08.08.2013 | Top-Thema Garantierückstellung: Praxisfall

Einzubeziehende Kosten

Kapitel
Garantierückstellungen bilden
Bild: Haufe Online Redaktion

Bei der Berechnung der Garantierückstellung sind grundsätzlich alle Aufwendungen einzubeziehen, die durch die Erfüllung der Verpflichtung entstehen: Es müssen die Vollkosten unter Berücksichtigung künftiger Kosten- und Preissteigerungen angesetzt werden. Die Kosten hängen von der Art der Verpflichtung ab.

Rücknahme der mangelhaften Ware und Erstattung des Kaufpreises
Muss eine mangelhafte Ware zurückgenommen werden gegen Rückzahlung des Kaufpreises, ist nach herrschender Meinung das zurückzuzahlende Entgelt (Nettoverkaufspreis) abzüglich des Zeitwertes der mangelhaften Ware anzusetzen. Nach Ansicht der Finanzverwaltung ist hingegen nur die Differenz zwischen dem zurückzugewährenden Kaufpreis und dem Buchwert des veräußerten Wirtschaftsgutes zu bilden, da die Rückstellung damit lediglich den Veräußerungserlös eliminiert (BMF, Schreiben v. 21.1.2002, IV A 6 - S 2137 - 14/02, WPg 2002, 390).

Verpflichtung zur kostenlosen Nachbesserung
Besteht eine Verpflichtung zur kostenlosen Nachbesserung sind die voraussichtlich anfallenden Selbstkosten zu ermitteln. Hierzu zählen z. B.: 

  • Material- und Materialgemeinkosten,
  • Lohn- und Gehaltskosten
  • Transportkosten
  • Gutachterkosten
  • Reisekosten
  • Fremdkosten (z.B. für Fremdteile)

Verpflichtung zur mangelfreien Nachlieferung
Besteht eine Verpflichtung zur mangelfreien Nachlieferung sind Kosten, die durch die Ersatzlieferung entstehen. Dies sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des nachzuliefernden Gegenstandes zuzüglich der Nebenkosten, jedoch ohne Gewinnzuschläge (vgl. BFH, Urteil v. 13.12.1972, BStBl. II 1973, 217 u. Urteil v. 17.2.1993, X R 60/89, BStBl. II 1993, 437).

Schlagworte zum Thema:  Steuerbilanz, Handelsbilanz, BilMoG, Rückstellung

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