Riester-Verträge: Beiträge in der Kranken- und Pflegeversicherung fallen in der Auszahlphase künftig nicht mehr an. Bild: Michael Bamberger

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) strebt eine höhere Verbreitung der zusätzlichen Altersvorsorge an. In diesem Zusammenhang bleiben über den Arbeitgeber abgeschlossene Riester-Verträge zukünftig in der Auszahlungsphase beitragsfrei in der Kranken- und Pflegeversicherung.

Geringverdiener profitieren kaum von der Steuerfreiheit bei einer Entgeltumwandlung von Zahlungen an eine Pensionskasse, einen Pensionsfonds oder eine Direktversicherung. Durch die Progressionswirkung ist der Steuervorteil gering oder entfällt komplett.

Riester-Verträge über den Arbeitgeber: Änderung der Beitragsregelungen

Es besteht jedoch die Möglichkeit für den Arbeitnehmer, bei solchen Zahlungen auf die Steuerfreiheit zu Gunsten der Riester-Förderung zu verzichten. Der Arbeitgeber führt die Beiträge dann aus dem Nettoentgelt des Arbeitnehmers an eine Pensionskasse, einen Pensionsfonds oder eine Direktversicherung ab. Dies bedeutet, dass die Beiträge aus sozialversicherungspflichtigem Entgelt finanziert werden.

Riester-Rente: Erhöhung der Grundzulage

Diese Zahlungen werden mit staatlichen Zulagen (Grundzulage und ggf. Kinderzulage) gefördert. Die Grundzulage wird durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz vom 1.1.2018 an von bisher 154 Euro auf 175 Euro jährlich erhöht.

Riester-Verträge wurden bisher doppelt verbeitragt

In der Auszahlungsphase gehören die betrieblichen Riester-Renten zu den sog. Versorgungsbezügen. Diese werden seit 2004 mit dem vollen Beitragssatz in der Kranken- und Pflegeversicherung belegt. Entsprechend findet eine zweite Verbeitragung statt. Im Gegensatz dazu werden privat abgeschlossene Riester-Renten nicht mit Beiträgen belegt. Die Ungleichbehandlung führt dazu, dass die Vertragsmöglichkeit über den Arbeitgeber kaum genutzt wird.

Beitragspflicht in der Auszahlungsphase entfällt

Durch das BRSG wird die doppelte Verbeitragung aufgehoben. Zukünftig sind betriebliche Riester-Renten in der Auszahlungsphase nicht mehr zu verbeitragen, sofern Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung besteht. Die steuer- und beitragsrechtlichen Regelungen bleiben damit in der Anspar- und Auszahlungsphase aber weiter konträr gegenüber den Bestimmungen der anderen Formen der betrieblichen Altersversorgung.

Schlagworte zum Thema:  Riester-Rente, Betriebliche Altersvorsorge (bAV), Riester-Vertrag, Riester-Förderung

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