Feiertagszuschläge: Was Arbeitgeber beitragsrechtlich beachten müssen. Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Feiertagszuschläge sind für Arbeitnehmer attraktiv, besonders wenn sie abgabenfrei bleiben. Doch wann ist dies der Fall? Für die Beiträge zur Sozialversicherung besteht keine vollständige Übereinstimmung mit dem Steuerrecht. Was Sie beachten müssen.

Vieles wird an Feiertagen teurer, auch ein eventueller Arbeitnehmereinsatz. Müssen Beschäftigte auch an den Feiertagen arbeiten, so freuen sie sich wenigstens auf die gezahlten Zuschläge.

Im Steuerrecht sind Zuschläge, die für die tatsächlich geleistete Feiertagsarbeit neben dem normalen Entgelt ("Grundlohn") gezahlt werden, in gewissen Grenzen steuerfrei. Wie Feiertagszuschlag und Sonntagszuschlag steuerfrei bleiben, lesen Sie hier.

Keine Übereinstimmung zwischen Steuerrecht und SV-Recht

Für die Sozialversicherungsbeiträge besteht hier keine Übereinstimmung mit dem Steuerrecht, sondern es gilt eine abweichende Regelung (§ 1 SvEV): Feiertagszuschläge sind beitragsfrei, soweit das Arbeitsentgelt, aus dem sie berechnet werden (also der "Grundlohn"), nicht mehr als 25,00 EUR je Stunde beträgt. Bei dieser Grenze handelt es sich um einen Freibetrag. Liegt der Stundengrundlohn über 25,00 EUR, sind die Zuschläge also nur teilweise beitragspflichtig. Als beitragspflichtiges Arbeitsentgelt ist dann der Teil der Zuschläge zu berücksichtigen, der auf dem 25,00 EUR übersteigenden Betrag beruht, also nicht der vollständige Feiertagszuschlag. Maximal können folgende Beträge pro geleisteter Feiertagsstunde beitragsfrei sein:

Feiertag125 %31,25 EUR
Weihnachten/1. Mai150 %37,50 EUR

Beispiel: 8 Arbeitsstunden am 1. Mai

Ein Arbeitnehmer erzielt einen Stundengrundlohn in Höhe von 26,50 EUR. Am 1. Mai hat er für 8 Stunden Anspruch auf einen Feiertagszuschlag.

Ergebnis: Da der Stundengrundlohn 25,00 EUR übersteigt, sind die Zuschläge nicht in vollem Umfang beitragsfrei. Der beitragsfreie Anteil des Feiertagszuschlags macht 300,00 EUR aus (8 Stunden × 37,50 EUR). Das beitragspflichtige Arbeitsentgelt berechnet sich wie folgt:

26,50 EUR × 150 % = 39,75 EUR

8 Stunden × 39,75 EUR = 318,00 EUR

318,00 EUR - 300,00 EUR = 18,00 EUR

Somit unterliegt ein Anteil des Zuschlags in Höhe von 18,00 EUR der Beitragsberechnung zur Sozialversicherung.

Ausnahme: Unfallversicherung kennt keine Beitragsfreiheit

Für die gesetzliche Unfallversicherung sind solche Zuschläge jedoch immer in voller Höhe dem Arbeitsentgelt zuzurechnen (§ 1 Abs. 2 SvEV). Das gilt also selbst dann, wenn sie lohnsteuerfrei sind. Der Grenzwert von 25,00 EUR ist für die Unfallversicherung nicht maßgebend.

Prüfung der Versicherungspflicht: Jahresarbeitsentgelt

Zu bedenken ist bei den Feiertagszuschlägen noch, dass beitragspflichtige Feiertagszuschläge bei der zum Jahreswechsel anstehenden Überprüfung des Jahresarbeitsentgelts zu berücksichtigen sind. Das muss immer dann geschehen, wenn die Feiertagszuschläge regelmäßig anfallen.

Minijob: Zuschläge können zu Sozialversicherungspflicht führen

Vorsicht ist geboten, wenn die Zuschläge den Status eines Minijobs verändern - und damit Minijobber sozialversicherungspflichtig werden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Schlagworte zum Thema:  Sozialversicherungsbeitrag, Feiertagszuschlag

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