Digitalisierung: Wirtschaftsindex digital - Deutschland holt auf

Die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft stagniert. Im internationalen Vergleich holt Deutschland allerdings auf und verbessert sich auf Platz 5 im Zehn-Länder-Ranking. Das geht aus dem aktuellen Monitoring-Report Wirtschaft Digital hervor.

Der Monitoring-Report Wirtschaft Digital wird jährlich im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) erstellt. Der Report besteht aus dem Wirtschaftsindex Digital, der die Fortschritte der Digitalisierung innerhalb Deutschlands abbildet, sowie dem Standortindex Digital, der zeigt, wo Deutschland in Sachen Digitalisierung im internationalen Vergleich liegt.

Wirtschaftsindex Digital 2018: 54 von 100 Indexpunkten

Der Wirtschaftsindex Digital zeigt in einer Zahl zwischen 0 und 100 an, wie weit die Digitalisierung aktuell fortgeschritten ist und wie sie sich bis 2023 verändern wird. Der Index basiert auf der Befragung hochrangiger Entscheider aus 1.061 Unternehmen und umfasst drei Säulen: die Nutzung digitaler Geräte, der Stand unternehmensinterner Digitalisierung sowie die Auswirkung der Digitalisierung auf die jeweiligen Firmen.

Wie im Vorjahr erreicht der Wirtschaftsindex Digital 2018 einen Wert von 54 von 100 möglichen Indexpunkten. Knapp sieben Prozent der Unternehmen in Deutschland gelten als „digitale Vorreiter“ (81 bis 100 Punkte). Knapp ein Drittel aller Unternehmen gehört zur nächsten Kategorie der „digitalen Fortgeschrittenen“. Sie erreichen zwischen 61 und 80 Punkten. Das „digitale Mittelfeld“ fällt mit rund 34 Prozent der Unternehmen am größten aus (41 bis 60 Punkte). Mehr als ein Viertel der Unternehmen tut sich mit der Digitalisierung nach wie vor schwer: 19 Prozent sind „digitale Anfänger“ (21 bis 40 Punkten). An knapp acht Prozent der Firmen – den sogenannten „digitalen Nachzüglern“ – ist die Digitalisierung bislang weitgehend vorübergegangen

Digitalisierungsgrad der Industrie stark gestiegen

Aus dem aktuellen Report sticht hervor, dass sich die Digitalisierungsschwerpunkte der deutschen Wirtschaft verlagert haben: Während zuletzt der Dienstleistungssektor deutliche Fortschritte machte, ist es jetzt die Industrie. Der Digitalisierungsgrad der deutschen Industrie ist seit 2016 von 39 auf aktuell 45 Punkte angestiegen. Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Christian Hirte: „Die Entwicklung bei der Digitalisierung in der Industrie ist erfreulich. Vor allem in Bezug auf interne Prozesse sind Verbesserungen unübersehbar: Verfügten 2016 nur 46 Prozent der Industrieunternehmen über hoch digitalisierte interne Prozesse, sind es jetzt bereits 58 Prozent.

Um international wettbewerbsfähig zu bleiben, muss die Digitalisierung allerdings in allen Wirtschaftsbereichen noch deutlich an Fahrt und Breite gewinnen. Für das Bundeswirtschaftsministerium sind dabei zwei Bereiche zentral: die Künstliche Intelligenz und der bessere Transfer von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen in die unternehmerische Praxis.

Standortindex Digital: Deutschland auf Platz 5 im internationalen Vergleich

Wie hoch die künftigen Wachstumschancen der Digitalen Wirtschaft eines Landes sind, hängt entscheidend von den Voraussetzungen ab, die Unternehmen dort vorfinden. Diese Rahmenbedingungen fasst der Standortindex Digital jeweils zu einem Wert für die globale Leistungsfähigkeit zusammen. Für den Index wurden für jedes der zehn ausgewiesenen Länder – China, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Japan, Spanien, Südkorea und die USA – 45 Kernindikatoren recherchiert, analysiert und verrechnet.

Um die Ergebnisse besser vergleichbar zu machen, wird der jeweils beste Standort im Zehn-Länder-Vergleich mit 100 Indexpunkten angesetzt. Die anderen Länder werden im relativen Verhältnis zu diesem „Klassenbesten“ positioniert.

Beim Standortindex Digital erreicht Deutschland aktuell 65 von 100 möglichen Indexpunkten. Damit verbessert sich die Bundesrepublik, was die globale Leistungsfähigkeit angeht im Vergleich zum Vorjahr nicht nur um einen Indexpunkt, sondern auch um einen Platz im Länder-Ranking – und liegt jetzt auf Platz 5.

USA an der Spitze, Indien ist Schlusslicht

Unverändert stehen die USA mit 85 Punkten an der Spitze des Zehn-Länder-Vergleichs. Südkorea kann seinen zweiten Platz gegen Großbritannien verteidigen, das mit einem Minus von einem Punkt auf Rang drei liegt. China verbessert sich um zwei Indexpunkte und verdrängt dadurch Frankreich auf Platz acht. Schlusslicht des Rankings ist Indien mit 46 Punkten. Im Wesentlichen basiert der Standortindex Digital auf drei Säulen: der Marktstärke, den infrastrukturellen und sonstigen Rahmenbedingungen sowie der Nutzung von digitalen Technologien und Anwendungen.

 

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