Gesundheitsimmobilien: Transaktionsvolumen sinkt

Der Bedarf an Gesundheitsimmobilien ist groß. Dennoch ist das Transaktionsvolumen im ersten Halbjahr 2019 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 52 Prozent auf 840 Millionen Euro zurückgegangen. Der Grund: Produktknappheit. Dies ist das Ergebnis einer Analyse des Immobiliendienstleisters CBRE.

Das Transaktionsvolumen im Bereich Gesundheitsimmobilien wurde in den vergangenen Jahren laut CBRE vor allem durch großvolumige Portfoliotransaktionen bestimmt. Diese sind 2019 bisher ausgeblieben – und entsprechend ist auch die Portfolioquote um 51 Prozentpunkte auf 27 Prozent Marktanteil zurückgegangen.

"Während viele Investoren auf der Suche nach erwerbbaren Gesundheitsimmobilien sind, leidet der Markt unter der Produktknappheit." Dirk Richolt, Head of Real Estate Finance bei CBRE in Deutschland

Das bedeute jedoch nicht, dass die Assetklasse an Dynamik verliere, betont CBRE. Bereits jetzt habe der Transaktionsmarkt ein Volumen erlangt, das in den Jahren ohne größere Portfoliotransaktionen sonst erst zum Jahresende erreicht worden sei, so Richolt.

Der Rückgang der Portfolioquote spiegelt sich laut der Studie auch im Marktanteil der internationalen Investoren wider, dieser ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31 Prozentpunkte auf 53 Prozent zurückgegangen.

"Internationale Investoren sind verstärkt an großen Deals interessiert – sprich an Portfolios. Werden hiervon weniger am Markt angeboten, sinkt dementsprechend auch der Anteil der Investoren aus dem Ausland." Dirk Richolt, Head of Real Estate Finance bei CBRE in Deutschland

Renditekompression prognostiziert

Bei der Rendite liegt der Spitzenwert für Pflegeimmobilien weiterhin bei 4,75 Prozent.  Die Rendite ist damit im Vergleich zum zweiten Quartal 2018 zwar um nur fünf Basispunkte zurückgegangen, seit dem ersten Quartal 2019 war jedoch keine weitere Renditekompression zu verzeichnen.

"Im weiteren Jahresverlauf dürfte es jedoch durchaus eine Fortsetzung der Renditekompression bei Pflegeheimen geben." Tim Schulte, Associate Director Valuation Advisory Services bei CBRE in Deutschland

Weiterhin keine Großtransaktionen erwartet

Für das Gesamtjahr erwartet CBRE ein Transaktionsvolumen von 1,25 bis 1,5 Milliarden Euro. Denn bisher zeichneten sich keine herausstechenden Großtransaktionen ab, so Richolt, auch wenn die Nachfrage nach Gesundheitsimmobilien ungebrochen hoch sei.


Lesen Sie mehr:

Studie: Betreutes Wohnen bietet enormes Potenzial für Investoren

Pflegeimmobilienmarkt: Wachstum nicht aufzuhalten

Investments in Pflegeimmobilien mehr als verdoppelt

Schlagworte zum Thema:  Marktanalyse, Investment