Praxis-Beispiele: Jahresarb... / 6 Schwankende Bezüge (Stundenlohn)
 

Sachverhalt

Am 1.4.2021 nimmt ein Arbeitnehmer als Mitarbeiter in der Produktion seine Beschäftigung auf. Es handelt sich um die erste Beschäftigung des Arbeitnehmers im Inland. Die Arbeitszeit beträgt 38 Stunden in der Woche.

Er hat folgende Einnahmen:

  • Stundenlohn: 30,27 EUR
  • Überstunden: 33 EUR je Stunde (in der Vergangenheit ca. 2 Stunden/Woche)
  • Steuer- und beitragsfreie Nachtarbeitszuschläge: monatlich 50 EUR
  • Vertraglich zugesichertes Weihnachtsgeld: ein durchschnittlicher Monatslohn ohne Überstunden (jeweils im November)
  • Vertraglich zugesichertes Urlaubsgeld: 1.000 EUR (jeweils im Juni)

Ist der Arbeitnehmer der krankenversicherungspflichtig oder krankenversicherungsfrei?

Lösung

 
Umrechnung Stundenlohn in durchschnittlichen Monatslohn
(Grundregel: 13 Wochen entsprechen stets 3 Monaten)
Arbeitsentgelt (30,27 EUR x 38 Std. x 13 Wochen : 3 Monate) 4.984,46 EUR
Überstunden (33 EUR × 2 Std. x 13 Wochen : 3 Monate) 286,00 EUR
Monatlich gesamt 5.270,46 EUR
 
Berechnung regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt
Arbeitslohn (4.984,46 EUR × 12 Monate) 59.813,52 EUR
Überstunden (286 EUR × 12 Monate) + 3.432,00 EUR
Nachtzuschläge (50 EUR × 12 Monate) + 600,00 EUR
Weihnachtsgeld + 4.984,46 EUR
Urlaubsgeld + 1.000,00 EUR
Jahresarbeitsentgelt gesamt 69.829,98 EUR
Abzgl. Nachtzuschläge - 600,00 EUR
Abzgl. Überstundenvergütung - 3.432,00 EUR
Regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt 65.797,98 EUR

Das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt (65.797,98 EUR) des Arbeitnehmers überschreitet die allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze (2021: 64.350 EUR). Er ist ab Beschäftigungsbeginn krankenversicherungsfrei. Wegen der erstmaligen Beschäftigungsaufnahme im Inland besteht ein einmaliges Wahlrecht, einer gesetzlichen Krankenkasse freiwillig beizutreten (Beitrittsfrist 3 Monate, hier bis 1.7.2021). Nutzt der Arbeitnehmer diese Frist nicht, bleibt ihm nur die Wahl, eine private Krankenversicherung abzuschließen. Schließt er keine private Krankenversicherung ab, kommt kraft Gesetzes eine "Auffangversicherung" (Versicherungspflicht für zuletzt Nichtversicherte) zustande. Dabei entscheidet sich die Zuordnung zur gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung danach, wo der Beschäftigte zuletzt versichert war.

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