Schrittweise Einführung ein... / 4.1.1 Strukturen im BGM

Ist in einem Unternehmen die Entscheidung gefallen, ein BGM einzuführen, ist i. d. R. der erste Schritt die Bildung einer Arbeitsgruppe – der sog. Arbeitskreis Gesundheit oder Steuerungskreis. Dieser fungiert von nun an primär als Anlauf- und Koordinierungsstelle für das BGM und steuert und überwacht das gesamte Projekt. Wie bereits in Abschn. 2 dargestellt, kann insbesondere bei KMUs der ASA als Steuerungskreis für das BGM fungieren.

Folgende Personen gehören i. d. R. dem Arbeitskreis Gesundheit an:

  • Unternehmensleitung/Vertretung,
  • Betriebs-/Personalrat,
  • Personalleitung,
  • Betriebsarzt,
  • Fachkraft für Arbeitssicherheit,
  • ggf. externe Akteure eines BGM.

Die Personen, die in den Arbeitskreis einberufen werden, sollten nach Bedarf ausgewählt werden. Handelt es sich um ein kleines Unternehmen von weniger als 50 Beschäftigten, ergibt sich der Personenkreis aus der Unternehmensleitung, dem Personalverantwortlichen und dem Betriebsarzt. Bei größeren Unternehmen kommen zusätzlich, je nach Ausgangssituation, die Fachkraft für Arbeitssicherheit, der Sicherheitsbeauftragte, ein Vertreter des Betriebsrates (falls vorhanden), ein Schwerbehindertenvertreter, die Abteilungsleiter oder auch eine Auswahl an Beschäftigten hinzu. Ggf. können auch die Krankenkassen oder Unfallversicherungsträger in das Gremium einbezogen werden.

 
Wichtig

Feste Aufgaben und Rollen

Grundsätzlich sollte strikt beachtet werden, dass die Mitglieder des Arbeitskreises feste Aufgaben und Rollen übernehmen, um eine effektive und effiziente Arbeit gewährleisten zu können. Aus dem Kreis der Mitglieder wird ein verantwortlicher Projektleiter bestimmt. I. d. R. ist dies ein Vertreter der Personalabteilung oder die Personalleitung selbst. Betrifft das Projekt nur einen Teilbereich eines Unternehmens, so kann auch der betreffende Bereichs- oder Abteilungsleiter die Projektleitung übernehmen.

Zu den Aufgaben der Projektleitung zählen:

  • Sitzungsleitung,
  • Koordinierung der einzelnen am Projekt beteiligten Akteure,
  • Verteilung der Informationen,
  • Zeitmanagement,
  • Überwachung des Projektes,
  • Berichtswesen an das Management.

Zu den Aufgaben des Arbeitskreises gehören:[1]

  • Festsetzen von Zielen, Zielprioritäten und Zielwegen,
  • Entwicklung und Umsetzung einer Gesundheitsanalyse und Evaluationsstrategie,
  • Planung und Einführung von Methoden des Gesundheitsmanagements,
  • Steuerung und Koordinierung der Maßnahmen,
  • Bearbeitung und Umsetzung von Veränderungsvorschlägen,
  • Kommunikation des Umsetzungsstandes.

Aus den genannten Aufgaben ergeben sich im Minimum 3 Sitzungen für den Arbeitskreis Gesundheit innerhalb eines BGM-Projektes:

  1. Zu Beginn

    • Planung des Projektes, der einzelnen Schritte,
    • Klärung der Aufgaben und Zuständigkeiten,
  2. Nach den Analysen

    • Festlegung und Planung der Interventionen
  3. Am Ende

    • Bewertung des Projektes

Im Sinne eines nachhaltigen Gesundheitsmanagements wird der Arbeitskreis Gesundheit zu einer festen und regelmäßig stattfindenden Einrichtung, die i. d. R. an den ASA berichtet. Neben dem Arbeitskreis Gesundheit, der die Steuerungsfunktion hat, können auch Gesundheitszirkel als Möglichkeit für die Beschäftigten sich in das Projekt einzubinden, eingerichtet werden: "Gesundheitszirkel sind zeitlich begrenzte betriebliche Arbeitsgruppen, die dazu dienen, Belastungen und Ressourcen am Arbeitsplatz zu ermitteln, Ursachen zu analysieren und Lösungsvorschläge zu entwickeln. Welche Belastungen und Ressourcen im Mittelpunkt der Analyse stehen, kann vorab nicht festgelegt werden. Die Teilnehmer des Zirkels wählen die Arbeitsbedingungen aus, die sie als belastend oder als unterstützend erleben".[2] Da sie Experten ihrer eigenen Arbeitssituation sind, können oft maßgeschneiderte Lösungen zur Reduktion der Arbeitsbelastung entwickelt werden.[3]

[1] Weinreich/Weigl, Gesundheitsmanagement erfolgreich umsetzen, 2002.
[2] Ducki, Arbeits- und organisationspsychologische Gesundheitsanalysen,1998.
[3] Kölbach/Zapf, Psychische Belastungen in der Arbeitswelt, 2008.

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