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Wie ein PC mit Peripheriegeräten in der Buchführung ausgewiesen wird

Bei Computer, Notebooks und Tablet-PC geht man regelmäßig davon aus, dass sie zum Betriebsvermögen zählen.
Bild: Michael Bamberger

Für die Zuordnung eines angeschafften Wirtschaftsguts zum Betriebsvermögen kommt es darauf an, wie stark diese betrieblich genutzt werden. Bei Computer, Notebooks und Tablet-PC geht man regelmäßig davon aus, dass sie zum Betriebsvermögen zählen.

Im betrieblichen Bereich werden Computer/Notebooks/Netbooks, Tablet-PCs in vollem Umfang als Betriebsvermögen ausgewiesen, weil die Privatnutzung von regelmäßig 10 % nicht überschritten wird und somit von untergeordneter Bedeutung ist. Für die steuerliche Behandlung kommt es darauf an, ob der Computer zusammen mit Peripheriegeräten

  • als einheitliches Wirtschaftsgut "Computeranlage" eingestuft werden kann oder
  • ob es sich um Einzelwirtschaftsgüter handelt,
  • die selbstständig nutzbar sind oder
  • die nur eigenständig bewertbar sind.

Diese Unterscheidung ist zwingend erforderlich, wenn es darum geht, die Abschreibung zutreffend zu ermitteln. Nur ein selbstständig nutzbarer PC kann ein geringwertiges Wirtschaftsgut sein oder in einen Sammelposten eingestellt werden. Ansonsten ist der PC mit seinen Peripheriegeräten über die amtlich festgelegte Nutzungsdauer von 3 Jahren abzuschreiben.

Selbstständige Nutzbarkeit – der BFH legt Kriterien fest

Um einen Computer überhaupt nutzen zu können, benötigt der Unternehmer zumindest

  • einen Tower (Zentraleinheit),
  • einen Monitor,
  • eine Tastatur und
  • eine Maus.

Keiner dieser Bestandteile ist für sich selbstständig nutzbar. Es stellt sich daher die Frage, ob alle diese Teile zu einem selbstständigen Wirtschaftsgut "Computeranlage" zusammengefasst werden können. Nach dem BFH (BFH, Urteil v. 15.7.2010, III R 70/08)  ist es nicht möglich, den Computer zusammen mit den Peripheriegeräten als eine Einheit zu betrachten.

Würden Tower (Zentraleinheit), Monitor, Drucker, Tastatur und Maus als ein einheitliches Wirtschaftsgut "Computeranlage" zusammenfasst, müsste z. B. der Neukauf eines Druckers oder PC-Monitors als Erhaltungsaufwand gebucht werden. Aber gerade dies lehnt der BFH in seinem Urteil (BFH, Urteil v. 15.7.2010, III R 70/08vom 15.7.2010) ab. Mehrere Gegenstände können nur dann zu einem einheitlichen Wirtschaftsgut zusammengefasst werden, wenn die einzelnen Teile nach ihrer Verbindung ihre Eigenständigkeit verlieren würden. Das ist gerade bei einem Computer nicht der Fall, auch wenn er zusammen mit Peripheriegeräten gekauft wird. Lt. BFH kann ein Drucker nicht als unselbstständiger Bestandteil eines Wirtschaftsguts "Computeranlage" behandelt werden.

Computer: Beurteilung der Zusammensetzung bzw. Ausstattung

BeschreibungBesonderheitselbstständig nutzbar?
Tower/ZentraleinheitKernstück, in dem die Zentraleinheit, das DVD-Laufwerk usw. untergebracht sind - einzeln i.  d.  R. mit Tastatur erwerbbarnein
TastaturKann in unterschiedlichen Ausführungen einzeln erworben werdennein
MausKann in unterschiedlichen Ausführungen einzeln erworben werdennein
DruckerPeripheriegerät zum Computernein
KombinationsgerätEs ist mehr als nur ein Drucker; wird regelmäßig kombiniert mit Fax, Scanner und ­Kopiererja
KabelsatzVerbindet Geräte untereinander und mit der Stromquelle (selbstständig bewertbare Wirtschaftsgüter)nein
Komplett-PC bzw. ­Display-PC)Alle Teile, die ansonsten im Tower unter­gebracht sind, sind im Bildschirm integriertja

Notebook/Netbook, Tablet-PC, z. B. I-Pad

Tragbares Komplettgerät, das alle für die Nutzung erforderlichen Elemente enthält (Touchpad als Mausersatz), mit integriertem Internetzugangja

 

Nach dem BFH-Urteil handelt es sich bei einem Drucker um ein eigenständiges Wirtschaftsgut. Konsequenz ist, dass der Austausch des Druckers nicht zu sofort abziehbarem Erhaltungsaufwand führen kann. Eine Behandlung als nachträgliche Anschaffungskosten für ein Wirtschaftsgut "Computeranlage" scheidet ebenfalls aus. Das bedeutet, dass PC-Monitor, Drucker und Scanner eigenständig bewertbare Wirtschaftsgüter sind, die einzeln abgeschrieben werden. Da die Peripheriegeräte nicht eigenständig nutzbar sind, handelt es sich weder um geringwertige Wirtschaftsgüter noch um Wirtschaftsgüter, die in einen Sammelposten eingestellt werden können.

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Schlagworte zum Thema:  Tablet-Computer, Computer, PC, Betriebsvermögen

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