Was Arbeitgeber gegen Hitze und für die Lohnsteuer tun können

Auch im Jahr 2019 werden wieder rekordverdächtige Temperaturen im Sommer erzielt. Ein Hitzerekord jagt den nächsten. Deshalb stellt sich die Frage, ob es steuerlich geförderte Möglichkeiten gibt, den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen Abkühlung und Linderung zu verschaffen.

Ventilatoren, Klimaanlagen oder andere Abkühlung in Fabrik und Büro

Im Betrieb kann der Arbeitgeber durch technische Maßnahmen für Abkühlung sorgen. Die Anschaffung von Ventilatoren, Klimaanlagen oder anderen Kühlgeräten zur Nutzung während der Arbeitszeit im Betrieb oder bei Auswärtstätigkeiten ist steuerlich unproblematisch. Diese Leistungen erfolgen im überwiegend eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers und bleiben deshalb unbesteuert. 

Beschafft der Arbeitgeber derartige Vorrichtungen für die private Wohnung von Mitarbeitern, liegt dagegen steuerpflichtiger Arbeitslohn nach den allgemeinen Grundsätzen vor. Eine steuerliche Förderung durch eine Pauschalierungsvorschrift oder Ähnlichem besteht nicht, die 44-EUR-Grenze für Sachbezüge dürfte höchstens für einen kleinen Ventilator reichen.

Getränke, Eis oder Obst zur Abkühlung

Verpflegung, die während der Arbeitszeit im Betrieb (kostenlos oder verbilligt) wegen der Hitze zur Verfügung gestellt wird, stellt steuerlich eine sogenannte Annehmlichkeit dar. Da die Leistung im überwiegend eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers steht, ist sie nicht steuerbar und damit steuerfrei (H 19.3 „Nicht zum Arbeitslohn gehören“ LStH, sowie R/H 19.6 „Aufmerksamkeiten“ LStR/H). Steuerpflicht entsteht erst bei der Gestellung kompletter Mahlzeiten (Frühstück, Mittag- oder Abendessen).

Duschen und Swimmingpool

Die Zurverfügungstellung von Schwimmbädern im Betrieb kann nur im absoluten Ausnahmefall im überwiegend eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers liegen. Die Möglichkeit, im Betrieb zu duschen, bleibt hingegen regelmäßig unbesteuert. Dafür ist Voraussetzung, dass die Mitarbeiter sich entweder wieder „in den Zustand versetzen können, wie sie zur Arbeit gekommen sind (Entfernung der Verschmutzung) oder die betriebliche Regelung die Duschmöglichkeit zum Beispiel im Zusammenhang mit der morgendlichen Anreise in den Betrieb mit dem Fahrrad oder im Zusammenhang mit dem Betriebssport ermöglicht. In diesen Fällen ist auch diese Leistung nicht steuerbar.

Andere Sportangebote und Gesundheitsförderung

Es gelten die allgemeinen Grundsätze der betrieblichen Gesundheitsvorsorge. Leistungen des Arbeitgebers zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands und zur betrieblichen Gesundheitsförderung, die zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden, sind bis zu 500 EUR jährlich steuerfrei (§ 3 Nr. 34 EStG). Bei ab 2019 neu begonnen Maßnahmen ist eine Zertifizierung erforderlich. Informationen zu zertifizierten Kursen in der Umgebung finden sich bei den Krankenkassen beziehungsweise beim GKV-Spitzenverband.  

Lockerung der Kleiderordnung

Die Lockerung der Kleiderordnung (zum Beispiel der Verzicht auf das Tragen von Krawatten) oder die Erlaubnis, kurze Hemden und Blusen beziehungsweise Hosen und Röcke tragen zu dürfen, stellt keinen steuerpflichtigen Vorteil für die Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen dar. 

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