Praxis-Beispiele: Geringfüg... / 1.4 Trainertätigkeit
 

Sachverhalt

Ein Mitglied eines gemeinnützigen Sportvereins trainiert ab 1.1.2019 die Beachvolleyballmannschaft des Vereins. Für seine Trainertätigkeit erhält er pro Monat 600 EUR. Der Trainer ist hauptberuflich sozialversicherungspflichtig beschäftigt, andere Nebenjobs übt er nicht aus. Er ist in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert.

Handelt es sich bei der Trainertätigkeit um eine geringfügig entlohnte Beschäftigung und wie wird diese angemeldet?

Lösung

Die Vergütung für die Trainertätigkeit kann als geringfügig entlohnte Beschäftigung abgerechnet werden.

Entscheidendes Kriterium für die Beurteilung ist die Höhe des regelmäßigen Arbeitsentgelts. Der Trainer erhält von seinem Verein zwar auf das Jahr gesehen 7.200 EUR (12 x 600 EUR). Da die Tätigkeit als Trainer nebenberuflich für einen gemeinnützigen Verein ausgeübt wird, steht dem Trainer steuerlich der Freibetrag für nebenberufliche Tätigkeiten (Übungsleiterfreibetrag) von 2.400 EUR pro Jahr zu. Bis zu diesem Betrag bleiben Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten als Trainer oder Übungsleiter steuerfrei. Gleichzeitig gelten sie aufgrund dieser Steuerfreistellung sozialversicherungsrechtlich nicht als Arbeitsentgelt.

Damit vermindert sich das sozialversicherungsrechtliche Arbeitsentgelt von den tatsächlich ausbezahlten 7.200 EUR auf 4.800 EUR (7.200 EUR – 2.400 EUR). Da eine ganzjährige Beschäftigung vorliegt, wird das Jahresarbeitsentgelt von 4.800 EUR monatlich mit 1/12 angesetzt. Dies ergibt einen Betrag von monatlich 400 EUR. Damit beträgt das regelmäßige Arbeitsentgelt nicht mehr als 450 EUR, die Beschäftigung gilt somit als geringfügig entlohnte Beschäftigung.

Vom Verein wird der Mitarbeiter wie folgt angemeldet:

  • Personengruppe 109 (geringfügig entlohnte Beschäftigte)
  • Beitragsgruppe lautet 6 (Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung für geringfügig Beschäftigte)
  • 1 (Pflichtbeitrag zur Rentenversicherung für geringfügig Beschäftigte)
  • 0 (kein Beitrag zur Arbeitslosenversicherung)
  • 0 (kein Beitrag zur Pflegeversicherung)
  • Die Besteuerung erfolgt über den einheitlichen Pauschalsteuersatz von 2 %. Der Betrag wird direkt mit den Pauschalbeiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung an die Minijob-Zentrale in Essen abgeführt.

Hinweis

Das Beispiel zeigt, dass es für die Frage, ob eine geringfügig entlohnte Beschäftigung vorliegt, nicht auf das tatsächlich monatlich gezahlte, sondern auf das regelmäßige Entgelt ankommt. Gelten steuerfreie Entgeltbestandteile sozialversicherungsrechtlich nicht als Arbeitsentgelt (z. B. Übungsleiterfreibetrag, Rabattfreibetrag, steuerfreie Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit), werden diese nicht auf die 450-EUR-Grenze angerechnet.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.


Meistgelesene beiträge