In Deutschland steigen die Mieten für Wohnungen weiter. Und am teuersten wohnt es sich immer noch in München und Stuttgart. Auch die Bestandsmieten steigen zunehmend stärker, wie der aktuelle F+B-Mietspiegelindex zeigt. Insgesamt sind die ortsüblichen Vergleichsmieten in diesem Jahr um 2,1 Prozent gestiegen, im Vorjahr waren es noch 1,8 Prozent. Dabei holt der Osten stark auf, aber auch im Norden steigen die Mieten überdurchschnittlich.

Ausgewertet wurden alle amtlichen Mietpreisübersichten in Deutschland. Dabei analysiert das Beratungsunternehmen F+B die Nettokaltmieten von typischen Normalwohnungen mit einer Fläche von 65 Quadratmetern, mittlerer Ausstattung und Lage, in Gemeinden mit mindestens 20.000 Einwohnern und veröffentlichten Mietspiegeln.

München und Stuttgart mit Abstand an der Spitze

Die Münchner zahlen durchschnittlich 10,22 Euro pro Quadratmeter für ihre Wohnungen. Das sind 52 Prozent mehr, als in den 347 untersuchten Mietspiegelstädten insgesamt im Schnitt gezahlt werden, sagt Dr. Bernd Leutner, Geschäftsführer von F+B. Im Vorjahreszeitraum lag München 71 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt.

In absoluten Beträgen werden in Deutschland im Durchschnitt 6,72 Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter fällig.

Nach Stuttgart auf dem zweiten Platz mit 9,92 Euro pro Quadratmeter (48 Prozent über dem aktuellen Bundesdurchschnitt), befinden sich auf den ersten zehn Rangplätzen Münchner und Stuttgarter Umlandgemeinden, noch vor den weiteren Top-Metropolen Köln (Rang 11; 8,43 Euro), Hamburg (Rang 14; 8,39 Euro), Düsseldorf (Rang 16; 8,26 Euro) und Frankfurt am Main (Rang 19; 8,07 Euro).

Attraktive Arbeitsplatzangebote ziehen immer mehr Mieter an

In den Großstädten sind es laut F+B vor allem attraktive Arbeitsplatzangebote, die die Nachfrage nach Mietwohnungen erhöhen und den Wohnungsmarkt enger und teurer machen. Alleine für Frankfurt am Main rechnen Statistiker der Bundesregierung bis zum Jahr 2030 mit einem Anstieg der Bevölkerung von derzeit 715.000 auf 810.000 Einwohner.

Dieser Effekt ist inzwischen – wenn auch in geringerem Maße – ebenfalls bei ostdeutschen Großstädten erkennbar. Jena, Rostock und Erfurt liegen auf den Indexrangplätzen 88 bis 102 mit einer Durchschnittsmiete von 6,50 bis 6,30 Euro pro Quadratmeter auf dem Niveau des Durchschnitts aller 347 Mietspiegelstädte.

Die übrigen Großstädte in Ostdeutschland rangieren überwiegend darunter. So zahlt man zum Beispiel in Potsdam im Schnitt 6,17 Euro pro Quadratmeter. In Schwerin und Dresden liegt die Durchschnittsmiete bei 5,81 beziehungsweise 5,81 Euro für den Quadratmeter.

Niveau der Vergleichsmieten im Verhältnis zum deutschen Durchschnitt (100)

  1. München 152
  2. Stuttgart 148
  3. Leinfelden-Echterdingen 148
  4. Tübingen 141
  5. Karlsfeld 138
  6. Germering 138
  7. Ditzingen 129
  8. Dachau 129
  9. Ludwigsburg 129
  10. Fellbach 126
  11. Köln 125
  12. Leonberg 125
  13. Wiesbaden 125
  14. Hamburg 125
  15. Konstanz 124
  16. Düsseldorf 123
  17. Remseck am Neckar 123
  18. Darmstadt 121
  19. Frankfurt am Main 120
  20. Erding 120

Mieten steigen im Norden am stärksten – im Osten holt der sanierte Altbau auf

Die Entwicklung der Mietpreise läuft regional sehr unterschiedlich. In Bayern und Baden-Württemberg (Region Süd) fallen die Steigerungsraten der ortsüblichen Vergleichsmieten mit 1,8 Prozent unterdurchschnittlich aus. Gegenüber dem Vorjahr geht die Steigerung deutlich zurück (2016: plus 2,9 Prozent). Die Nettokaltmiete lag 2016 im bundesweiten Schnitt bei 5,75 Euro pro Quadratmeter, 2015 waren es 5,69 Euro pro Quadratmeter, wie der Wohngeld- und Mietenbericht 2016 der Bundesregierung zeigt.

Laut F+B sind 2017 die Bestandsmieten im Norden am stärksten gestiegen – im Schnitt um drei Prozent (2016: 2,5 Prozent). In Ostdeutschland sind es immerhin 2,3 Prozent (2016: plus 1,1 Prozent) und damit ebenfalls eine Steigerung über dem bundesdeutschen Durchschnitt und gegenüber dem Vorjahr.

„Vergleichsweise günstig ist das Wohnen in der Bundeshauptstadt, wenn man die anderen Metropolregionen als Vergleichsmaßstab heranzieht“, sagt der F+B-Chef.

In den westlichen Stadtteilen Berlins kosten Bestandswohnungen laut F+B aktuell im Schnitt 7,08 Euro, in den östlichen Stadtteilen 6,40 Euro pro Quadratmeter. In Berlin zeige sich eine enorme Spannbreite der Mieten, so Leutner. Dort seien die Mieten sowohl im Altbau- als auch im Neubausegment weit überdurchschnittlich angestiegen. Im ersten Halbjahr 2017 ermittelte JLL einen Anstieg der Berliner Mieten von 13 Prozent auf Jahressicht.

Etwa der Eigentümerverband Haus & Grund und der BFW Bundesverband Freier Wohnungsunternehmen erkennen den Berliner Mietspiegel nicht an: Nur 75 Prozent der erhobenen Daten seien im Berliner Mietspiegel 2017 berücksichtigt worden.

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