Digitalisierungsindex Mittelstand Infografik

Unternehmen arbeiten konsequent an der digitalen Transformation. Das zeigt der "Digitalisierungsindex Mittelstand 2019". Deutsche Mittelständler erreichen demnach 56 von 100 Indexpunkten. Das ist erneut ein Indexpunkt mehr als im Vorjahr. Vor allem das Thema künstliche Intelligenz rückt immer stärker in den Fokus.

Der "Digitalisierungsindex Mittelstand" ist eine repräsentative Studie der Telekom, die 2019 das vierte Jahr in Folge durchgeführt wurde. Analysten von Techconsult befragten dafür mehr als 2.000 kleine und mittelständische Unternehmen aus 13 Branchen über den aktuellen Stand ihrer digitalen Transformation. Die Indexwerte bieten eine valide Messgröße für unterschiedliche Digitalisierungsaspekte.

Digitalisierung lohnt sich

"Mittelständische Unternehmen erkennen immer deutlicher, dass sich ihr Einsatz für die Digitalisierung auszahlt. Sie steigern ihren Umsatz, verbessern Prozesse. Und sie gewinnen leichter neue Kunden. Unternehmer kurbeln mit innovativen Technologien ihre Wertschöpfung an," so Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden der Telekom Deutschland. Der Digitalisierungsindex Mittelstand zeigt: Vier von zehn Unternehmen haben durch digitale Projekte Absatz (40 Prozent), Umsatz und Betriebsergebnis (je 41 Prozent) gesteigert. 45 Prozent der Befragten konnten Neukunden gewinnen. 52 Prozent haben ihre Prozesse vereinfacht. Für 47 Prozent ließen sich so Service oder Produktqualität verbessern.

Mehr digitale Geschäftsmodelle

Auch bei den digitalen Geschäftsmodellen legt der Mittelstand um einen Indexpunkt auf 48 zu. Dies ist die Königsdisziplin der Digitalisierung. Hier sind Fortschritte besonders schwer zu erzielen, aber immens wichtig. Wer wettbewerbsfähig bleiben möchte, muss seinen Kunden digitale Produkte anbieten. Er sollte sein Portfolio und seine Vertriebskanäle erweitern. Etablierte Unternehmen müssen disruptive Innovationen entwickeln. Nur so können sie sich im Wettbewerb mit Start-ups und der internationalen Konkurrenz behaupten. Immerhin 21 Prozent der Unternehmen veredeln inzwischen ihre Produkte mit vernetzten und intelligenten Funktionen. Weitere 30 Prozent sind dabei, smarte Funktionen zu entwickeln.

Top-Digitalisierer profitieren überproportional

Besonders deutlich wird der Zusammenhang zwischen dem Grad der Digitalisierung und dem wirtschaftlichen Nutzen bei den "Top 10" der Befragten. Diese digitalen Vorreiter sind den anderen Befragten mit einem Indexwert von 85 Punkten deutlich voraus. Sie zeigen sich mit ihren Ergebnissen wesentlich zufriedener als die anderen Unternehmen. Fast drei Viertel (74 Prozent) der Top-Performer heben einen höheren Umsatz hervor. Noch deutlicher ist der Unterschied in Sachen Produkt- und Servicequalität: Hier sehen sich 83 Prozent der digitalen Vorreiter auf bestem Wege.

Intelligente Datenanalyse als Schlüssel zum Erfolg

Daten sind der Beschleuniger der Digitalisierung. Aus der Vielzahl der vorhandenen Daten filtern Unternehmen zunehmend mehr Informationen heraus. Sie verstehen ihre Kunden besser. Und sie erkennen Muster oder Trends im Kaufverhalten. Auf Basis dieser Analyse setzen sie Aktivitäten in Richtung Kunden zielführender um. So individualisieren fast ein Drittel (31 Prozent) der Befragten Produkte und Services mithilfe von Daten. Personalisierte Produkte und Services wirken sich positiv auf die Umsätze aus. Dies sagen 85 Prozent der befragten Unternehmen. 84 Prozent konnten damit die Kundenbindung verstärken.

Bedeutung von KI erkannt

Auch wenn Unternehmen künstliche Intelligenz (KI) noch nicht häufig einsetzen: KI gewinnt im Mittelstand zunehmend an Bedeutung. Zwar haben nur sieben Prozent der befragten Mittelständler KI bereits im Einsatz. Aber weitere 19 Prozent verfolgen konkrete Projektpläne innerhalb der nächsten zwei Jahre. 71 Prozent der Befragten sehen in KI-Lösungen mittelfristig eine große Chance für die eigene Branche.

Schon heute setzt knapp ein Drittel der befragten Unternehmen auf Business Intelligence und Analytics, um Unternehmensdaten auszuwerten. Bei mehr als einem Viertel (28 Prozent) gehören sogar Echtzeitanalysen zum Alltag. Predictive Analytics nutzen 23 Prozent und weitere 31 Prozent wollen die vorausschauende Wartung bald einführen. Besonders aufgeschlossen zeigt sich der Mittelstand beim Thema Robotik: 62 Prozent können sich den Einsatz von Robotern vorstellen. Unter den Unternehmen der Industrie, Transport- und Logistikbranche sowie den Versorgern sind es sogar mehr als 80 Prozent.

Zu wenig Fachkräfte für die Digitalisierung

Die Studie zeigt aber auch, dass fehlendes Know-how und ein Mangel an Fachkräften die digitale Transformation verzögern. Nur jedes dritte Unternehmen meint, dass seine Mitarbeiter ausreichend qualifiziert sind. Daher investieren immerhin 37 Prozent gezielt in die digitale Weiterbildung ihrer Beschäftigten. Rickmann: "Unternehmer sind sich einig, dass der digitale Fortschritt vor allem vom Kenntnisstand der Mitarbeiter abhängt." Weil bei der Digitalisierung oft das nötige Know-how fehlt, suchen Unternehmen händeringend nach Datenanalysten, KI-Spezialisten oder Sicherheitsexperten. "Eine digitale Weiterbildung, notwendige Investitionen in Schulungen und Trainings für Mitarbeiter werden zukünftig den Unterschied machen", erklärt Rickmann.

Kostenloser Self-Check: Wie digital sind Sie?

Der aktuelle Gesamtstudienbericht sowie einzelne Branchenberichte stehen auf der Webseite www.digitalisierungsindex.de zum Download bereit. Unternehmen, die sich für den eigenen digitalen Status quo interessieren, können ihn unter www.benchmark.digitalisierungsindex.de/ in einem kostenlosen Online-Self-Check in wenigen Minuten ermitteln.


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