Energieeffizienz in WEGs: Bilanz des "Green Home"-Projekts
Rund 42,5 Millionen Wohnungen gibt es in Deutschland, davon gehören mehr als zehn Millionen zum Bestand der zwei Millionen Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGs) – da Gebäude einen erheblichen Anteil am CO2-Ausstoß haben, muss die Sanierungsrate mindestens verdoppelt und deutlich mehr Geld in Energieeffizienzmaßnahmen gesteckt werden als bisher, um die Klimaziele bis 2045 zu erreichen.
Projekt "Green Home" für Eigentümer und Verwalter
Mit dem EU-finanzierten Projekt "Green Home" unter dem Vorsitz des Verbands der Immobilienverwalter Deutschland (VDIV Deutschland) sollen Eigentümer und Verwalter dabei unterstützt werden, den Klimaschutz mitzudenken und sich für Investitionen in die Energieeffizienz zu entscheiden.
Das Projekt startete am 1.10.2021 und lief bis zum 30.9.2024 mit dem Ziel, die Dekarbonisierung der WEG-Immobilien voranzubringen. Dafür haben die Projektpartner praxistaugliche Werkzeuge und bedarfsorientierte Instrumente für die Finanzierung von Energieeffizienzmaßnahmen für Eigentümergemeinschaften entwickelt.
Die Initiative hat gezeigt, dass die Instrumente, die Eigentümer brauchen, um Entscheidungen zu treffen, einfach sind, aber mit der Standardisierung beginnen müssen. Das Haupthindernis für Verbesserungen ist demnach ein Mangel an Wissen und Verständnis für den Wert der Energieeffizienz. Auch Fehlinformationen spielen eine Rolle.
Energetische Sanierungen in WEGs: Wo ist Bedarf?
Um herauszufinden, wo tatsächlich Bedarf ist, gab es während der Projektlaufzeit eine Umfrage des VDIV bei WEGs. Die Umfrage fand im Juli 2023 statt. Die Ergebnisse geben einen Überblick über den Zustand des WEG-Bestands, spezifische Motivlagen und Hemmnisse für energetische Sanierungen sowie Fragen zur Finanzierung.
Mehr als ein Viertel der WEG-Gebäude wurde zwischen 1949 und 1978 gebaut (28 Prozent); gefolgt von den Baujahren 1979 bis 1990 (21,6 Prozent). Mehrfamilienhäuser sind stark von Altbeständen geprägt: 60 Prozent davon wurden vor 1979 errichtet (knapp 14,6 Millionen Wohnungen). Auf die Frage, ob es bereits Sanierungsmaßnahmen am Gemeinschaftseigentum zwischen 2018 und 2023 gab, antworteten 69 Prozent der Eigentümer und Verwalter mit Nein.
WEGs fehlen vor allem Informationen zu den Themengebieten:
- Förderung (100 Prozent),
- gesetzliche Mindeststandards / Vorgaben für Gebäude (89 Prozent),
- Finanzierungsmöglichkeiten (93 Prozent),
- transparente Darstellung von Kostenersparnissen pro Wohneinheit (Quadratmeter) nach Fördermöglichkeiten (89 Prozent),
- Orientierungshilfen für Gebäude nach Baualter und möglicher sinnvoller Maßnahmen (88 Prozent) und
- Haftungsrisiken (81 Prozent).
Was WEGs im Ergebnis bei der energetischen Sanierung helfen würde:
- umfassendes Informationsmaterial,
- einfache, unkomplizierte und langfristige Fördermodelle,
- Planungssicherheit und Sanierungsplanung,
- WEG-taugliche individuelle Sanierungspläne,
- Abbau von Vorbehalten gegenüber WEG-Verbandskrediten,
- Ausbau von Kooperations- und Netzwerkstrukturen,
- Beratung und Bündelung von Informationen (One-Stop-Shops) und
- Dialogformate, in denen Stakeholder gemeinsam Lösungen erarbeiten.
"Green Home"-Umfrage des VDIV: Alle Ergebnisse (PDF)
Das "Green Home"-Projekt: Hintergrund
Partner des "Green Home"-Projekts sind neben dem VDIV die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF), die Initiative Wohnungswirtschaft Osteuropa (IWO) und Funding for Future (F3).
Das EU-Projekt erarbeitete zunächst eine Ist-Analyse der aktuellen Herausforderungen. In interaktiven Dialogformaten, runden Tischen und Interviews wurden dann verschiedene Perspektiven, Erwartungen und Erfahrungen gesammelt, um bis Ende der Laufzeit am 30.9.2024 praktikable Lösungen zu entwickeln und zu präsentieren.
VDIV: Dokumentation der "Green Home"-Projektergebnisse (Download)
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