Wichtige Ergebnisse des "Inklusionsbarometer 2017" der Aktion Mensch finden zusammengefasst Sie in der Infografik. Bild: Aktion Mensch

Das Inklusionsbarometer 2017 der Aktion Mensch zeigt, dass sich die Arbeitsmarktlage von Menschen mit Behinderung im Vergleich zu den Vorjahren deutlich verbessert hat. Dennoch bleiben zahlreiche To Dos, damit Arbeitnehmer mit Handicap gleichberechtigt am Arbeitsmarkt teilhaben können.

Zum fünften Mal hat die Aktion Mensch ihr "Inklusionsbarometer Arbeit" veröffentlicht. Damit untersucht die Organisation jährlich, wie gut Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt integriert sind. Für die diesjährige Studie hat Aktion Mensch gemeinsam mit dem Handelsblatt Research Institut 503 Arbeitgeber und 803 Arbeitnehmer mit Behinderung befragt.

Inklusionsbarometer zeigt 2017 deutlich bessere Integration

Die Befragung zeigt, dass sich im Vergleich zum Vorjahr nicht nur die Inklusionslage behinderter Arbeitnehmer verbessert hat, sondern dass Mitarbeiter mit Handicap auch das Inklusionsklima in ihrem Unternehmen deutlich optimistischer bewerten: Mit 92 Prozent fühlt sich die große Mehrheit im Kollegenkreis voll akzeptiert und integriert. Im Vorjahr waren es 88 Prozent.

Auch die Einschätzung der Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen liest sich positiv: Etwas mehr als die Hälfte der Befragten schätzt sie als gut, fast ein Viertel sogar als sehr gut ein - 2016 sagten dies noch 44 beziehungsweise 19 Prozent. Insgesamt erhält auch die allgemeine Situation von Menschen mit Behinderung auf dem Arbeitsmarkt bessere Bewertungen gegenüber dem Vorjahr: 27 Prozent sehen eine Verbesserung (2016: 23 Prozent), nur 13 Prozent eine Verschlechterung (2016: 14 Prozent).

Auch aus Sicht von 27 Prozent der befragten Arbeitgeber hat sich die Situation von Menschen mit Behinderung auf dem Arbeitsmarkt verbessert (Vorjahr: 25 Prozent). Lediglich elf Prozent erkennen eine negative Entwicklung (Vorjahr: 17 Prozent). Zudem bestätigt die Mehrheit (78 Prozent) der Arbeitgeber, dass zwischen Beschäftigten mit und ohne Behinderung keine generellen Leistungsunterschiede bestehen.

Menschen mit Handicap suchen weiter lange nach neuen Jobs

Trotz aller Verbesserung hat Aktion Mensch weiterhin To Dos bei der Integration behinderter Mitarbeiter identifiziert: Noch immer sind zu wenige Unternehmen barrierefrei, haben schriftliche Grundsätze ausgearbeitet oder kennen und nutzen die staatlichen Förderungsmöglichkeiten. So ist die staatliche Förderung bei 39 Prozent der kleinen Unternehmen, die bereits Menschen mit Behinderung beschäftigen, gänzlich unbekannt. Und 23 Prozent der Personalverantwortlichen, die die staatliche Förderung kennen, nimmt diese nicht in Anspruch.

Hinzu kommt, dass die Arbeitslosenquote bei Menschen mit Behinderung mit zwölf Prozent weiter deutlich höher ist als die allgemeine Arbeitslosenquote von aktuell sechs Prozent. Menschen mit Handicap suchen auch nach wie vor deutlich länger nach einem Job als Nichtbehinderte. Die durchschnittliche Suchdauer hat sich im Vergleich zum Vorjahr sogar verlängert: Inzwischen brauchen Menschen mit Behinderung mehr als ein Jahr (377 Tage), um eine neue Stelle zu finden.

Das komplette "Inklusionsbarometer 2017" der Aktion Mensch finden Sie unter www.aktion-mensch.de.

Weitere Ergebnisse des des "Inklusionsbarometer 2017" finden Sie in der Infografik.

Schlagworte zum Thema:  Inklusion

Aktuell
Meistgelesen