Laut einer Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) bleiben in jedem dritten Betrieb Ausbildungsplätze unbesetzt[1], weil sich nicht genügend geeignete Bewerber finden.

Unternehmen sind also gut beraten, wenn sie sich intensiv um die vorhandenen und (künftigen) Azubis bemühen und sie möglichst schnell ins Unternehmen integrieren, denn auch dies spricht sich unter den jungen Leuten schnell herum. Diese Mund-zu-Mundpropaganda wirkt sich wiederum positiv auf das Image des Unternehmens aus und wirbt weitere potenzielle Azubis an: Ein wichtiger Fakt, da sich gerade junge Menschen meist sehr lokal orientieren und vor Ort nach Ausbildungsmöglichkeiten suchen.

Unternehmen können also punkten, indem sie gute Beziehungen zu ihren Azubis aufbauen und pflegen. Dies bindet die jungen Leute an das Unternehmen und minimiert das Risiko, dass ein neu abgeschlossener Vertrag vorzeitig gelöst wird.

Soziale Netzwerke nutzen

Die Generation Z ist auf jeden Fall eines: vernetzt. Sie chatten, diskutieren, suchen und tauschen online Informationen aus. Und geben ihre Erfahrungen über ihre Bewerbungen und den Ausbildungsbetrieb natürlich auch weiter. Hat ein junger Mensch seinen Ausbildungsvertrag unterschrieben, ist er auch bereit, sein Netzwerk für die Firma zu öffnen. Dies können Unternehmen nutzen, indem sie selbst Teil dieses Netzwerkes werden.

Auch bei den künftigen Azubis startet die Integration optimalerweise ebenfalls vor dem eigentlichen Ausbildungsbeginn, ist doch bei dieser Zielgruppe die Unsicherheit in Anbetracht dessen, dass sie Neulinge in der Arbeitswelt sind, besonders groß. Mit den Jugendlichen kommen Unternehmen am einfachsten in den sozialen Netzwerken ins Gespräch.

 
Praxis-Tipp

Es bietet sich an, die Neuzugänge schon vor dem Start in die betrieblichen sozialen Netzwerke wie Instagram, Facebook etc. einzuladen.

Gerade bei jungen Leuten punkten Unternehmen zudem mit digitalen Onboarding Apps oder einem "Azubi-Portal", bei dem die älteren Azubi-Jahrgänge ihre Erfahrungen den künftigen Azubis weitergeben und bei Fragen weiterhelfen können. Gerade dafür liefern die jetzigen Azubis wertvolle Hinweise: Was fanden diese damals zum Ausbildungsbeginn hilfreich? Was hätten sie sich gewünscht?

Spezielle Veranstaltungen für Azubis

Bei eigens organisierten Azubi-Veranstaltungen vorab oder kurz nach dem Start können die Neuzugänge das Unternehmen, ihre Betreuer und die älteren Azubis kennenlernen. Einzelne Präsentationen, vielleicht sogar von Auszubildenden höherer Ausbildungsjahre, gepaart mit erlebnispädagogischen Spielen erleichtern den Einstieg in die Ausbildung und helfen dabei, die Neulinge auf die künftigen Anforderungen vorzubereiten. Und am ersten Ausbildungstag begrüßt dann schon so manches bekanntes Gesicht den "Neuling".

 
Praxis-Tipp

Besonders wertgeschätzt fühlen sich junge Menschen, wenn sich die Geschäftsleitung, der Personalleiter oder andere "hochrangige" Personen im Unternehmen mit den neuen Auszubildenden zusammensetzen oder sie zumindest im Rahmen eines Welcome Days kurz begrüßen.

Ältere Azubis einspannen

Die letztjährigen Azubis sind die besten Botschafter für das Unternehmen. Gezielte Patenprogramme unterstützen zudem dabei ("Azubis betreuen die künftigen Azubis"), den Neuzugängen Ängste oder Unsicherheiten zu nehmen. Es bietet sich hierbei an, dass Azubis aus dem zweiten oder dritten Ausbildungsjahr dabei als Paten fungieren. Sie kennen die Herausforderungen der Neueinsteiger am besten, da sie erst vor kurzem selbst in der gleichen Situation waren.

Darüber hinaus ist es gerade zu Ausbildungsbeginn für die neuen Auszubildenden wichtig, alle Regeln zu kennen wie z. B. tarifvertragliche Regelungen, Betriebsvereinbarungen oder Regelungen, wie sich der Auszubildende richtig krankmeldet, wie der Umgang mit Schulnoten ist u. v. m. Auch dafür haben sich Apps und spezielle Portale und Patenprogramme unter Azubis bewährt.

Qualifizierte Betreuung der Auszubildenden

Auszubildende brauchen einen festen Ansprechpartner bei HR, der die Ausbildung plant und sich um alle organisatorischen Fragen kümmert. In der Regel ist er auch derjenige, der die Azubis auswählt, einstellt und mit dem Unternehmen vertraut macht und sie während ihrer Ausbildung unterstützt und professionell begleitet.

Der Ausbilder hat daher einen großen Einfluss darauf, wie Azubis in ihrem Ausbildungsbetrieb "ankommen" und sich integrieren, schließlich kümmert er sich auch um deren Lernphasen in den einzelnen Fachabteilungen.

Diese Onboarding-Aufgaben hat der Ausbilder:

  • Er wählt die Azubis aus, führt die Auswahlgespräche und stellt sie meist auch ein.
  • Er erarbeitet einen Ausbildungsplan und kümmert sich um die Zusammenarbeit mit den einzelnen Ausbildungsstationen im Betrieb. Er sorgt damit "vor Ort" für das qualifizierte Lernen in den Abteilungen und kümmert sich damit um motivierende Rahmenbedingungen und die Integration des Azubis in den einzelnen Abteilungen und vermittelt die entsprechenden Kontakte.
  • Gibt es für die Wissensvermittlung auch spezielle A...

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