Norwegen / 1.3 Besteuerung nach dem DBA

Der Arbeitslohn, den ein in Deutschland wohnender Arbeitnehmer aus seiner Tätigkeit erzielt, kann grundsätzlich nur im Wohnsitzstaat Deutschland besteuert werden.[1] Deutschland hat also ein uneingeschränktes Besteuerungsrecht.

Ausnahme: Besteuerung im Tätigkeitsstaat

Übt der Arbeitnehmer seine Tätigkeit jedoch in Norwegen aus, kann der Arbeitslohn im Tätigkeitsstaat Norwegen besteuert werden.[2] In diesem Fall rechnet Deutschland die in Norwegen gezahlte Steuer auf die deutsche Einkommensteuer an.[3]

Rückausnahme: Besteuerung im Wohnsitzstaat

Trotz Ausübung der Tätigkeit in Norwegen gilt dies jedoch nicht, wenn

  • der Arbeitnehmer sich in Norwegen insgesamt nicht länger als 183 Tage während eines Zeitraums von 12 Monaten aufhält und
  • der Arbeitslohn von einem Arbeitgeber oder für einen Arbeitgeber gezahlt wird, der nicht in Norwegen ansässig ist, und
  • der Arbeitslohn nicht von einer Betriebsstätte oder einer festen Einrichtung getragen wird, die der Arbeitgeber in Norwegen hat.

Liegen diese Voraussetzungen vor, kann nur Deutschland als Wohnsitzstaat den Arbeitslohn besteuern.[4] Deutschland hat dann wieder ein uneingeschränktes Besteuerungsrecht.

Je nach Vorliegen der Voraussetzungen wird der Arbeitslohn aus der Ausübung der Tätigkeit in Norwegen in Deutschland also uneingeschränkt oder unter Anrechnung der in Norwegen gezahlten Steuer besteuert.

[3] Art. 23 Abs. 2 Buchst. b Doppelbuchst. cc DBA. Deutschland stellt den in Norwegen besteuerten Arbeitslohn also nicht steuerfrei.

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