Praxis-Beispiele: Nebenbesc... / 2 Minijob ohne Krankenversicherungspflicht
 

Sachverhalt

Ein Beamter arbeitet bei der Stadtverwaltung. Er ist privat krankenversichert.

Zusätzlich arbeitet er samstags in einem Büro und erledigt dort allgemeine Schreibarbeiten. Der vereinbarte Stundenlohn beträgt 12 EUR/Stunde, bei einer monatlich Arbeitszeit von 22 Stunden. Auf die Rentenversicherungspflicht hat der Arbeitnehmer bei der Nebentätigkeit verzichtet. Vereinbarungsgemäß übernimmt der Arbeitgeber die pauschale Lohnsteuer.

Wie wird die Nebentätigkeit lohnsteuer- und sozialversicherungsrechtlich behandelt?

Lösung

Für die Haupttätigkeit als Beamter bei der Stadtverwaltung besteht in allen Zweigen keine Sozialversicherungspflicht. Die Lohnsteuer und die ggf. anfallenden Annexsteuern (Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) werden nach den ELStAM einbehalten.

Die Nebenbeschäftigung im Büro mit 264 EUR monatlich ist eine geringfügige Beschäftigung, für die der Arbeitgeber Pauschalabgaben zur Sozialversicherung von 15 % (15 % RV, 0 % KV) und Pauschalsteuern von 2 % abführt.

 
Der Arbeitgeber muss folgende Beträge an die Minijob-Zentrale abführen:
Rentenversicherung: 15 % v. 264 EUR 39,60 EUR
Krankenversicherung: 0 % v. 264 EUR + 0,00 EUR
U1 (Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit): 1,0 % v. 264 EUR (bis 30.9.2020: 0,9 %) + 2,64 EUR
U2 (Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft): 0,39 % v. 264 EUR (bis 30.9.2020: 0,19 %) + 1,03 EUR
Insolvenzgeldumlage: 0,06 % v. 264 EUR + 0,16 EUR
Pauschale Lohnsteuer: 2 % v. 264 EUR +5,28 EUR
Gesamt 48,71 EUR
Die Beitragshöhe zur gesetzlichen Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft) ist von der Branche des Betriebes abhängig.

Die Pflicht zur Abführung von pauschalen Krankenversicherungsbeiträgen besteht nur für Personen, die gesetzlich krankenversichert sind. Hierzu zählt auch die freiwillige Krankenversicherung.

Für Personen, die nicht gesetzlich oder freiwillig krankenversichert sind, müssen durch den Arbeitgeber keine pauschalen Beiträge zur Krankenversicherung abgeführt werden. Bei 264 EUR Arbeitslohn spart der Arbeitgeber 34,32 EUR Beiträge.

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