehen mit einem zweitägigen Kongress. Eine der zentralen Fragen der Teilnehmer war: Wie verändert sich die Weiterbildung in Zeiten der Digitalisierung? Der Keynote-Speaker Markus Hofmann warnte davor, den Menschen einzureden, sie bräuchten nichts mehr zu wissen, weil es völlig ausreiche, wenn man via Smartphone Wissen herbei googeln und über Social-Media-Tools immer jemanden aus einem Expertenkreis etwas fragen könne.

Nicht alles dem Handy überlassen

Man dürfe das Denken, Merken und Erinnern nicht dem Handy überlassen, sagte Hofmann und betonte, dass er keiner von denen sei, die Angst hätten, dass das Internet die Menschen in die digitale Demenz treibe. Aber man brauche Medienkompetenz und vor allem einen Grundstock an Basiswissen, um gewisse Gefahren umschiffen zu können.

Der Speaker war sich sicher: "Wer kein Grundraster an Wissen hat, wird sich auch über das Internet kein Wissen aufbauen können." Man brauche eine durch formale Bildung erworbene Basis, bevor man das Wissen aus den Social-Media-Kanälen filtern und zu etwas Neuem verknüpfen könne. Motto: Erst selber was lernen, dann klappt es auch mit dem Konnektivismus.

Gut verdautes Basiswissen ist Pflicht

Den Menschen gehe langsam aber sicher das Grundwissen verloren, beobachtet Hofmann. Wenn jeder die 50 Grundbegriffe kennen würde, die relevant seien, um die Entwicklung von der Weimarer Republik hin zum Dritten Reich zu beschreiben, dann liefe die aktuelle Diskussion über den Rechtsradikalismus viel fundierter ab, war sich der Keynote-Speaker sicher.

Natürlich weiß auch er, dass die Menschen heute keine Lust haben, sich weder die sieben Weltwunder noch die 50 wichtigsten Fakten zu einer Geschichtsepoche zu merken. Aber Hofmann blieb bei seiner Meinung: Die Digitalisierung biete nur dem ein unerschöpfliches Potenzial zum Lernen, der ein gut verdautes Basiswissen habe.

Basiswissen spielend erarbeiten

Da Hofmann zugleich Gedächtnistrainer ist, lieferte er die frohe Botschaft gleich mit: Dieses Basiswissen kann man sich mit den Techniken des Gedächtnistrainings "spielend" erarbeiten. Wem es nicht so leicht fällt, darf dann doch das Internet zur Hilfe nehmen und mit einem Youtube-Video die berühmte Gedächtnisstütze "Körperliste" erlernen. Und wenn es gar nicht klappt: Hofmann ist auf Facebook und Twitter, er antwortet auf E-Mails und verteilt über seine Homepage kostenlos E-Books.


Autor


ist freie Journalistin – und beobachtet unter anderem für www.haufe.de/personal und "Wirtschaft + Weiterbildung" die Trends auf dem E-Learning-Markt. Ihre Schwerpunktthemen sind das Lernen mit digitalen und sozialen Medien.

E-Learning, Weiterbildung, Lernen, Training, Software, Personalentwicklung

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