Praxis-Beispiele: Baulohn / 5 13. Monatseinkommen kaufmännische Angestellte
 

Sachverhalt

Ein kaufmännischer Angestellter ist seit 2 Jahren bei einer Firma beschäftigt, die zum Geltungsbereich des Bundesrahmentarifvertrags (BRTV) des Bauhauptgewerbes gehört und einen Betriebsrat hat. Das 13. Monatseinkommen wird nach den Vorschriften des Tarifvertrags im Baugewerbe gewährt, es beträgt 60 % des Tarifgehalts und ist zur Hälfte im November und zur Hälfte im April des Folgejahres auszuzahlen. Bezugszeitraum ist vom 1.12. bis zum 30.11. Der Arbeitnehmer hat ein Monatsgehalt von 4.281 EUR.

Wie hoch fällt das 13. Monatseinkommen für den Mitarbeiter aus?

Lösung

 
4.281 EUR x 60 % = 2.568,60 EUR, gerundet 2.569,00 EUR
Auszahlung im November: 2.569,00 EUR : 2 1.284,50 EUR
Auszahlung im April des Folgejahres: 2.569,00 EUR : 2 1.284,50 EUR
Es handelt sich um sonstige Bezüge im Steuerrecht und um Einmalbezüge im Sozialversicherungsrecht.

Praxis-Tipp

Bei vielen Baulohn-Programmen gibt es vorgefertigte Lohnarten für das 13. Monatseinkommen Diese sollten verwendet werden, da diese Lohnart gewisse Pfändungsgrenzen berücksichtigt.

Durch eine freiwillige Betriebsvereinbarung kann auch eine abweichende Höhe über das 13. Monatseinkommen vereinbart werden. Der Sockelbetrag von 780 EUR darf aber nicht unterschritten werden. Die Auszahlung im November darf den Betrag von 520 EUR nicht unterschreiten.

Bei Teilzeitbeschäftigten verringert sich das 13. Monatseinkommen im Verhältnis der wöchentlichen Arbeitszeit zur tariflichen Arbeitszeit. Ändert sich die vereinbarte Arbeitszeit innerhalb des Bezugszeitraums, ist für die Höhe des 13. Monatseinkommens die in jedem einzelnen Kalendermonat vereinbarte Arbeitszeit anteilig zugrunde zu legen.

Wichtiger Hinweis:

Hier ist der Schiedsspruch der Tarifparteien vom 12.5.2018 zu beachten:

 
Jahr West
2018 Wiederinkraftsetzung, Wegfall der Kürzungsmöglichkeit bei Krankheit
2020 Ang. 60 % ihres Tarifgehalts
2021 Ang. 66 % ihres Tarifgehalts
Ab 2022 Ang. 72 % ihres Tarifgehalts

Für Mitgliedsbetriebe des Baugewerbeverbandes Schleswig-Holstein und der Verbände baugewerblicher Unternehmen Niedersachsen, Hessen und im Lande Bremen sowie in allen Betrieben im Beitrittsgebiet (neue Bundesländer) gilt abweichend der oben genannten Tabelle:

 
Jahr Ost, ZDB-Nord-West
2018 Keine Änderung
2020 Ang. 10 % ihres Tarifgehalts
2021 Ang. 21 % ihres Tarifgehalts
Ab 2022 Ang. 32 % ihres Tarifgehalts

Im Tarifgebiet West bleibt der Mindestbetrag unverändert bei 780 EUR. Im Tarifgebiet Ost (und Verbandsgebiet ZDB-Nord-West) gilt im Jahr 2021 ein Mindestbetrag von 390 EUR und ab dem Jahr 2022 von 500 EUR.

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