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Führung macht Spaß: Nahezu alle Führungskräfte in großen Konzernunternehmen haben Spaß an der Arbeit – unter den Mitarbeitern sind es nur drei von vier, so die Analyse der Racer Benchmark Group. Spaß trägt wesentlich zur Arbeitszufriedenheit bei.

Als einer der zentralen Bereiche des Arbeitslebens umfasst der Bereich "Zufriedenheit mit der Arbeit" unter anderem Fragen zum Spaß an der Arbeit und zur Zufriedenheit mit der Organisation der Arbeitsabläufe sowie der Möglichkeit, eigene Kenntnisse und Fähigkeiten im Arbeitsalltag einzubringen. 

Dabei zeigt sich: Knapp 90 Prozent der befragten Führungskräfte geben an, Spaß an ihrer Arbeit zu haben, bei den Mitarbeitern sind es rund 74 Prozent.

HR-Kennzahl: Arbeitszufriedenheit

Insgesamt liegt der Indexwert im Bereich Zufriedenheit mit der Arbeit für alle Daten aus Deutschland bei 3,95 auf einer Skala von eins (höchste Ablehnung) bis fünf (höchste Zustimmung). „Dieser Wert als Beleg dafür, dass viele Mitarbeiter mit den Inhalten ihrer täglichen Arbeit recht zufrieden sind, ist im Vergleich zur Bewertung anderer organisationaler Aspekte überdurchschnittlich“, erklärt Professor Karsten Müller von der Uni Osnabrück.

Organisation der Arbeitsabläufe als Manko

Ähnlich zum Unterschied zwischen Mitarbeitern und Führungskräften findet sich, dass Mitarbeiter im nicht-gewerblichen Bereich (4,16) beim Index Arbeit zufriedener sind als die Mitarbeiter im gewerblichen Bereich (3,95).

Zudem ist interessant, dass – obwohl fast drei Viertel der Mitarbeiter Spaß an der Arbeit haben und knapp 80 Prozent angeben, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten gut einbringen können – nur etwas mehr als die Hälfte der Mitarbeiter eine Zufriedenheit mit der Organisation der Arbeitsabläufe angeben. Besonders stechen hier die 26- bis 40-Jährigen als am wenigsten zufrieden heraus (3,32), wohingegen über 56-Jährige am zufriedensten sind (3,6).

Im Kontrast zu den jüngsten Mitarbeitern (unter 25; 4,0), sind die über 56-Jährigen auch am zufriedensten (4,23), wenn es um das Einbringen des eigenen Know-hows geht.

Zwischen den Geschlechtern ist bei der Bewertung im Themengebiet der eigenen Arbeit kaum ein Unterschied auszumachen (Männlich: 3,91; Weiblich: 4,01).

Arbeitszufriedenheit weltweit: Deutschland im Mittelfeld 

Auch im internationalen Vergleich liegen die Länder in der Bewertung des Bereichs eigene Arbeit dicht beisammen, wobei Deutschland im Vergleich der reinen Mittelwerte im Mittelfeld liegt (Türkei: 3,86; USA: 3,94; Deutschland: 3,95; Brasilien: 4,06; China: 4,08; Indien: 4,08; Russland: 4,1).  

Eine mögliche Erklärung, so Detlef Hartmann, CEO der Racer Benchmark Group, könnte sein, dass die Benchmarkdaten auf Erhebungen in erfolgreichen Großunternehmen fußen, die die Mitarbeiterbefragung auch als Instrument der Organisationsentwicklung begreifen.

 

Autoren:  

Dr. Alexander Meier, wissenschaftlicher Mitarbeiter Arbeits- und Organisationspsychologie, Universität Osnabrück

Dr. Tammo Straatmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter Arbeits- und Organisationspsychologie, Universität Osnabrück

Prof. Dr. Karsten Müller, Leitung des Fachgebiets für Arbeits- und Organisationspsychologie der Universität Osnabrück

 

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