Praxis-Beispiele: Schüler / 4 Beschäftigung von Abendschülern
 

Sachverhalt

Eine 19-jährige Schülerin eines Abendgymnasiums arbeitet tagsüber 30 Stunden wöchentlich. Das monatliche Entgelt der Schülerin beträgt 1.500 EUR.

Wie ist die Beschäftigung der Abendschülerin sozialversicherungsrechtlich zu behandeln?

Lösung

Es handelt sich um eine Arbeitnehmerin, die durch den Besuch einer Abendschule einen allgemeinen Schulabschluss (Abitur) erlangt. Es sind die Regelungen über die versicherungsrechtliche Beurteilung von Arbeitnehmern anzuwenden.

  • Die Abendschülerin ist kranken-, pflege-, renten- und arbeitslosenversicherungspflichtig.
  • Der Arbeitgeber muss die Schülerin mit Beitragsgruppe 1111, Personengruppe 101, bei der gewählten bzw. letzten Krankenkasse anmelden.
  • Die Meldung ist innerhalb von 6 Wochen nach dem Beginn der Beschäftigung abzugeben.
  • Die Insolvenzgeldumlage sowie die U1- und U2-Umlagen sind an die Krankenkasse abzuführen.
  • Bei jeder Entgeltmeldung ist der Datenbaustein DBUV mit abzugeben, in dem u. a. das tatsächliche Arbeitsentgelt in Sinne der gesetzlichen Unfallversicherung und die Anzahl der Arbeitsstunden anzugeben sind.

Hinweis

Schüler, die während der Dauer der Ausbildung an einer allgemeinbildenden Schule eine Beschäftigung aufnehmen, sind generell versicherungsfrei in der Arbeitslosenversicherung. Versicherungsfreiheit kommt jedoch nur in Betracht, wenn der Schüler bzw. Arbeitnehmer eine schulische Einrichtung besucht, die nicht der Fortbildung außerhalb der üblichen Arbeitszeit dient. Arbeitnehmer, die beispielsweise eine Abendschule besuchen, um einen allgemeinen Schulabschluss (Hauptschulabschluss, Realschulabschluss oder Abitur) zu erlangen, unterliegen demnach durchaus der Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung.

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