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Wie die Fahrkarte steuerfrei bleibt

Es gibt mehrere Möglichkeiten, einem Angestellten ein Jobticket zu überlassen.
Bild: BVG/Lambert

Wer mit Bahn oder Bus zur Arbeit fährt, freut sich, wenn der Chef die Monatsfahrkarte finanziell unterstützt. So manches Unternehmen spendiert sogar ein Jobticket. Möglicherweise ein steuerfreier Sachbezug – wenn alle Voraussetzungen beachtet werden. Und ganz wichtig: Auf den Zufluss kommt es an.

München. Morgens, kurz nach sieben, auf dem innerstädtischen Ring: Nichts geht mehr, die Berufspendler stehen im Stau. Wer kann, vermeidet die Autofahrt zur Arbeit und setzt auf öffentliche Verkehrsmittel. Aber billig sind die Monatstickets nicht, schnell werden um die 100 Euro pro Monat fällig. Zwar können Arbeitnehmer ihre Fahrtkosten in der Steuererklärung ansetzen – trotzdem müssen sie finanziell erst einmal in Vorleistung gehen.

Mehrere Varianten zur Überlassung eines Jobtickets an den Arbeitnehmer

Da hilft es, wenn der Arbeitgeber den Angestellten ein Jobticket überlässt. Hier sind mehrere Varianten möglich:

  1. Ihr Chef gibt Ihnen ein Jobticket zu einem Preis, der mit den Verkehrsbetrieben vereinbart wird.
  2. Ihr Arbeitgeber spendiert Ihnen ein Jobticket.
  3. Sie teilen sich die Kosten für die Monatsfahrkarte mit Ihrem Arbeitgeber.

Bei allen Möglichkeiten profitieren Sie von finanziellen und zum Teil von steuerlichen Vorteilen.

Überlässt Ihnen Ihr Arbeitgeber ein Monatsticket zu einem Preis, der vorher mit dem Verkehrsunternehmen festgelegt wurde, hat er wahrscheinlich einen Rabatt für das Firmenkontingent ausgehandelt. So müssen Sie zwar immer noch Ihr Jobticket bezahlen – aber zu einem günstigeren Preis.

Übernimmt Ihr Chef auch die Kosten für das Ticket, handelt es sich um einen Sachbezug. Ein solcher Sachbezug ist steuerlich begünstigt oder sogar gänzlich steuerfrei. Bis zu einer Freigrenze von 44 Euro pro Monat können Sie Sachbezüge – zum Beispiel das Jobticket oder einen Tankgutschein – steuerfrei einplanen. Aber Achtung: Wird die Freigrenze überschritten, muss die volle Summe besteuert werden. Außerdem wird die Summe in Gänze der Sozialversicherung unterworfen.

Was bei der 44-Euro-Freigrenze beachtet werden muss

Daher ist es wichtig, bei der Berechnung der 44-Euro-Freigrenze im Monat einige Punkte zu beachten:

  • Sämtliche Sachbezüge in einem Monat werden zusammengerechnet.
  • Nicht ausgeschöpfte Beträge dürfen nicht auf andere Monate übertragen werden.
  • Es ist nicht möglich, die 44-Euro-Freigrenze auf einen Jahresbetrag hochzurechnen.

Entscheidend ist außerdem, wann der Arbeitgeber Ihnen das Jobticket überreicht hat. Die Finanzverwaltung spricht hier vom Zufluss: Entscheidend ist für das Finanzamt, dass in einem Monat tatsächlich nur Sachbezüge im Wert von höchstens 44 Euro zugeflossen sind.

Auch ein Job-Ticket kann als steuerfreier Sachbezug gewährt werden. Hier heißt es allerdings aufpassen: Denn zum einen muss es sich um die Fahrkarte als solche handeln; Ihr Arbeitgeber darf Ihnen also keinen Barzuschuss geben. Zum anderen dürfen Sie keine Jahreskarte kaufen, denn die 44-Euro-Freigrenze wirkt sich nur bei einer Monatskarte aus.

Das Bayerische Landesamt für Steuern hat in einem aktuellen Erlass allerdings darauf hingewiesen, dass es hier einige Gestaltungsmöglichkeiten gibt. Zum einen kann die 44-Euro-Freigrenze angewandt werden, wenn es sich tatsächlich um Monatsmarken handelt. Zum anderen ist es jedoch auch denkbar, dass die Tickets zwar für einen längeren Zeitraum gelten, aber jeden Monat freigeschaltet werden müssen. Auch dann greift der Steuervorteil.

Darüber hinaus können die Tarif- und Nutzungsbestimmungen des jeweiligen Verkehrsunternehmens interessant sein. Sehen diese für ein Jobticket vor, dass die jeweilige monatliche Fahrberechtigung durch eine rechtzeitige monatliche Zahlung erworben wird, fließt auch der geldwerte Vorteil monatlich.

Praxis-Tipp: Fahrtkostenzuschuss aushandeln

Steuerfrei bekommen Sie Ihr Jobticket nur dann, wenn der monatliche Preis des Jobtickets innerhalb der 44-Euro-Freigrenze bleibt. Alternativ können Sie mit Ihrem Arbeitgeber einen Fahrtkostenzuschuss aushandeln. Der ist zwar lohnsteuerpflichtig, allerdings besteht die Möglichkeit, die Lohnsteuer zu pauschalieren.

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