KI-Nutzung? Oft längst Standard!
Künstliche Intelligenz kommt heutzutage vor allem in Bereichen des Lead Managements, der Exposé-Erstellung, Marketingautomatisierung (zum Beispiel Keywordmanagement) und der Darstellung von Eigentumsverhältnissen und Investitionsrechnungen zur Anwendung. Speziell für Makler gibt es noch wenige exklusive Anwendungen mit KI, die meisten kommen auch in anderen Branchen zum Einsatz.
In den Top-7-Standorten ist die Auseinandersetzung mit Anwendungen wie Large Language Models (LLMs) längst Standard. Interessant dabei: Dort, wo der Wettbewerbsdruck nicht so hoch ist, ist auch die Technologisierung weniger fortgeschritten.
Makler: Entlastung durch automatisierte Prozesse
In Zukunft kann die Automatisierung von Routineaufgaben die Makler spürbar entlasten. Ton- und Argumentationsanalysen können künftig dazu beitragen, die Sales- und Pitchfähigkeiten weiter zu verbessern. Auch Marktanalysen und die Einwertung von Immobilien sind damit möglich. KI kann zudem dabei helfen, Datenbanken besser auszuwerten.
Die Anforderungen an die Datenqualität der Datenbanken sind dank eines automatisierten Prozesses nicht mehr ganz so hoch. Damit wird auch der Aufwand der Datenbankpflege viel geringer. Auch die Auswertung von vergangenen Eigentümerversammlungen und den dazugehörigen Dokumenten kann spürbar beschleunigt werden. KI wird zeitaufwändige und repetitive Aufgaben übernehmen.
Je einfacher die Aufgabe, desto mehr kann KI helfen
KI impliziert, dass man als Dienstleister weniger kompetent sein muss. Das Gegenteil aber ist der Fall. Man muss kompetent sein, um mit der KI gut umzugehen. Es ist notwendig zu verstehen, wie die KI zu einem Schluss kommt. Man muss in der Lage sein, die Verzerrung eines Ergebnisses (einen Bias) zu erkennen und zu korrigieren. KI kann also in der Vorbereitung der Entscheidungsgrundlagen durchaus hilfreich sein. Sie handelt aber nicht außerhalb der vorgegebenen Aufgaben.
Zusammengefasst kann gesagt werden: Je einfacher eine Aufgabe ist, desto mehr Einfluss kann der KI gewährt werden. Je komplexer und zukunftsorientierter eine Aufgabe wird, umso eher kommt der KI nur eine vorbereitende Rolle zu. KI ist nur ein weiterer Dienstleister – man sollte ihn nutzen, um mehr Zeit für die eigenen Kunden zu gewinnen. Makler müssen im aktuellen Marktumfeld ihre Stärken und Schwächen genau kennen.
Makler: Kernkompetenzen rücken wieder in den Fokus
Es ist wichtig, sich auf die Kernkompetenzen zu konzentrieren und eine gezielte Zielgruppe in einem gezielten Markt anzusprechen. Nur so können Makler Dienstleistungsqualität und damit auch Kundenzufriedenheit und dauerhaft erfolgreiche Abschlüsse erzielen.
Es kann in diesem Kontext auch sinnvoll sein, einzelne Aufträge an Partner weiterzugeben, um sich auf das Wachstum im eigenen Kernmarkt zu konzentrieren. Makler müssen KI dafür nutzen, sich die Ineffizienzen des Menschseins zu erlauben, einen Kaffee mit dem Kunden zu trinken, denn die menschliche Komponente wird weiterhin ein Erfolgsfaktor bleiben.
Diese Experteneinschätzung stammt aus der Ausgabe 01/25 der "Immobilienwirtschaft".
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