Bewirtung / 2 Arbeitnehmerbewirtung während Auswärtstätigkeit

2.1 Überblick zur Arbeitgeberbewirtung

Die Übersicht veranschaulicht die für Arbeitgeberbewirtung geltende Rechtslage mit ihren zahlreichen Fallvarianten.

Wird ein Arbeitnehmer während einer beruflichen Auswärtstätigkeit unentgeltlich oder verbilligt verpflegt, ist zwischen einer üblichen Arbeitgeberbewirtung und einem Belohnungsessen zu unterscheiden. Bei einer üblichen Mahlzeit gilt eine Üblichkeitsgrenze von 60 EUR. Die 60-EUR-Grenze ist als Bruttobetrag inkl. Mehrwertsteuer zu verstehen, der sämtliche anlässlich der Bewirtung gewährten Speisen und Getränke umfasst. Zuzahlungen des Arbeitnehmers bleiben bei der Prüfung der 60-EUR-Grenze außer Ansatz.

Die nachfolgenden Ausführungen zur steuerlichen Behandlung der Arbeitgeberbewirtung sind nicht nur für unmittelbar vom Arbeitgeber gewährte Verpflegung anzuwenden, sondern auch für Bewirtungsleistungen während einer beruflichen Auswärtstätigkeit, an denen der Arbeitgeber selbst nicht teilnimmt, die Mahlzeit aber auf Veranlassung des Arbeitgebers durch einen Dritten abgegeben wird. Die Abgrenzungskriterien sind in den Lohnsteuer-Richtlinien[1] zu finden.

2.2 Mahlzeiten bis 60 EUR

2.2.1 Kürzung der Verpflegungspauschale

Bewirtet der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmer anlässlich einer beruflichen Auswärtstätigkeit[1], wird auf eine Besteuerung der während einer beruflichen Reisetätigkeit gewährten Mahlzeiten verzichtet. Allerdings muss der Arbeitnehmer dafür eine Kürzung der Verpflegungspauschbeträge in Kauf nehmen.[2]

Beträgt der Gesamtwert der vom Arbeitgeber unmittelbar oder mittelbar gewährten Speisen und Getränke nicht mehr als 60 EUR, handelt es sich um eine übliche Bewirtung. Beim Arbeitnehmer wird auf die Besteuerung des hieraus resultierenden geldwerten Vorteils verzichtet, wenn der Arbeitnehmer seinerseits für die dienstliche Reisetätigkeit eine Verpflegungspauschale als Werbungskosten geltend machen kann.[3] Gleichzeitig gilt eine tageweise Kürzung des Werbungskostenabzugs für Verpflegungsmehraufwand, wenn dem Arbeitnehmer anlässlich oder während einer Auswärtstätigkeit vom Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung von einem Dritten eine Mahlzeit zur Verfügung gestellt wird.

Die Kürzung erfolgt in Höhe von

  • 20 % der Tagespauschale für ein Frühstück bzw.
  • 40 % der Tagespauschale für ein Mittag- oder Abendessen.

Für die Kürzung ist auf die volle Verpflegungspauschale abzustellen, die für den jeweiligen Ort bei einer 24-stündigen Abwesenheit gilt.[4] Der Kürzungsbetrag erhöht sich durch die Anhebung der Verpflegungspauschbeträge ab 2020.[5]

Bei einer Arbeitgeberbewirtung im Inland beträgt demnach der Kürzungsbetrag

  • 5,60 EUR (bis 2019: 4,80 EUR) für ein Frühstück bzw.
  • 11,20 EUR (bis 2019: 9,60 EUR) für ein Mittag- bzw. Abendessen.

Auch wenn der Wert der Mahlzeit niedriger ist, muss die volle Kürzung (5,60 EUR bzw. 11,20 EUR) vorgenommen werden.[6]

Auch ein vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellter Snack oder Imbiss (z. B. belegte Brötchen, Kuchen, Obst), der während einer auswärtigen Tätigkeit gereicht wird, kann eine Mahlzeit sein und zur Kürzung der Verpflegungspauschale führen. Eine feste zeitliche Grenze für die Frage, ob ein Frühstück, Mittag- oder Abendessen zur Verfügung gestellt wird, gibt es nicht. Maßstab für die Einordnung ist, ob die zur Verfügung gestellte Verpflegung an die Stelle einer Mahlzeit tritt, die üblicherweise zu der entsprechenden Zeit eingenommen wird.

 
Wichtig

Mahlzeiten im Flugzeug

Zu den vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Mahlzeiten gehören auch die z. B. im Flugzeug unentgeltlich angebotenen Mahlzeiten, wenn die Rechnung für das Beförderungsticket auf den Arbeitgeber ausgestellt ist und aufgrund des gewählten Beförderungstarifs nicht eine ausschließliche Beförderungsleistung feststeht. Voraussetzung hierfür ist, dass es sich bei der Verpflegung im Flugzeug um ein Frühstück, Mittag- oder Abendessen handelt.

Keine Kürzung der steuerlichen Verpflegungsspesen wird durch das bei Kurzstreckenflügen gewährte Knabberzeug bewirkt, da Chips, Salzstangen, Müsli- oder Schokoriegel keine Mahlzeit darstellen.

Wer für seine Reise einen Billigflugtarif wählt, ist ohne weitere Prüfung auch künftig auf der sicheren Seite und braucht keine Kürzung vorzunehmen.[7]

2.2.2 Ansatz der amtlichen Sachbezugswerte

Stehen dem Arbeitnehmer für die berufliche Auswärtstätigkeit keine Verpflegungsmehraufwendungen zu, weil er

  • die 8-Stundengrenze nicht erreicht oder
  • bei längerfristigen Einsätzen die 3-Monatsfrist überschritten ist,

und scheidet damit eine Kürzung des ...

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