Die Zahl der anhängigen Verfahren beim BAMF reduziert sich im Jahr 2017 deutlich. Bild: Michael Bamberger

Bis Ende des Jahres will das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Zahl der anhängigen Asylverfahren von fast 130.000 auf rund 50.000 verringert haben. Dies sei ein "normaler" Bestand an offenen Fällen, so dass anschließend mit einer sinkenden Durchschnitts-Verfahrensdauer gerechnet werden könne.

Die BAMF-Präsidentin Jutta Cordt rechnet mit einer deutlichen Verringerung der anhängigen Verfahren zum Jahresende von fast 130.000 auf 50.000. Diese Zahl von 50.000 offenen Verfahren sei ein «normaler Umlaufbestand» für die Behörde, denn «auf Null werden wir nie sein». Denn immer wieder fehlten bei Verfahren Pässe oder andere Dokumente, was die Bearbeitung verzögere.

Deutliche Reduzierung der anhängigen Verfahren in 2017

Bereits im Mai habe das Bundesamt wieder eine Art Normalbetrieb erreicht, sagte Cordt. Damals lag die Zahl der anhängigen Verfahren bei rund 165.000 - und damit unter der vor Beginn der großen Zuwanderung: im Januar 2015 waren es 178.000. Ins aktuelle Jahr gestartet war das BAMF noch mit rund 434.000 anhängigen Verfahren. Ende Juli lag die Zahl bei 129.000.

Altfälle sollen zügig abgeschlossen werden

Vorrangiges Ziel sei es nun, jene Fälle abzuschließen, die schon sehr lange im BAMF liegen. Dies sind etwa zwei Drittel der anhängigen Verfahren. Diese meist schwierigen Altfälle vermiesen dem BAMF zudem die Statistik bei der durchschnittlichen Verfahrensdauer: Sieht man sich nur die neuen Verfahren an, werden diese aktuell durchschnittlich in 1,8 Monaten entschieden. Betrachtet man dagegen alte und neue Verfahren zusammen, liegt die Verfahrensdauer im Schnitt bei 10,9 Monaten.

Derzeit knapp 8.000 Beschäftigte beim BAMF

Nach einem Höchststand von rund 10.000 Beschäftigten auf dem Höhepunkt der Flüchtlingszuwanderung, arbeiten aktuell noch etwa 7.800 Mitarbeiter beim BAMF - rund 3.500 von ihnen befristet. «Wir sind froh, dass wir genug Stellen haben, um einen großen Teil der befristetet Beschäftigten zu übernehmen», sagte Cordt. Dies sei jedoch nur dort möglich, wo der Haushalt eine dauerhafte Beschäftigung hergebe. Es gebe «leider keine Dauerstellen für alle».

Wie viele Mitarbeiter das BAMF im nächsten Jahr benötigen wird, dazu wollte sich Cordt noch nicht äußern. «Wenn nach der Bundestagswahl in neuen Haushaltsverhandlungen über den Personalbestand des BAMF gesprochen wird, brauchen wir gute Begründungen, um ausreichend Personal zu bekommen - und ich bin fest überzeugt, dass wir diese haben», sagte Cordt. Eine Zahl gebe es noch nicht - letztlich hänge das auch davon ab, welche Aufgaben das BAMF zusätzlich übernehme.

Schlagworte zum Thema:  Flüchtlinge, Verwaltung

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