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Umkleidezeit als Arbeitszeit im öffentlichen Dienst

Innerbetriebliche Wegezeiten und Zeiten für das Abholen der Kleidung als Arbeitszeit


Kapitel
Innerbetriebliche Wegezeiten als Arbeitszeit

Wenn Umkleidezeit als Arbeitszeit zu werten ist, stellt sich die Frage, ob auch der Weg vom Umkleideraum zur Arbeitsstelle oder das Abholen der Arbeitskleidung zur Arbeitszeit gehört.

Innerbetriebliche Wegezeiten, die der Beschäftigte nach dem vom Arbeitgeber verlangten Umkleiden auf dem Weg zur Arbeitsstelle zurücklegt, zählen zur Arbeitszeit. Nicht zu bezahlen ist die Wegezeit von der Wohnung bis zum Umkleideraum. Die Wegezeit ist individuell festzustellen, d. h. es zählt zur Arbeitszeit nur die Zeit, die der einzelne Beschäftigte unter Ausschöpfung seiner persönlichen Leistungsfähigkeit für den Weg zwischen Umkleideraum und Arbeitsstelle benötigt.

Abholen der Arbeitskleidung bei einer außerbetrieblichen Ausgabestelle als Arbeitszeit

Wenn der Arbeitgeber im Rahmen seines Direktionsrechts die Abholung der Arbeitskleidung an einer außerbetrieblichen Ausgabestelle verlangt, muss diese Wegezeit vom Arbeitgeber bezahlt werden, wenn sie zusätzlich anfällt. Die Wegezeit zur Ausgabestelle ist individuell unter Berücksichtigung der persönlichen Leistungsfähigkeit zu ermitteln. Bei der Bemessung der Wegezeit ist auch die Wartezeit auf die Ausgabe der Arbeitskleidung oder auf Aufzüge zu berücksichtigen. Auch die Zeit der Auswahl, Anprobe und Entgegennahme muss der Arbeitgeber bezahlen (BAG, Urteil v. 19.3.2014, 5 AZR 954/12).

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