01.03.2016 | Top-Thema Frühwarnindikatoren: Mit Kennzahlen Schieflagen erkennen

Frühwarnindikatoren Mitarbeiter und Personal

Kapitel
Auch die Altersstruktur im Unternehmen sollte im Auge behalten werden.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Mitarbeiter haben mehr Anteil am Erfolg eines Unternehmens als viele Führungskräfte ahnen oder sich eingestehen wollen. Auch in diesem Bereich gibt es Kenngrößen, die sich dazu eignen, mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen. Allerdings ist es im Personalbereich oft schwieriger, verlässliche Aussagen zu erhalten, da die Ursachen für die Entwicklung der meisten Kennzahlen oft nicht konkret hinterfragt werden können. Beispielsweise wollen oder können Mitarbeiter keine weiteren Auskünfte zu Krankheitsursachen oder Wechselgründen machen. Dennoch lohnt es sich immer, auch im Personalbereich Kennziffern anzusehen, und sie als Orientierungswerte zu nutzen.

Krankheitsquote = Anzahl kranker Mitarbeiter pro Periode * 100/Gesamtzahl Mitarbeiter

Die Krankheitsquote zeigt, wie hoch der Anteil kranker Mitarbeiter in einem Zeitraum ist, z.B. Monat, Quartal, Jahr.

Häufig steigt die Krankheitsquote deutlich, wenn es Probleme im Betrieb gibt, etwa

  • Ärger mit den Vorgesetzten,
  • Überlastung durch zu viel Arbeit,
  • Führungsprobleme.

Liegen die Zahlen über dem Schnitt in der Wirtschaft (z.B. zu erfahren über die Krankenkassen), sollte man zwingend nach den Ursachen sehen.

Hohe Fehlzeiten haben auch zur Folge, dass die Probleme im Betrieb zunehmen, weil z.B.

  • nicht mehr alle Arbeiten durchgeführt werden oder
  • die Qualität der Aufgabenerledigung leidet.

Dadurch kommt es dazu, dass Kunden unzufrieden werden und weniger kaufen, womit es mittelfristig auch zu Umsatz- und Gewinnrückgängen kommen kann.

Wichtig: die Kennzahl kann immer nur ein Indikator für mögliche Probleme sein.

Es kann immer auch vorkommen, dass die Krankenquote steigt, weil es „echte“ Gesundheitsprobleme bei vielen Mitarbeitern gibt. Um zu einer verlässlicheren Einschätzung zu gelangen, sollte die Entwicklung der Krankheitsquote über mehrere Jahre untersucht werden.

Fluktuationsrate = Anzahl der Kündigungen * 100/Gesamtzahl der Mitarbeiter

Die Kennzahl zeigt, wie hoch der Anteil der Mitarbeiter ist, die den Betrieb auf eigenen Wunsch verlassen.

Steigt die Rate deutlich, deutet das oft auf Probleme im Unternehmen hin, analog der Krankheitsquote. In Zeiten des Fachkräftemangels kann eine steigende Rate auch ein Indikator dafür sein, dass der eigene Betrieb weniger attraktiv ist als andere Firmen. Bieten Wettbewerber neben einem guten Gehalt weitere Leistungen an, etwa eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Kinder-Tagesstätten, mehr Entscheidungsfreiräume, kann es vermehrt zu Wechseln kommen.

Altersstruktur = Anzahl der Mitarbeiter nach Alter pro Jahr * 100/Gesamtzahl Beschäftigte

Ein hohes Durchschnittsalter lässt darauf schließen, dass es im Betrieb demnächst zu einem hohen Bedarf an neuen Mitarbeitern kommen wird.

Die Lage wird ggf. verschärft, wenn Mitarbeiter von der Möglichkeit eines frühzeitigen Ruhestands Gebrauch machen. Suche und Auswahl neuer Mitarbeiter können vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels schnell 3-5 Jahre dauern! Umgekehrt sind auch Firmen mit jungen Belegschaften gefährdet, da jüngere Mitarbeiter für mögliche Angebote anderer Arbeitgeber besonders empfänglich sind.

Diese Informationen könnten Sie auch interessieren:
>Aktuelle Entwicklungen bei haushaltsnahen Dienst- und Handwerkerleistungen

Schlagworte zum Thema:  Risikomanagement, Kennzahl

Aktuell

Meistgelesen