Erstellen der Lohnsteuerbes... / 6.10 Nummer 17: Steuerfreie Arbeitgeberleistungen für Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte

6.10.1 Steuerbefreite Jobtickets seit 2019

Zahlt der Arbeitgeber einen Zuschuss zum Jobticket oder übernimmt er die kompletten Kosten, ist der dadurch entstehende geldwerte Vorteil steuerfrei. Die 44-EUR-Freigrenze[1] muss hier nicht beachtet werden.[2] Der Arbeitgeber kann seit 2019 auch eine Fahrberechtigung, z. B. Einzel-/Mehrfahrtenfahrschein, Zeitkarten wie Jahresticket, für den Personenfern- und öffentlichen Personennahverkehr[3] bezuschussen oder einen jährlichen Einmalbetrag zahlen. Wichtig ist, dass die Leistungen des Arbeitgebers zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erfolgen.[4]

Unter Nummer 17 sind die steuerfreien Zuschüsse und Sachbezüge betragsmäßig zu bescheinigen und auf die Entfernungspauschale anzurechnen.[5]

Zu den Zuschüsse gehören z. B.

  • Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Linienverkehr (ohne Luftverkehr),
  • Fahrten des öffentlichen Personennahverkehrs sowie Sachbezüge für die unentgeltliche oder verbilligte Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Linienverkehr,
  • Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr, die der Arbeitnehmer aufgrund seines Dienstverhältnisses zusätzlich erhält,
  • aber auch Sachbezüge, wie Jobticket,

welche steuerfrei bleiben.

6.10.2 Überlassung eines Jobtickets bis 2018

Überlässt ein Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer ein Jobticket verbilligt oder kostenlos oder räumt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer durch Vereinbarung mit einem Verkehrsbetrieb das Recht zum Erwerb eines vergünstigten Jobtickets ein, entsteht ein geldwerter Vorteil. Fließt der geldwerte Vorteil monatlich zu, kann er ggf. im Rahmen der 44-EUR-Freigrenze[1] steuerfrei bleiben und wird dann auf die Entfernungspauschale[2] angerechnet soweit § 3 Nr. 15 EStG nicht anzuwenden ist.

Der Arbeitgeber muss den geldwerten Vorteil betragsmäßig in Nummer 17 der Lohnsteuerbescheinigung aufnehmen.

 
Praxis-Beispiel

Lohnsteuerbescheinigung bei Jobtickets

Eine Monatsfahrkarte der Straßenbahn für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte kostet 50 EUR. Der Arbeitnehmer bezieht eine Monatsfahrkarte über seinen Arbeitgeber als sog. Jobticket. Dieser belastet ihm hierfür monatlich nur 20 EUR. Der Verkehrsträger berechnet dem Arbeitgeber für das Jobticket monatlich 45 EUR.

Ergebnis: Die Verbilligung von 5 EUR, die der Verkehrsträger dem Arbeitgeber einräumt, stellt keinen geldwerten Vorteil dar. Der Sachbezug berechnet sich wie folgt:

 
Preis, den der Arbeitgeber an den Verkehrsträger zu entrichten hat 45,00 EUR
Davon 96 %[3] 43,20 EUR
Abzgl. Zuzahlung des Arbeitnehmers - 20,00 EUR
Geldwerter Vorteil 23,20 EUR

Der geldwerte Vorteil von 23,20 EUR kann im Rahmen der monatlichen 44-EUR-Freigrenze[4] steuerfrei bleiben und muss dann in der Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesen werden.

Vergünstigungen nach der Rabattfreibetragsregelung

Sachbezüge des Arbeitgebers für Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, die nach der Rabattfreibetragsregelung[5] bis zu 1.080 EUR steuerfrei bleiben, sind betragsmäßig in Nummer 17 der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung zu dokumentieren.

Eine steuerfreie Freifahrtberechtigung des Arbeitnehmers wird in vollem Umfang auf die als Werbungskosten abzugsfähige Entfernungspauschale des Arbeitnehmers angerechnet. Die Anrechnung wird nicht begrenzt auf das Verhältnis der erklärten Arbeitstage (z. B. 230 Tage) zu der Anzahl der Kalendertage im Jahr (365 Tage). Daher muss der Arbeitgeber in die Lohnsteuerbescheinigung stets den insgesamt steuerfreien Betrag aufnehmen.

 
Praxis-Beispiel

Lohnsteuerbescheinigung bei Verkehrsträgern

Arbeitnehmer A ist bei der Straßenbahn AG der Stadt beschäftigt. Er kann die öffentlichen Verkehrsmittel für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte kostenlos nutzen.

Arbeitnehmer B ist bei einem Mietwagenverleihunternehmen beschäftigt und erhält einen Mietwagen für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte.

Ergebnis: In beiden Fällen ist der Sachbezug im Rahmen des Rabattfreibetrags bis zu 1.080 EUR im Kalenderjahr steuerfrei und muss auf die Entfernungspauschale angerechnet werden. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, den steuerfreien Sachbezug der Finanzverwaltung betragsmäßig in Nummer 17 zu übermitteln.

 
Achtung

Steuerfreiheit für Jobtickets ab 2019

Ab 1.1.2019 sind Fahrten im Personenfernverkehr und im öffentlichen Personennahverkehr, die der Arbeitnehmer aufgrund seines Dienstverhältnisses zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn in Anspruch nehmen kann, steuerfrei.[6]

Das Gleiche gilt für die kostenlose Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Der Rabattfreibetrag spielt deshalb insoweit regelmäßig keine Rolle mehr. Der Vorteil wird aber auf die Entfernungspauschale angerechnet.

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