Flächenmanagement

Hybrides Arbeiten tut der Büroauslastung gut


Märkte: Hybrides Arbeiten tut der Büroauslastung gut

Hybride Arbeitsmodelle haben sich weltweit weiter etabliert, wie eine Nutzerumfrage von CBRE zeigt – das beeinflusst die Anforderungen an Büroflächen nachhaltig. Was Unternehmen wissen und worauf Vermieter achten müssen.

Die durchschnittliche Büronutzung ist weltweit deutlich gestiegen, wie eine Umfrage des Immobiliendienstleisters CBRE zeigt. Demnach liegt die Büroauslastung inzwischen bei 53 Prozent – das ist der höchste Wert seit März 2020 und ein deutlicher Sprung gegenüber 38 Prozent im Jahr 2024.

Damit nähert sich die Nutzung wieder dem Zielniveau vieler Unternehmen an, die mehrheitlich eine Auslastung von über 65 Prozent anstreben.

Rotationsmodelle und flexible Büroanwesenheit

Auch die Spitzenauslastung steigt der Umfrage zufolge weiter und liegt im Durchschnitt bei 80 Prozent. Das deutet laut CBRE darauf hin, dass Unternehmen es zunehmend schaffen, Mitarbeiter gezielt für kollaborative Formate und Teamarbeit ins Büro zu bringen.

Ein weiterer Indikator für den Strukturwandel: Die globale Occupancy Rate liegt bei 111 Prozent – das heißt, dass mehr Mitarbeiter einem Standort zugeordnet sind als physische Arbeitsplätze vorhanden sind. Hybrides Arbeiten ermöglicht diese Entwicklung durch Rotationsmodelle und flexible Anwesenheitsplanung.

"Unternehmen müssen die Büroauslastung und -zuteilung gut planen. Denn an Spitzentagen kann es zu Überlastungen kommen – und damit zu sinkendem Komfort oder eingeschränkter Produktivität", erklärt Dr. Jan Linsin, Head of Research bei CBRE in Deutschland.

Desk Sharing und definierte Office-Policy

Das Flächenmanagement vieler Unternehmen hat sich laut CBRE verändert. Desk Sharing ist mittlerweile Standard. Rund 69 Prozent der Umfrageteilnehmer geben an, dass mehr als 40 Prozent ihrer Belegschaft Arbeitsplätze teilen. Die Mehrheit setzt dabei auf ein moderates Verhältnis zwischen 1,01 und 1,49 Personen pro Arbeitsplatz.

Auch die Arbeitsrichtlinien werden klarer. Nahezu alle (96 Prozent) Unternehmen haben mittlerweile eine definierte Office-Policy, wobei "mindestens drei Tage pro Woche im Büro" mit 66 Prozent der häufigste Fall ist. Auffällig bleibt jedoch ein Spannungsfeld: 70 Prozent der Unternehmen geben an, dass die Mitarbeiter seltener im Büro sind als von den Führungskräften erwartet oder vorgegeben ist.

Hälfte der CRE-Teams rechnet mit Flächenreduktion

Parallel dazu erwarten viele Corporate-Real-Estate (CRE)-Teams eine weitere Konsolidierung ihrer Portfolios: 57 Prozent rechnen in den nächsten drei Jahren mit einer Flächenreduktion. Hauptgrund ist laut Studie die geringere Flächennachfrage infolge hybrider Arbeitsmodelle (67 Prozent).

"Immer mehr Unternehmen erkennen den Paradigmenwechsel im Umgang mit Büroflächen. Diese werden nicht mehr nach Quadratmetern und Kopfzahlen, sondern nach tatsächlicher Nutzung und Bedarf optimiert", sagt Stephan Leimbach, Head of Occupier Accounts & Consulting Germany bei CBRE. "Das macht datenbasierte Steuerung und flexible Konzepte zum entscheidenden Erfolgsfaktor für die Balance aus einem attraktiven und produktiven Büro sowie der Vermeidung unnötiger Kosten."

Zur Umfrage "Adaptive Spaces – 2026 CBRE Global Workplace & Occupancy Insights" 


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Schlagworte zum Thema:  Investment , Büroimmobilie
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