1 Sonderregelungen aufgrund der Corona-Pandemie bei der Berechnung

 
Wichtig

Aufgrund der außergewöhnlichen Situation am Arbeitsmarkt infolge der COVID-19-Pandemie erstattet die Bundesagentur für Arbeit Arbeitgebern die während des Bezugs von Kurzarbeitergeld von ihnen grundsätzlich allein zu tragenden Beiträge zur Sozialversicherung bis zum 31.12.2021 in voller Höhe in pauschalierter Form.[1]

Über den 31.12.2021 hinaus erstattet die Bundesagentur für Arbeit Arbeitgebern längstens bis zum 31.7.2023 die Beiträge zur Sozialversicherung in Höhe von 50 %, wenn die Beschäftigten an einer während der Kurzarbeit begonnenen beruflichen Weiterbildung teilnehmen.[2]

Bis zum 31.12.2021 gelten zudem Sonderregelungen zur Höhe der Leistung. Danach beträgt das Kurzarbeitergeld

  • ab dem 4. Bezugsmonat für Arbeitnehmer mit Kind 77 % und für Arbeitnehmer ohne Kind 70 %
  • ab dem 7. Bezugsmonat für Arbeitnehmer mit Kind 87 % und für Arbeitnehmer ohne Kind 80 %

der maßgeblichen Nettoentgeltdifferenz. Voraussetzung für den jeweils erhöhten Leistungssatz ist, dass der Anspruch auf Kurzarbeitergeld bis zum 31.3.2021 entstanden ist, und dass der Entgeltausfall im Bezugsmonat mindestens 50 % beträgt. Für die Berechnung sind Monate mit Kurzarbeit ab März 2020 zu berücksichtigen.[3]

Wichtig: Die nachfolgenden Beispiele berücksichtigen die Regelleistungssätze von 60 % für Leistungsberechtigte ohne Kind(er) und 67 % für Leistungsberechtigte mit Kind(ern) im Sinne des Steuerrechts. Die Berechnung erfolgt auf der Grundlage der von der Bundesagentur für Arbeit (BA) herausgegebenen "Tabelle zur Berechnung des Kurzarbeitergeldes".[4]

2 Arbeitnehmer ist verheiratet und hat ein Kind

 

Sachverhalt

Ein Arbeitnehmer, Steuerklasse III, mit einem Kind (15 Jahre), erzielt im April 2021 infolge von Kurzarbeit ein Bruttoentgelt von 1.835,00 EUR. Ohne Kurzarbeit hätte er 2.455,00 EUR brutto verdient.

Wie werden das Kurzarbeitergeld und die Beiträge zur Sozialversicherung berechnet?

Ergebnis

Das Kurzarbeitergeld errechnet sich nach einem Leistungssatz von 67 %. Der Leistungsbetrag ergibt sich nach der Tabelle der BA als Differenzbetrag zwischen den maßgeblichen rechnerischen Leistungssätzen des pauschalierten monatlichen Sollentgelts und des pauschalieren monatlichen Istentgelts.

 
Gerundetes Sollentgelt 2.460,00 EUR  
Rechnerischer Leistungssatz aus dem Sollentgelt   1.285,96 EUR
Gerundetes Istentgelt 1.840,00 EUR  
Rechnerischer Leistungssatz aus dem Istentgelt   986,24 EUR
Differenz der rechnerischen Leistungssätze = Kurzarbeitergeld (Leistungssatz aus dem Sollentgelt ./. Leistungssatz aus dem Istentgelt)   299,72 EUR

Berechnung der Beiträge zur Sozialversicherung:

Für die Berechnung der SV-Beiträge ist zwischen dem tatsächlich erzielten Entgelt und dem Kurzarbeitergeld zu unterscheiden:

  • Für die SV-Beiträge aus dem tatsächlich erzielten Entgelt gelten die allgemeinen Regelungen zur Berechnung, Tragung und Zahlung der Beiträge in allen Zweigen der Sozialversicherung.
  • SV-Beiträge aus dem Kurzarbeitergeld sind zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung zu entrichten, nicht jedoch zur Arbeitslosenversicherung. Als beitragspflichtige Einnahme ist ein fiktives Entgelt in Höhe von 80 % des Unterschiedsbetrags zwischen dem ungerundeten Soll- und Istentgelt zugrunde zu legen.
  • Die auf das Kurzarbeitergeld entfallenden SV-Beiträge (einschließlich des Zusatzbeitrags zur Krankenversicherung) sind allein vom Arbeitgeber zu tragen.
 
Abrechnungsmonat April 2021
Brutto-Sollentgelt 2.455,00 EUR
Abzgl. Brutto-Istentgelt - 1.835,00 EUR
Differenz 620,00 EUR
Fiktives Entgelt für Beitragsberechnung Kurzarbeitergeld (620 x 80 %) 496,00 EUR
 
Beitragspflichtige Einnahmen
  KV / PV RV ALV
SV Entgelt 1.835,00 EUR 1.835,00 EUR 1.835,00 EUR
SV Fiktives Entgelt 496,00 EUR 496,00 EUR 0,00 EUR
SV Gesamt 2.331,00 EUR 2.331,00 EUR 1.835,00 EUR

Lohnsteuerrechtliche Beurteilung

Das Kurzarbeitergeld ist steuerfrei. Als Entgeltersatzleistung unterliegt es jedoch dem steuerlichen Progressionsvorbehalt, d. h. es wird als Einkommen bei der Ermittlung des Steuersatzes berücksichtigt.

Hinweis

Im Falle einer späteren Arbeitslosigkeit entstehen dem Arbeitnehmer durch die für Zeiten des Kurzarbeitergeldbezugs nicht zu entrichtenden Beiträge zur Arbeitslosenversicherung keine Nachteile bei der Bemessung des Arbeitslosengeldes. Soweit Zeiten der Kurzarbeit in die Arbeitslosengeldberechnung einfließen, ist für diese Zeiten – unabhängig von der Höhe der Beiträge – das Bruttoarbeitsentgelt zugrunde zu legen, das der Arbeitnehmer ohne die Kurzarbeit erzielt hätte.

3 Arbeitnehmer ist verheiratet und hat 2 Kinder

 

Sachverhalt

Ein Mitarbeiter einer Speditionsfirma, Steuerklasse IV, mit 2 minderjährigen Kindern, erzielt im Juli 2021 infolge von Kurzarbeit ein Bruttoentgelt von 1.205,00 EUR. Ohne Kurzarbeit hätte er 3.381 EUR brutto verdient.

Wie werden das Kurzarbeitergeld und die Beiträge zur Sozialversicherung berechnet?

Ergebnis

Das Kurzarbeitergeld errechnet sich nach einem Leistungssatz von 67 %. Der Leistungsbetrag ergibt sich nach der Tabelle d...

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