Jobticket

Zusammenfassung

 

Begriff

Als Jobtickets werden Monats- oder Jahresfahrkarten bezeichnet, die Unternehmen bei einem Verkehrsbetrieb erwerben und entgeltlich oder unentgeltlich an ihre Mitarbeiter ausgeben. Das Jobticket berechtigt den Eigentümer dazu, öffentliche Verkehrsmittel innerhalb einer bestimmten Region oder Verkehrszone zu nutzen. Oft erhalten die Unternehmen besondere Konditionen vom Verkehrsbetrieb für ihre Mitarbeiter.

Überlässt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer ein Jobticket, handelt es sich grundsätzlich um einen Sachbezug und damit um steuerpflichtigen Arbeitslohn bzw. sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt. Ab 2019 sind jedoch Arbeitgeberleistungen (Zuschüsse und Sachbezüge) an Arbeitnehmer, die für ihre Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte öffentliche Verkehrsmittel nutzen, steuerfrei. Voraussetzung ist, dass die Leistungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden.

Zur Steuerfreiheit von (Bar-)Zuschüssen des Arbeitgebers bei Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, d. h. der Ersatz von nachgewiesenen Aufwendungen des Arbeitnehmers, siehe "Fahrtkostenzuschüsse".

 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Lohnsteuer: Ab 2019 ist die zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachte unentgeltliche oder verbilligte Gestellung eines Jobtickets nach § 3 Nr. 15 EStG steuerfrei. Bis 2018 und in den Fällen der Barlohnumwandlung auch in den nachfolgenden Jahren liegt steuerpflichtiger Arbeitslohn vor. In diesen Fällen gilt, dass Jobtickets grundsätzlich Sachzuwendungen sind, die nach den Vorschriften des § 8 Abs. 2 EStG (44-EUR-Freigrenze) oder § 8 Abs. 3 EStG (Belegschaftsrabatt) zu bewerten sind. Zusätzliche Regelungen und Beispiele zur Bewertung des Sachbezugs Jobticket finden sich in R 8.1 LStR und H 8.1.LStH. Zur Bewertung und zum Zuflusszeitpunkt s. auch BFH, Urteil v. 14.11.2012, VI R 56/11, BFH/NV 2013 S. 628, BStBl 2013 II S. 382 und Bayerisches Landesamt für Steuern, Verfügung v. 12.8.2015, S 2334.2.1-98/5 St 32.

Sozialversicherung: Die Beitragspflicht des Arbeitsentgelts in der Sozialversicherung ergibt sich aus § 14 Abs. 1 SGB IV. Die Beitragsfreiheit von lohnsteuerfreien (Sach-)Zuwendungen ergibt sich aus § 1 Abs. 1 Satz 1 SvEV. Pauschalversteuerte Sachzuwendungen sind nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 SvEV beitragsfrei. Die Beitragsfreiheit geldwerter Vorteile im Rahmen der Rabattregelungen für Mitarbeiter von Verkehrsunternehmen orientiert sich an den Regelungen des § 3 Abs. 1 Satz 4 SvEV. Zur Umwandlung laufender Lohnvereinbarungen enthält das BSG-Urteil v. 2.3.2010, B 12 R 5/09 R, entsprechende Hinweise.

 

Kurzübersicht

 
Entgelt LSt SV
Jobticket als zusätzliche Leistung zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn frei frei
Jobticket, falls Barlohnumwandlung bis 44 EUR monatlich frei frei
Jobticket bei Arbeitnehmern eines Verkehrsträgers, falls Barlohnumwandlung bis 1.080 EUR monatlich frei frei

Lohnsteuer

1 Steuerbefreiung bei zusätzlicher Leistung ab 2019

Sachbezüge in Form der unentgeltlichen oder verbilligten Zurverfügungstellung von Fahrausweisen (Jobtickets), die mit Rücksicht auf das Dienstverhältnis erbracht werden, sind ab 1.1.2019 von der Steuer befreit. Voraussetzung ist allerdings, dass die Leistungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden. Aufgrund dessen greift die Steuerbefreiung nicht für Arbeitgeberleistungen, die durch (Barlohn-)Umwandlung des ohnehin geschuldeten Arbeitslohns finanziert werden. In einem solchen Fall liegt weiterhin steuerpflichtiger Arbeitslohn vor.

 

Praxis-Tipp

Steuerfreies Jobticket gilt auch für private Fahrten im Personennahverkehr

Die ab 2019 geltende neue Steuerbefreiung bezieht auch private Fahrten im öffentlichen Nahverkehr in die Steuerbefreiung ein. Aufgrund dessen entfällt für den Arbeitgeber die Prüfung, ob das Jobticket auch für Privatfahrten oder aber auch von Familienangehörigen mitgenutzt wird.

2 Steuerpflicht bei Barlohnumwandlung

2.1 Geldwerter Vorteil durch Jobticket

Überlässt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer das Jobticket verbilligt oder unentgeltlich, liegt grundsätzlich ein geldwerter Vorteil vor (Sachbezug). Ein geldwerter Vorteil ist allerdings dann nicht anzunehmen, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer das Jobticket zu dem mit dem Verkehrsträger vereinbarten Preis überlässt.

Ermittlung des geldwerten Vorteils

Der Sachbezug ist grundsätzlich mit seinem geldwerten Vorteil zu erfassen. Zur Ermittlung des geldwerten Vorteils ist zunächst die Differenz zwischen dem üblichen Endpreis (Verkaufspreis) mit einem vom Arbeitnehmer bezogenen vergleichbaren Ticket und den tatsächlichen Aufwendungen des Arbeitnehmers für das Ticket zu bilden. Von diesem Betrag sind noch übliche Preisnachlässe abzuziehen, die der Verkehrsbetrieb im Rahmen des Jobticket-Programms den Arbeitnehmern gewährt. Diese Nachlässe stellen keinen geldwerten Vorteil dar.

 

Praxis-Beispiel

Geldwerter Vorteil bei Tarifermäßigung des Verkehrsbetriebs

Der Arbeitgeber schließt mit einem Verkehrsbetrieb einen Rahmenvertrag ab, nach dem seine Mitarbeiter verbilligte Jobtickets unmittelbar vom Verkehrsbetrieb erwerben können. Der vom Verkehrsbetrieb eingeräumte Rabatt beträgt 10 %. Die M...

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