Infografik

Führungskräfte identifizieren sich deutlich mehr mit den Unternehmenszielen und der unternehmensweiten Strategie als Mitarbeiter, so die Analyse der Racer Benchmark Group. Danach stehen mehr als 80 Prozent der Führungskräfte hinter den Zielen und der Strategie des Unternehmens, bei den Mitarbeitern sind es nur 65 Prozent.

Das Benchmark-Thema "Vertrauen in die Strategie" umfasst unter anderem Fragen zur Bekanntheit und Akzeptanz von Strategie und Zielen der Organisation, sowie zum Vertrauen in den Vorstand. Dabei zeigt sich, dass sich Führungskräfte insgesamt eher mit der Strategie und den Zielen ihres Unternehmens identifizieren können als Mitarbeiter. Auf einer Skala von eins (höchste Ablehnung) bis fünf (höchste Zustimmung) bewerten Führungskräfte (4,14) die Aspekte im Bereich Strategie insgesamt deutlich positiver als Mitarbeiter (3,64).

Unternehmensstrategie besser kommunizieren

„Insbesondere für Großunternehmen stellt die Aufgabe, ihre Strategie und Ziele organisationsweit und hierarchieübergreifend zu kommunizieren und dafür eine Akzeptanz zu gewinnen, sicherlich eine Herausforderung dar“, erklärt Detlef Hartmann, CEO der Racer Benchmark Group. So stimmen 82,2 Prozent der Führungskräfte der Aussage zu „Ich stehe voll und ganz hinter den Zielen und der Strategie meines Unternehmens.“ Bei den Mitarbeitern sind es dagegen nur 64,9 Prozent.

Besonders für Großunternehmen stellt die Aufgabe, ihre Strategie und Ziele zu kommunizieren, eine Herausforderung dar."
Detlef Hartmann, CEO der Racer Benchmark Group.

Führungskräfte haben mehr Vertrauen in Vorstände

Des Weiteren geben in Bezug auf die Bekanntheit der Strategie und Ziele nur 50,9 Prozent der Mitarbeiter an, diese so gut zu kennen, dass sie sie einem neuen Kollegen erklären könnten, während dies bei den Führungskräften 76,1 Prozent bejahten. Ähnlich haben die Führungskräfte auch hinsichtlich des Vertrauens in ihre Vorstände eine positivere Einschätzung. So geben 62,4 Prozent der Mitarbeiter an Vertrauen in den Vorstand zu haben, bei den Führungskräften sind es 78,8 Prozent. 

Kaum Unterschiede des Index-Wertes finden sich hingegen mit Blick auf gewerbliche (3,66) und nicht-gewerbliche Mitarbeiter (3,76) oder in Bezug auf Geschlechterunterschiede (männlich: 3,66, weiblich: 3,73).

Ältere Mitarbeiter mit der Firmenstrategie besser vertraut

Interessant ist allerdings ein Vergleich des Index „Vertrauen in die Strategie“ über verschiedene Altersgruppen. So fällt der Index bei den über 56-Jährigen (3,95) positiver aus als bei den unter 25-Jährigen (3,68). Der Detailblick auf die Kenntnis der Strategie und Ziele zeigt ebenfalls, dass die Älteren eher angeben die Strategie und Ziele zu kennen (41-55 Jahre: 3,52 und 56 plus: 3,56), als die Jüngeren (unter 25 Jahre: 3,33 und 26-40 Jahre: 3,29).

Deutschland Schlusslicht im internationaler Vergleich

Mit einem Mittelwert von 3,7 ist Deutschland insgesamt Schlusslicht im internationalen Vergleich des Index „Vertrauen in die Strategie“. Indien führt mit 4,23 die Liste an, gefolgt von Russland (4,16), China (4,05), Brasilien (4,01), Türkei (3,98), USA (3,84).

Neben der kritischeren Bewertung der Bekanntheit der Strategie und Ziele fällt vor allem auf, dass in Deutschland die Aussage „Ich stehe voll und ganz hinter den Zielen und der Strategie“ deutlich weniger Zustimmung erfährt (3,85), während alle anderen Länder hier Werte über 4,05 aufweisen.

Autoren:  

Dr. Tammo Straatmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter Arbeits- und Organisationspsychologie, Universität Osnabrück

M.Sc. Psych. Svenja Schumacher, wissenschaftliche Mitarbeiterin Arbeits- und Organisationspsychologie, Universität Osnabrück

Prof. Dr. Karsten Müller, Leitung des Fachgebiets für Arbeits- und Organisationspsychologie der Universität Osnabrück

Schlagworte zum Thema:  Benchmarking, Kennzahl, Strategie