Kommunen in Thüringen sollen künftig Verwaltungsleistungen vermehrt digital anbieten. Die Landesregierung und die Kommunen prüfen, ob sie einen gemeinsamen IT-Dienstleister gründen.

Um die Digitalisierung der Verwaltung voranzutreiben, will der Freistaat Thüringen enger mit den Kommunen zusammenarbeiten. Dazu haben Vertreter des Finanzministeriums, des Gemeinde- und Städtebundes und der Kreise eine Vereinbarung unterzeichnet. Demnach wollen Land und Kommunen unter anderem prüfen, ob sie einen gemeinsamen IT-Dienstleister gründen. «Die Not wird uns zeigen, wir müssen zusammenarbeiten», sagte Michael Brychy, Präsident des Gemeinde- und Städtebunds am Dienstag in Erfurt. Vor allem kleinere Kommunen seien mit E-Government überfordert.

Gründung eines gemeinsamen IT-Dienstleisters?

Ein gemeinsamer IT-Dienstleister könnte Städte, Gemeinden und Kreise dabei helfen, ihre IT-Sicherheit zu stärken und kosteneffizienter zu arbeiten, wie es in einer Mitteilung des Finanzministeriums hieß.

Digitaler Service für die Bürger soll verbessert werden

Ein neues Kompetenzzentrums 4.0 soll die Kommunen bei der Umsetzung des Thüringer E-Government-Gesetzes unterstützen. Der Landtag hatte das Gesetz im April beschlossen. Es soll Bürgern in Zukunft unter anderem ermöglichen, zum Beispiel ein Auto per Internet an- oder umzumelden. Geplant sind dafür Service-Konten für Bürger, über die sie Formulare einreichen und Bescheide von Behörden erhalten können.

Für den Ausbau der digitalen Verwaltung und anderer Informationstechnologie in den Kommunen sollen bis zum Jahr 2022 rund 80 Millionen Euro vom Land fließen.