| Fachkräftemangel

Fachkräftemangel erreicht Höchststand

Im MINT-Bereich werden qualifizierte Fachkräfte dringend benötigt.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Der Fachkräftemangel im MINT-Bereich ist auf dem höchsten Stand seit Herbst 2012. Im September fehlten den Unternehmen 164.400 Arbeitskräfte in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Zweimal jährlich wird der sogenannte MINT-Report vom Institut der deutschen Wirtschaft erstellt. Auftraggeber sind die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, der Bundesverband der deutschen Industrie, der Arbeitgeberverband Gesamtmetall und die Initiative "MINT Zukunft schaffen".

Ohne Zuwanderung wäre die Lücke doppelt so hoch

164.400 Arbeitskräfte fehlten den Unternehmen im September im MINT-Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Trotz dieses Drei-Jahres-Höchststandes wäre die Lücke noch höher, wenn in den letzten zwei Jahren nicht qualifizierte Fachkräfte aus Polen, Russland, Indien und Spanien zugewandert wären. Die Zahl würde sonst bei 200.000 liegen.

Qualifizierte MINT-Zuwanderung nötig

Die aktuelle Flüchtlingskrise als Chance zu nutzen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen, scheint noch keine Option. "Qualifizierte MINT-Zuwanderung stärkt die Fachkräftebasis in Deutschland. Die Aufnahme der Flüchtlinge ist hingegen vor allem eine humanitäre Aufgabe", sagt Prof. Dr. Axel Plünnecke vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Um die Flüchtlinge in Arbeit zu integrieren, müssten Sprachkenntnisse und Qualifikationen verbessert werden. Die Herausforderung sei gewaltig – allein für die schulpflichtigen Flüchtlinge würden zusätzlich 30.000 Lehrer benötigt. "Dafür müssen auch pensionierte Lehrkräfte reaktiviert werden", so Prof. Plünnecke.
Thomas Sattelberger, Vorstandsvorsitzender der Initiative "MINT Zukunft schaffen" schließt sich an: "Gerade weil die aktuelle Flüchtlingsmigration nur beschränkt zur MINT-Fachkräftesicherung beiträgt, brauchen wir neben der Ausschöpfung aller einheimischen Potenziale weiterhin Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften aus Drittländern." Deutschland habe zwar eines der liberalsten Zuwanderungssysteme weltweit, die Umsetzung sei aber verbesserungsbedürftig.

Rente mit 63 verschärft Engpässe

Dr. Michael Stahl vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall, sieht noch ein weiteres Problem: "Leider bestätigt der aktuelle MINT-Herbstreport, dass die Rente mit 63 weiter die Engpässe bei den MINT-Beschäftigten verschärft." Vor allem der Mangel an Facharbeitern in den MINT-Berufen würde künftig mehr Probleme bereiten als der Mangel an MINT-Akademikern. "Ein halbes Jahr nach Einführung der neuen Regelung lag die Beschäftigung in dieser Berufsgruppe um 10.000 Personen niedriger als sie eigentlich hätte sein können", so Stahl.

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Haufe Online Redaktion

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