Mieter-Umfrage: Vermieter sollen nachhaltiger wirtschaften

Ein Großteil der Mieter ist mit den Leistungen der Wohnungseigentümer d'accord, wie eine repräsentative Umfrage von Analyse & Konzepte zeigt. Am besten schneiden die privaten Einzelvermieter ab. Abstriche gibt es bei der Nachhaltigkeit – ob ökologisch oder ökonomisch.

Die Mehrheit (82 Prozent) der Mieter in Deutschland ist mit den Leistungen der Vermieter mindestens zufrieden, wie die repräsentative Studie "Servicemonitor Wohnen 2022" des Beratungsinstituts Analyse & Konzepte zeigt. Daran hat sich seit dem Jahr 2018 kaum etwas geändert. Knapp jeder Fünfte (18 Prozent) ist "weniger zufrieden" oder "unzufrieden". Auch dieser Wert ist relativ stabil.

Private Vermieter machen den "Job" am besten

Die meisten vollkommen zufriedenen Mieter haben mit 22 Prozent die privaten Einzelvermieter, gefolgt von den kommunalen Wohnungsunternehmen (21 Prozent) und den Hausverwaltungen (15 Prozent). Die Genossenschaften hatten im Jahr 2020 noch 18 Prozent vollkommen zufriedene Mieter. 2022 fiel der Wert auf elf Prozent. Analyse & Konzepte führt das unter anderem darauf zurück, wie gut oder weniger gut Vermieter mit der Pandemie umgegangen sind.

Rund die Hälfte (56 Prozent) der Befragten halten die Höhe der Miete im Moment für angemessen, 18 Prozent für "zu hoch" und sieben Prozent für "viel zu hoch".

Als Zusatzservice würden 58 Prozent der Mieter sich am meisten über kostenlose digitale Zähler und Verbrauchsablesungen freuen, gefolgt von kostenlosen Mieter-Apps (44 Prozent).

Kritik an Nachhaltigkeit und Kontrolle von Schäden

Knapp ein Drittel (29 Prozent) der Mieter ist mit der Verständlichkeit von Schreiben, dem Einhalten von Terminen, der telefonischen Erreichbarkeit, der schnellen und unkomplizierten Reaktion auf Anfragen und der persönlichen Erreichbarkeit ihres Vermieters vollkommen zufrieden, heißt es. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Befragten hätte die Kommunikation gerne auf digitalem Weg. Im Jahr 2020 sagten das nur 35 Prozent.

Weniger gute Werte haben die Mieter den Vermietern bei der Umfrage für die ökologische und die wirtschaftliche Nachhaltigkeit (jeweils 23 Prozent) ausgestellt. Auch mit der regelmäßigen Kontrolle der Wohnungen auf Schäden und Sauberkeit (22 Prozent) sind viele Mieter unzufrieden.

Detailliertere Verbrauchsinfomationen wünschen sich 63 Prozent der Mieter, die an der Umfrage teilgenommen haben. Genauere Angaben zu den Energiekosten der Wohnung sogar 66 Prozent.

Civey: Mieter fehlen Infos zu Energiekrise und Nebenkosten

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine Umfrage von Civey im Auftrag von Guttmann Communications. Demnach fühlt sich rund die Hälfte (knapp 60 Prozent) der Mieter vom Vermieter nicht ausreichend über die Auswirkungen der Energiekrise auf die Wohnnebenkosten informiert.

Mieter wünschen sich laut Civey-Umfrage eine klare und transparente Kommunikation zu den Preiserhöhungen infolge der Energiekrise. Rund 57 Prozent der befragten Mieter sehen aktuell Defizite in der Vermieterkommunikation. Auch eine transparente Aufschlüsselung der Kosten wird gewünscht. Die gute Erreichbarkeit des Vermieters bei Rückfragen trägt zur Mieterzufriedenheit bei.

Eine gelungene Kommunikation könne entscheidend zur Verbesserung von Image und Reputation eines Unternehmens beitragen, heißt es bei Civey abschließend.


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