16.11.2016 | Fachkräftemangel

Das IT-Recruiting auf Erfolg programmieren

Im Recruiting punkten: Wer in der Arbeitgeberkommunikation die Entwicklung der fachlichen Fähigkeiten in den Vordergrund stellt, hat gute Karten.
Bild: Haufe Online Redaktion

Laut Bitkom gibt es in Deutschland aktuell 51.000 offene Stellen für IT-Spezialisten. Wie also können Unternehmen im Recruiting punkten? Das Karriereportal "Get in IT" hat bei IT-Absolventen nachgefragt. Studienbetreuerin Deborah Liebig stellt die Ergebnisse vor und erklärt, warum Personalentwicklung so wichtig ist.

Mit besten Jobaussichten, optimistisch und fachlich gerüstet für den Berufseinstieg. So streben die Absolventen IT-naher Studiengänge auf den Arbeitsmarkt. Eine steile Karriere haben jedoch nur die wenigsten im Sinn: sie stellen andere Ansprüche als viele ihrer Altersgenossen und sind überraschend flexibel, wenn es um den Traumjob geht. Das ist das Kernergebnis unserer Überblicksstudie, für die wir zusammen mit der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig mehr als 1.000 IT-Nachwuchskräfte befragt haben.

Lieber IT-Experte als Führungskraft

IT-Talente achten vor allem auf Fachkompetenz und eine professionelle Begleitung durch erfahrene Kollegen. Die Nachwuchs-ITler sind also keineswegs so selbstzentriert, wie es oft von der sogenannten Generation Y behauptet wird. Beim Berufseinstieg haben die jungen Computerexperten vielmehr den Aufbau ihrer Fachkompetenz im Blick. Das zeigen die Zahlen: 62 Prozent der Befragten suchen einen Arbeitgeber, der ihnen fachliche Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Außerdem legen die IT-Talente großen Wert darauf, aktuelle Technologien kennenzulernen und mit erfahrenen Mentoren an eigenen Projekten zu arbeiten. Eine Führungskarriere ist dagegen nur für 21 Prozent der Berufsstarter interessant.

Das erwarten ITler von ihrem Arbeitgeber

Aus dem Optimismus der IT-Berufseinsteiger spricht ein gesundes Selbstbewusstsein: neun von zehn schätzen ihre Jobaussichten als mindestens gut ein – 35 Prozent sogar als sehr gut. Als Gegenleistung für sein Fachwissen erwartet der IT-Nachwuchs jedoch eine ansprechende Vergütung (61 Prozent), ein kollegiales Umfeld (55 Prozent) und Flexibilität in der Arbeitszeit (52 Prozent). Ein unbefristetes Anstellungsverhältnis ist für mehr als der Hälfte (51 Prozent) der IT-Talente wichtig. Die geschätzte Bedeutung des Arbeitsstandorts fiel im Vergleich zum letzten Jahr hingegen deutlich - von 40 auf 27 Prozent. 

Antworten aus der Studie: Was ist mir beim Berufseinstieg wichtig?

Bild: Haufe Online Redaktion

Für den Traumjob umziehen?

Die IT-Talente kennen zwar ihren Wert, sind aber durchaus bereit, Zugeständnisse an den Arbeitgeber zu machen. Sie sind sogar außergewöhnlich flexibel, wenn der Job ihren Wunschvorstellungen entspricht. So würden 29 Prozent der Berufseinsteiger für den Traumjob bis zu 90 Minuten pendeln, weitere 20 Prozent sogar zwei Stunden. Mehr als ein Drittel der IT-Talente würde für den passenden Job sofort umziehen. Für 38 Prozent sind Traumjob und ein heimatnaher Standort gleich wichtig.

IT-Absolventen sind keine Stubenhocker!

Wechselnde Projekteinsätze, die Hotelübernachtungen erfordern, werden von der Mehrheit der IT-Talente akzeptiert (52 Prozent). Wenn es der Wunschjob erfordert, sind auch mehrmonatige Auslandsaufenthalte für 23 Prozent der befragten ITler vorstellbar. IT-Berufseinsteiger sind also entgegen alle Vorurteile durchaus bereit, für einen attraktiven Arbeitsplatz zu pendeln, zu reisen oder sogar umzuziehen.

Alle Beiträge zum Thema "Recruiting" finden Sie auf dieser Themenseite.

Konkrete Maßnahmen fürs Recruiting 

Die fachliche Entwicklung ist für IT-Talente Trumpf. Arbeitgeber sollten dieser Erwartungshaltung durch zielgerichtete Kommunikations-,  Onboarding- und Personalentwicklungsmaßnahmen entgegenkommen. Konkret erreichen Sie dieses Ziel, indem Sie passende Einstiegsprogramme entwickeln, denn die IT-Absolventen wünschen sich, gezielt eingearbeitet und mentoriert zu werden (siehe Abbildung). Setzen Sie also auf eine enge Zusammenarbeit zwischen den Personalverantwortlichen und dem IT-Fachbereich. Außerdem sollten Sie weniger die Karrierechancen als vielmehr spannende fachliche Entwicklungsmöglichkeiten in den Mittelpunkt stellen. Sie punkten beim IT-Nachwuchs, wenn Sie deutlich machen, dass eine Spezialistenlaufbahn in Ihrem Unternehmen realistisch ist. 


Die komplette Studie finden Sie auf der Website von "Get in IT". 

Schlagworte zum Thema:  Recruiting, Fachkräfte, IT, Fachkräftemangel, Arbeitgeberattraktivität

Aktuell

Meistgelesen